Bei Strahlen- und Chemotherapie
Bei der Strahlentherapie ist das Auftreten von Übelkeit abhängig davon, inwieweit der Magen-Darm-Trakt im Bestrahlungsfeld liegt. Übelkeit kann dann als Folge einer entzündlichen Schleimhautreizung auftreten. Auch im Rahmen des so genannten "Strahlenkaters", der nach Bestrahlung durch den vermehrten Anfall von Tumorabbauprodukten ausgelöst wird, kann es zu Unwohlsein und Übelkeit kommen.
Das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie ist unter anderem abhängig von der Art und Menge des verwendeten Medikamentes (Zytostatikum). Einige Substanzen führen nur sehr selten zu Übelkeit und Erbrechen, bei anderen ist diese Nebenwirkung fast nicht zu vermeiden. Auch eine individuell unterschiedliche Empfindlichkeit spielt eine gewisse Rolle.
Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie kann auf zwei auslösende Faktoren zurückgeführt werden: Einerseits können die Zytostatika die Magenschleimhaut vorübergehend schädigen. Auch wirken Zytostatika am Brechzentrum im Gehirn und können hier in unterschiedlichem Ausmaß die Freisetzung von Botenstoffen (Serotonin) bewirken, die über spezielle Bindungsstellen Brechreiz auslösen können.
Da der Patient durch die Erkrankung und die Therapie bereits
belastet ist, möchte man ihm diese unangenehme Nebenwirkung
ersparen. In den letzten Jahren wurden moderne Medikamente (Antiemetika)
entwickelt, die prophylaktisch gegeben, Übelkeit und Brechreiz
bei Strahlen- und Chemotherapie verhindern können.
Sie wirken durch eine Blockade der Bindungsstellen an bestimmten
Brechzentren im Gehirn. Serotonin, der Botenstoff, der die Übelkeit
vermittelt, kann selber dann nicht mehr andocken. Die Präparate
werden daher als Serotonin-Gegenspieler (Serotonin-Antagonisten
oder im Fachbegriff 5-HT3-Antagonisten) bezeichnet.
Begleitend zu den medikamentösen Maßnahmen kann auch
durch den Verzicht auf fettreiche oder stark gewürzte Speisen
und durch reichliches Trinken sowie das Erlernen von Entspannungstechniken
Unwohlsein und Erbrechen vermieden werden.
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