
Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom: Primärtumor und Metastasierung
Tumore der Lunge
In etwa 10% der Fälle sind Geschwulste der Lunge gutartig. Sie wachsen relativ langsam und verdrängen Lungengewebe, ohne es zu zerstören. Um die Gutartigkeit zu bestätigen und der möglichen Entwicklung eines bösartigen
Tumors vorzubeugen, sollte auch ein gutartiger Tumor auf jeden
Fall durch Operation entfernt werden.
Allerdings sind 90% der Lungentumore bösartig, d.h. sie wachsen schnell, infiltrieren und zerstören Lungengewebe und bilden Metastasen, die über Blut- oder Lymphwege in andere Organe gelangen können.
Die Tumore entstehen aus der obersten Zellschicht des Schleimhautgewebes
(Epithel),
das die Oberflächen der Bronchien auskleidet. Diese Tumore
werden in der Fachsprache Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom
genannt.
Natürlich entsteht ein solcher Tumor nicht plötzlich.
Die Entartung der
Schleimhautzellen ist ein langjähriger Prozess, der in
vielen Schritten und unter Einfluss einer Reihe von Faktoren abläuft. Eine frühzeitige
Erkennung dieser Entwicklung ist schwierig, da auffällige
Symptome kaum auftreten. Lediglich Veränderungen der Schleimhaut
können als mögliche Krebsvorboten eingestuft werden
und sollten durch eine eingehendere Untersuchung abgeklärt
werden.

Kleinzellige und nicht kleinzellige Formen
Aufgrund ihrer Entstehung, ihrer biologischen Eigenschaften und
der unterschiedlichen Therapieansätze werden zwei verschiedene Lungenkarzinome unterschieden: das kleinzellige und das nicht kleinzellige Lungenkarzinom. 75-80% aller Lungenkarzinome gehören zum nicht kleinzelligen Typ. Die nicht kleinzelligen Lungenkarzinome entstehen ausschließlich aus dem Epithel, das die Bronchien auskleidet. Im Vergleich zum kleinzelligen Lungenkarzinom wächst der nicht kleinzellige Typ langsamer und breitet sich nicht so schnell aus, weshalb die Prognose etwas optimistischer ist. Allerdings sind die nicht kleinzelligen Lungenkarzinome weniger empfindlich gegenüber Chemotherapeutika, was die Therapiemöglichkeiten
eher erschwert.

Verschiedene nicht kleinzellige Lungenkarzinome
Es werden mehrere Formen des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms unterschieden. Dies geschieht nach Vorgaben der WHO auf Grundlage des Gewebeaufbaus (Histologie). Neben der Feststellung eines nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms ist es die wichtigste Aufgabe der Diagnostik,
darüber Aufschluss zu geben, um welchen Typ es sich handelt. Dies ist Voraussetzung für
die Wahl des optimalen Therapieansatzes. Folgende Typen werden
unterschieden:
Die verschiedenen histologischen Formen können auch gemischt auftreten. Bevorzugte Metastasenlokalisationen sind Lymphknoten, Leber, Nebennieren, Knochen und Gehirn.