Folgen der zielgerichteten Therapie

Eine häufige Nebenwirkung des Wachstumshemmers ist das Auftreten einer Hautreaktion, auch Rash genannt. Dies ist ein positives Zeichen, denn es besagt, dass das Medikament gut wirkt. Neuere Studien haben klar aufgezeigt, dass Patienten mit Rash einen Überlebensvorteil gegenüber Patienten ohne Rash haben.

Der Ausschlag tritt bei den meisten Patienten in leichter bis mittelschwerer Form als rötliche Pusteln auf, bildet sich in der Regel aber nach ein bis zwei Wochen zurück. Meist hilft die intensive und regelmäßige Pflege der Haut, vor allem an Händen und Füßen mit milden Produkten. Sobald ein stärkerer Ausschlag auftritt, lässt er sich mit cortison- oder antibiotika-haltigen Cremes behandeln und lindern. Bevor Sie aber selbst „zur Creme greifen“, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt oder einen mit dieser Nebenwirkung vertrauten Dermatologen ansprechen.

Eine weiterer relativ häufiger Effekt der Therapie mit Wachstumshemmern ist Durchfall und eine damit einhergehende Gewichtsabnahme. Leichte Formen kann man mit einer Nahrungsumstellung und ausreichendem Trinken begegnen. Schwerere Fälle lassen sich mit entsprechenden Medikamenten behandeln, die der Arzt verschreibt.

Die Kombination von Chemotherapie und Angiogenese-Hemmern führt bei diversen Patienten zu einer körperlichen Erschöpfung, der so genannten Fatigue. Typische Merkmale sind eine anhaltende Schwäche und Abgeschlagenheit trotz ausreichender Schlafphasen, eine Überforderung bereits bei geringen Belastungen und eine deutliche Aktivitätsabnahme im privaten und beruflichen Umfeld. Hier hat der behandelnde Arzt verschiedene Möglichkeiten, je nach Stärke und Ausprägung der Fatigue, begleitende Medikamente zu verschreiben und gegebenenfalls eine unterstützende Ernährungs- und/oder Bewegungstherapie zu empfehlen. Auch eine psycho-onkologische Begleitung kann eine Option für Patienten sein, mit den Begleiterscheinungen der Krebserkrankung- und therapie besser umzugehen.

Unter der Therapie mit einem Angiogenese-Hemmer kann es außerdem zu einem Anstieg des Blutdrucks kommen. Patienten mit entsprechenden Vorerkrankungen müssen vor Therapiebeginn von ihrem Arzt angemessen eingestellt und regelmäßig auf Bluthochdruck kontrolliert werden.

Der grundsätzlich positive Effekt der Angiogenese-Hemmung kann leider auch dazu führen, dass sich die Zahl der Blutzellen verringert. Vor allem Patienten, deren Anzahl an weißen Blutkörperchen absinkt, sind schneller anfällig für Infektionen. Daher werden im Rahmen einer Tumortherapie regelmäßig Ihre Blutwerte überwacht. Falls die Blutwerte festgelegte Grenzen unterschreiten, wird Ihr Arzt mit Ihnen rechtzeitig die Unterbrechung oder den Abbruch der Therapie besprechen.

Relativ häufig kommt es im Rahmen einer Therapie mit Angiogenese-Hemmern zu Magen-Darm-Beschwerden, die in Form von Durchfall, manchmal auch Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Erbrechen auftreten können. Patienten, die diese Beschwerden feststellen, sollten sich immer an ihren behandelnden Arzt wenden, damit dieser geeignete Maßnahmen ergreifen kann. Heute können moderne Präparate hier sehr gut entgegenwirken.