Wie kommt es zur Blutarmut?

Vorab und kurz geantwortet: Man weiß es nicht genau. Oft findet sich jedenfalls keine andere Erklärung als die der Tumorerkrankung selbst. Allerdings gibt es charakteristische Merkmale, die auch bei anderen Anämieformen chronischer Erkrankungen gefunden werden:
  1. Verminderte Eisenverwertung.
  2. Reduzierte Empfindlichkeit des blutbildenden Systems auf das hierfür wichtigste Hormon, das Erythropoietin.
  3. Relativer Erythropoietinmangel.
  4. Verkürzte Lebensdauer der roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Diese Störungen laufen allerdings auf so verschiedenen Ebenen ab, dass sie von der Forschung nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Es ist derzeit weitgehend ungeklärt, auf welche Weise die chronische Tumoranämie im Rahmen einer bösartigen Erkrankung ausgelöst und aufrechterhalten wird. Im Augenblick ist es deshalb sinnvoll, lediglich von möglichen Gründen zu sprechen, die zu einer Tumoranämie beitragen können.
Diese Faktoren sind im einzelnen:

  • Dieautoimmunbedingte Hämolyse (die Zellen, die normalerweise für den Abbau alter Erythrozyten verantwortlich sind, zerstören intakte rote Blutkörperchen - wohl aufgrund eines allgemein aktivierten Immunsystems - und das herausgelöste Eisen wird nicht im üblichen Maße wiederverwendet).
  • Verborgene Blutungen, meist im Magen-Darmtrakt.
  • Die Störung der normalen Blutbildung durch die Ausbreitung von Tumorzellen bis ins Knochenmark.
  • Die verminderte Nierenfunktion - die Nieren sind der Hauptbildungsort des Erythropoietins.
  • Die Auswirkungen einer Chemotherapie, z.B. mit platinhaltigen Zytostatika.
  • EinFolsäure- und/oderVitamin B12-Mangel - beide Vitamine sind unerlässlich für die Blutbildung.
  • Ein Eisenmangel

Hierbei kommt der unkontrollierten Aktivierung desImmunsystems - nach heutigem Kenntnisstand - wohl die größte Bedeutung zu. Die Häufigkeit einer tumorbedingten Anämie beträgt in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Tumorerkrankung, dem Krankheitsstadium und der Krankheitsdauer bis zu 60 %. Besonders häufig sind Patienten und Patientinnen mit einem
Plasmozytom, bestimmten Formen des Gebärmutterkrebses, Lungenkrebs, Hodenkrebs und Non-Hodgkin-Lymphom betroffen. Aber auch insgesamt betrachtet stellt die Tumoranämie eine Begleiterkrankung bei Tumoren dar, die in ihrer Tragweite, einschließlich der beeinträchtigten Lebensqualität der Patienten, oft nicht entsprechend gewürdigt wird.


 


Es ist derzeit ungeklärt, auf welche Weise die Tumoranämie ausgelöst und aufrechterhalten wird.

 
Merkmale einer Anämie sind eine verminderte Eisenverwertung, eine reduzierte Empfindlichkeit des blutbildenden Systems auf Erythropoietin, ein Erythropoietinmangel und eine verkürzte Lebensdauer der roten Blutkörperchen.
 

Mögliche Faktoren für eine Anämie sind eine autoimmunbedingte Hämolyse, verborgene Blutungen, Störungen der normalen Blutbildung durch Tumorerkrankungen, verminderte Nierenfunktion, Folgen einer Chemotherapie, ein Mangel an Folsäure, Vitamin B12 oder Eisen.