Bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse
Unter der Bezeichnung „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ (Ärzte sprechen vom „Pankreaskarzinom“) werden verschiedene bösartige Tumoren zusammengefasst. Sie unterscheiden sich nach ihrem Ursprung und nach den typischen Gewebeformationen, die sie bilden. Häufig lässt sich erst durch die feingewebliche Untersuchung feststellen, um welche Art von Tumor es sich handelt.
Am häufigsten sind die sogenannten exokrinen Pankreastumoren. Sie gehen von den Zellen der Bauchspeicheldrüsengänge aus, die Verdauungsenzyme bilden. Die endokrinen Pankreastumoren entwickeln sich aus hormonbildenden Zellen. Diese endokrinen Tumoren sind sehr selten und wachsen relativ langsam.


Auf der Abbildung ist ein Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse zu sehen, der auch den Zwölfingerdarm befallen hat.
Weiterhin kann man die Tumoren der Bauchspeicheldrüse nach ihrer Lokalisation unterscheiden. Am häufigsten tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs im Pankreaskopf auf (in ca. 70%), seltener im Pankreaskörper (in etwa 20%), und nur 10% der bösartigen Tumoren finden sich im Pankreasschwanz.
Für den Arzt ist sowohl der feingewebliche Aufbau als auch die Lokalisation des Tumors sehr wichtig, weil sich Behandlung und Nachsorge danach richten.
Beschwerden oft erst in fortgeschrittenem Stadium
Das Tückische am Bauchspeicheldrüsenkrebs ist, dass er in frühen Krankheitsstadien kaum Beschwerden verursacht und deshalb lange unentdeckt bleibt. Symptome treten häufig erst auf, wenn der Tumor so groß geworden ist, dass die Bildung der Verdauungsenzyme oder deren Abfluss in den Zwölffingerdarm nicht mehr funktioniert, oder wenn der Tumor sich auf Nachbarorgane ausgedehnt hat. Klagt der Patient über Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Gewichtsverlust, gürtelförmige Bauchschmerzen oder Rückenschmerzen, ist der Tumor meist schon fortgeschritten. Wenn der Tumor die Insulinbildung behindert, kommt es zu Störungen des Zuckerstoffwechsels.
Ein weiteres Zeichen, das auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen kann, ist der sogenannte Ikterus, eine Gelbfärbung („Gelbsucht“) der Haut und der Augen. Zur Gelbsucht kommt es, wenn der Tumor auf den Gallengang drückt und ihn verschließt. Dann kann der Gallensaft nicht mehr in den Darm abfließen und die Haut verfärbt sich gelb, während der Urin dunkel und der Stuhlgang hell wird.
Dass Bauchspeicheldrüsenkrebs im Frühstadium fast keine Beschwerden hervorruft, hat fatale Folgen. Denn wenn der Tumor schließlich entdeckt wird, kann die Mehrzahl der Patienten nicht mehr operiert werden.
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