Fragen und Antworten
Familie und Umfeld
Gibt es Anlaufstellen, bei denen ich als Patient oder Angehöriger Rat und Hilfe bekommen kann?
Es gibt eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen sowie psychosozialen Beratungsstellen für Tumorpatienten. Patienten mit Lungenkarzinom und ihre Angehörigen können sich an die Selbsthilfegruppe Lungenkrebs in Berlin wenden (www.selbsthilfe-lungenkrebs.de). Die dortigen Ansprechpartner stehen für Fragen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Verfügung. Weitere regionale Gruppen sind im Entstehen. Wo genau es bereits spezielle Gruppen gibt und an wen sich Patienten dort wenden können, gibt die Berliner Gruppe gern weiter.
Unter der Rubrik Rat & Hilfe finden Sie außerdem eine Reihe von Adressen und Links zu übergeordneten Selbsthilfegruppen, verschiedenen Organisationen und psychosozialen Beratungsstellen. Falls Sie dort nicht fündig werden, können auch Adressen beim Krebsinformationsdienst {www.krebsinformation.de/adressen.html} abgerufen werden.
Wie soll ich mich meiner Familie gegenüber verhalten?
Sie sollten mit Ihren Familienangehörigen offen über Ihre Krankheit sprechen und Ihren Gemütszustand schildern. Die Diagnose eines Lungenkarzinoms schürt Ängste, die Sie nicht alleine bewältigen können. Zudem werden Krankheit und Therapie Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Diese Probleme sind am besten zu bewältigen, wenn sie offen angesprochen und Ihre Familienangehörigen mit einbezogen werden.
Aber denken Sie daran, Ihr Leben und das Ihrer Familie nicht vollkommen von Ihrer Erkrankung beherrschen zu lassen. Vernachlässigen Sie nicht Ihre Hobbies – diese sind jetzt wichtiger denn je. Und denken Sie daran, dass auch Ihre Angehörigen manchmal mit Problemen zu kämpfen haben, die nichts mit Ihrer Krankheit zu tun haben müssen.
Was erzähle ich meinen Freunden?
Nicht-Betroffenen fällt es häufig schwer, über Krebs zu reden. Oft wird versucht, das Thema aus Rücksichtnahme oder Verunsicherung zu meiden. Sprechen Sie Ihre Erkrankung bei den Freunden und Bekannten an, bei denen Sie ein Mitteilungsbedürfnis haben. Nehmen Sie keine falsche Rücksicht, sondern suchen Sie eine offene Aussprache und machen Sie dabei klar, was Sie sich von Ihren Freunden erhoffen. Klären Sie auch, ob Sie Rückfragen über Ihren Gesundheitszustand zulassen wollen oder lieber nicht. So bekommen Sie am ehesten die Unterstützung und Hilfe, die Sie von Ihren Freunden erwarten.
Was kann ich als Angehöriger tun?
Sie sind als Angehöriger für den Lungenkrebspatienten eine wichtige Stütze. Den normalen Alltag „vor dem Krebs“ gibt es nicht mehr. Doch gerade für Krebspatienten ist es wichtig, wieder möglichst zurück in eine alltägliche Situation zu finden. Eine bedingungslose Unterstützung wird vom Krebspatienten nicht immer gewünscht. Viele wollen ihr Leben weiterhin selbst in der Hand behalten und bestimmen. Und wie jeder Mensch, so hat auch der Krebspatient seine persönlichen Grenzen, die Sie möglichst respektieren sollten.
Das Beste, was Sie also tun können, ist eine gemeinsame Übereinkunft zwischen den Bedürfnissen und Grenzen des Kranken und Ihren eigenen zu finden. Häufig wünschen Angehörige und Patienten auch ganz unterschiedliche Informationen. Während Sie vielleicht sorgenvoll in die Zukunft blicken, interessiert viele Lungenkrebskranke nur das Hier und Jetzt.
Auch auf Sie als Angehöriger kommen Veränderungen zu. Neue ungewohnte Rollen und Aufgabenverteilungen sind unvermeidlich und können zu Konflikten führen. Seien Sie deshalb nachsichtig mit dem Krebskranken und stellen Sie keine zu hohen Anforderungen an sich selbst. Außerdem haben auch Sie ein Recht auf Erholung. Mit neuer Energie können Sie dem Krebskranken viel besser zur Seite stehen. Und bei aller Sorge und Mitgefühl sollten Sie nicht vergessen, auch Ihr eigenes Leben weiter zu leben.
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