Bauchspeicheldrüsenkrebs
Entstehung von Krebs
Der menschliche Körper besteht aus Milliarden von Bausteinen, die man Zellen nennt. Je nach Organ (z.B. Herz, Lunge, Leber) haben die Zellen ein typisches Aussehen. Jeden Tag produziert der Organismus Millionen neuer Zellen, die absterbende ersetzen (erkennbar z.B. nach einer Hautverletzung). Dieser Vorgang läuft stetig ab und dient der Gesunderhaltung des Körpers.
Unter diesen neu entstehenden Zellen können sich „schwarze Schafe“ befinden und Ursprungszellen für ein Krebswachstum sein. Normalerweise aber sind diese Zellen so verändert, dass sie nicht überlebensfähig sind, oder sie werden durch das körpereigene Immunsystem erkannt und vernichtet. In Einzelfällen entgehen Zellen diesen Schutzmechanismen und beginnen im Organ zu wachsen. Es kommt zu einer übermäßigen Gewebeneubildung. Der Überschuss an Gewebe bildet eine Geschwulst, die man Tumor nennt. Aber erst, wenn die Zellen unkontrolliert weiter wachsen und in benachbartes gesundes Gewebe eindringen und es zerstören, spricht man von einem bösartigen Tumor oder Krebs. Ebenso ist es möglich, dass sich Krebszellen aus dem ursprünglichen Tumor herauslösen und in den Blutstrom eindringen. Auf diese Weise breitet sich der Krebs aus und bildet Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen.
Die Gründe für die Entstehung solcher bösartiger Tumore sind heutzutage vielfach noch nicht bekannt. Neuere Forschungsergebnisse haben jedoch das vermehrte Vorhandensein von Faktoren aufgezeigt, die das Wachstum der Krebszellen stimulieren (Wachstumsfaktoren) sowie Veränderungen (Mutationen) von bestimmten Erbsubstanzen (Genen), die normalerweise das Zellwachstum und den geregelten Zelltod kontrollieren, auslösen. Die veränderte Funktion dieser Faktoren verschafft dem Krebsgewebe einen Wachstumsvorteil gegenüber dem gesunden Gewebe.

Häufigkeit von Bauchspeicheldrüsenkrebs*
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist in der Bundesrepublik Deutschland eine relativ seltene Tumorerkrankung. Etwa 20 von 100.000 Menschen sind pro Jahr betroffen. Nach vorliegenden Schätzungen erkrankten in Deutschland 2004 13.360 Menschen an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse. Das entspricht einem Anteil von etwa 3% aller Krebserkrankungen. Männer (6.380) sind davon fast so häufig betroffen wie Frauen (6.980). Damit nimmt dieser Krebs bei Männern den 10. Platz und bei Frauen den 9. Platz in der Statistik der häufigsten Krebsneuerkrankungen in Deutschland ein.
Als Todesursache rangiert der Bauchspeicheldrüsenkrebs allerdings mit etwa 14.000 Verstorbenen im Jahr 2006 bei Männern und Frauen an 4. Stelle und ist damit ursächlich für etwa 6% aller Krebstodesfälle. Die meisten Betroffen erhalten die Diagnose im höheren Lebensalter: Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 69 und für Frauen bei 76 Jahren.
Leider hat Bauchspeicheldrüsenkrebs eine schlechte Prognose: In den meisten Fällen endet die Erkrankung tödlich. Das liegt meist daran, dass der Tumor in frühen Stadien oft keine Beschwerden verursacht, also lange unbemerkt bleibt.* Quelle: Krebs in Deutschland 2005-2006. Häufigkeiten und Trends. Robert-Koch-Institut (Hrsg.) Berlin, 2010
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