Klassische Therapieansätze
Zu den klassischen Behandlungsmöglichkeiten zählen Operationen, Chemo- und Strahlentherapie.
Die besten Heilungschancen bietet die Entfernung des Tumors durch eine Operation. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird. Dann ist er meist auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt – hat also noch keine Absiedlungen (Metastasen) gebildet. Das Ziel der Operation ist in der Regel die Heilung des Patienten.
Bei der Operation werden der Tumor sowie die umgebenden Lymphknoten möglichst vollständig entfernt. Wichtig ist, dass auch über die Grenzen des Tumors hinaus gesundes Gewebe mit entfernt wird. Dadurch soll sichergestellt werden, dass keine Tumorzellen in der Bauchspeicheldrüse verbleiben, die zu einem neuen Tumor heranwachsen können. Art und Umfang der Operation hängen davon ab, wo sich der Tumor innerhalb der Bauchspeicheldrüse befindet, um welche Tumorart es sich handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Häufig sitzt der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse. Ist dies der Fall, wird bei der Operation in der Regel nicht nur der tumortragende Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt, sondern meist auch die Gallenblase, der untere Teil des Gallengangs, der Zwölffingerdarm und manchmal auch ein Teil des Magens (so genannte Whipple-Operation). Anschließend werden die Verbindungen zwischen Magen, Bauchspeicheldrüse, Gallengang und Dünndarm wieder hergestellt, damit Nahrung aufgenommen und verdaut werden kann.
Die Whipple-Operation ist ein großer Eingriff, der mehrere Stunden dauert. Der Patient sollte sich deshalb in einem guten Allgemeinzustand befinden und keine schweren Begleiterkrankungen haben. Nach der Operation ist ein Krankenhausaufenthalt und eine mehrwöchige Erholungsphase notwendig.
Befindet sich der Tumor im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, ist die Operation weniger umfangreich. Meist werden nur der tumortragende Organteil und die Milz entfernt.
Bei fortgeschrittenen Tumorstadien kann eine vollständige Tumorentfernung meist nicht mehr durchgeführt werden. Operiert wird hier meist mit dem Ziel, die tumorbedingten Schmerzen zu lindern und damit die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.
Häufig ist beispielsweise der Gallengang durch den Tumor verengt oder blockiert. Durch den Einsatz eines Kunst- bzw. Metallröhrchens (Stent) in den Gang, kann die aufgestaute Galle wieder abfließen. Eine durch den Stau der Galle entstandene Gelbsucht (Ikterus) klingt ab. Stents können meist im Rahmen einer Endoskopie gelegt werden.
Bei der Strahlentherapie werden bösartige Zellen mit energiereichen elektromagnetischen Wellen bestrahlt, um sie abzutöten. Eine Strahlentherapie wird allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie oder Operation durchgeführt.
Die Bestrahlung wird möglichst auf den tumortragenden Körperbereich beschränkt. Durch die tief im Körper befindliche Lage der Bauchspeicheldrüse führt der Bestrahlungsweg jedoch zwangsläufig auch durch gesundes Gewebe. Damit sich dieses erholen kann, erfolgt die Bestrahlung in vielen Abschnitten mit geringer Strahlendosis, z.B. vier bis fünf Einzelbestrahlungen pro Woche. Die Strahlenbehandlung ist schmerzlos und erfolgt von außen durch die Haut. Bei manchen Patienten wird ein Teil der Strahlentherapie schon während der Operation verabreicht, in anderen Fällen erfolgt die Strahlentherapie anstelle eines chirurgischen Eingriffs. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Formen der kombinierten Chemo-Strahlen-Therapie einen Überlebensvorteil bringen.
Auch wenn keine Heilung des Betroffenen mehr möglich ist, kann eine Strahlentherapie zur Schmerzlinderung sinnvoll sein. Das gilt beispielsweise, wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs zu schmerzhaften Knochenmetastasen geführt hat.
Die Chemotherapie ist die medikamentöse Behandlung mit Zellgiften (Zytostatika). Bei der Chemotherapie wandern die Medikamente über das Blut durch den Körper und können so auch Krebszellen außerhalb der Bauchspeicheldrüse zerstören. Sie werden als Infusionen oder in Tablettenform verabreicht. Die Chemotherapie erfolgt über bestimmte Zeiträume, so genannte Zyklen, die von mehrwöchigen Behandlungspausen unterbrochen sind. In dieser Zeit können die Medikamente wirken und sich Patienten von den Nebenwirkungen erholen. Chemotherapien werden heute häufig ambulant durchgeführt, das heißt, Patienten kehren nach der Behandlung wieder nach Hause ins gewohnte Umfeld zurück.
Es stehen verschiedene Zytostatika zur Verfügung, die einen Stillstand oder eine Verkleinerung des Tumors bewirken. Oft werden diese Medikamente miteinander kombiniert. Zur Behandlung des Pankreaskarzinoms werden häufig die Medikamente Gemcitabin, 5-Fluorouracil und Folinsäure eingesetzt. Moderne Therapieansätze verbinden die herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten mit modernen Substanzen, die gezielt bestimmte Wachstums- und Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle blockieren.
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