Fragen und Antworten
Erkrankungsrisiko und Früherkennung
Was kann man selbst tun, um das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, zu vermindern?
Lungenkarzinome werden trotz effektiver Untersuchungsmethoden nach wie vor relativ spät entdeckt, da eine ausreichend wirkungsvolle Früherkennung noch aussteht. Am wirkungsvollsten ist daher die bekannten Risikofaktoren zu meiden – in erster Linie das Zigarettenrauchen. Es lohnt sich zu jedem Zeitpunkt, das Rauchen aufzugeben und dadurch das Krebsrisiko entscheidend zu senken! Haben Sie Beschwerden, die auf einen Krebsverdacht hinweisen könnten, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, damit die Ursache rechtzeitig geklärt wird. Je früher ein Lungenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen!
Was passiert, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre?
Sollten Sie sich dazu entschließen, mit dem Rauchen aufzuhören, werden Sie für ein bis zwei Tage mit einer Reihe körperlicher Entzugserscheinungen zu kämpfen haben. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Ihr Körper und Ihre Lunge werden es Ihnen danken. Schon etwa 20 Minuten nach der letzten Zigarette beginnen sich Herzschlagfrequenz und Körpertemperatur auf Werte einzupendeln, die denen eines Nichtrauchers vergleichbar sind. Nach einigen Stunden beginnt sich der Kohlenmonoxidgehalt des Blutes zu verringern und im Gegenzug der Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Das Herzinfarktrisiko sinkt bereits nach einem Tag, Atmung, Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich nach dem zweiten Tag. Sie werden auch bemerken, dass sich Ihre Lungenkapazität erhöht – innerhalb von drei Monaten um bis zu 30%! Das Risiko einer koronaren Herzerkrankung sinkt etwa ein Jahr nach dem Aufhören um bis zu 50%, nach zwei Jahren wird das Herzinfarktrisiko als „ganz normal“ betrachtet. Das Lungenkrebsrisiko erreicht erst nach zehn Jahren Abstinenz normale Werte, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach fünfzehn Jahren.
Warum sind Lunge und Bronchien so empfindlich?
Die Lunge filtert täglich ungefähr die Menge Luft, die ein Heißluftballon enthält. So kommen mehr als 100 Quadratmeter Lungenoberfläche täglich mit rund 10.000 Litern Luft in Kontakt. Kein anderes menschliches Organ steht in solch enger Beziehung zur Umwelt.
Gibt es nicht eine Blutuntersuchung, um Lungenkarzinom festzustellen?
Nein, einen solchen Bluttest gibt es leider noch nicht. Lungenkarzinome produzieren zwar gelegentlich so genannte Tumormarker (z.B. CEA, CYFRA 21-1 und NSE), die dann im Blut nachgewiesen werden können. Tumormarker sind jedoch nicht bei allen Lungenkrebspatienten erhöht und können auch bei Gesunden als erhöhte Werte vorkommen. Sie sind zur Früherkennung bzw. zur Diagnose von Lungenkrebs daher nicht geeignet. Sie eignen sich jedoch dazu, den Krankheitsverlauf zu beobachten.
Gibt es Möglichkeiten der Früherkennung von Lungenkarzinom?
Es gibt zur Zeit noch keine ausreichend wirkungsvolle und allgemein anerkannte Methode zur Früherkennung von bösartigen Tumoren in der Lunge. Daher ist es kaum möglich, Lungenkrebs in einem frühen Stadium festzustellen, in dem die Erkrankung noch keine Beschwerden bereitet und noch gut behandelbar ist. Aus diesem Grund ist die Risikovermeidung bei dieser Krebsart besonders wichtig.
Oft sind hartnäckiger Husten oder Blutbeimengung im Auswurf ein Anlass, zum Arzt zu gehen. Im Rahmen eingehender Untersuchungen wird dann Lungenkrebs festgestellt. Nur ein kleiner Teil der Fälle von Lungenkarzinom wird zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung der Lunge entdeckt. Bluthusten ist bereits ein Spätsymptom.
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