Restless Legs
Medikamentöse Behandlung


Wenn „Hausmittel“ keine ausreichende Linderung der RLS-Beschwerden mehr bringen und Sie sich durch starken Bewegungsdrang oder erhebliche Schlafstörungen in Ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen, wird der Arzt Ihnen zu einer medikamentösen Behandlung raten. Heute stehen mehrere wirksame und im Allgemeinen sehr gut verträgliche Medikamente zur Therapie des Restless-Legs-Syndroms zur Verfügung.

Experten gehen davon aus, dass beim RLS die Informationsübertragung bestimmter Nervenzellen im Gehirn gestört ist. Dabei spielt der Neurotransmitter Dopamin eine wichtige Rolle, der als Botenstoff Signale zwischen den einzelnen Nervenzellen überträgt. Deshalb kommen zur Behandlung des RLS hauptsächlich Medikamente zum Einsatz, die den Dopamin-Haushalt beeinflussen.

L-Dopa
Der Wirkstoff L-Dopa ist die Vorstufe von Dopamin. L-Dopa wird in den Nervenzellen zu Dopamin umgebaut. Dadurch können die Signale wieder zwischen den Nervenzellen weitergeleitet werden und die RLS-Beschwerden nehmen ab.

Die meisten Patienten berichten schon nach einer einmaligen Einnahme von L-Dopa über eine spürbare Wirkung. Deswegen kann der so genannte L-Dopa-Test auch zur Diagnostik des RLS herangezogen werden: Bessern sich die Beschwerden des Patienten schon durch eine L-Dopa-Tablette, spricht das für das Vorliegen eines RLS.

Patienten, die mit L-Dopa behandelt werden, berichten, dass die Missempfindungen in den Beinen und der dadurch hervorgerufene Bewegungsdrang durch die Therapie deutlich nachlassen. Sie können besser einschlafen und wachen nachts seltener auf. Dadurch bessern sich Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden, Erschöpfung und Tagesmüdigkeit treten wesentlich seltener auf.

Manche Patienten kommen mit der gelegentlichen Einnahme von L-Dopa aus, andere nehmen abends regelmäßig eine Stunde vor dem Zubettgehen eine L-Dopa-Dosis ein.

Dopamin-Agonisten
Die Dopamin-Agonisten werden dem Organismus als Ergänzung zum körpereigenen Dopamin zugeführt. Sie rufen an den Dopamin-Bindungsstellen im Nervensystem ähnliche Effekte hervor wie Dopamin selbst. Auf diese Weise können Signale zwischen den Nervenzellen wieder weitergeleitet werden und die Symptome des RLS lassen nach.

Weitere Medikamente
Einzelne Patienten vertragen dopaminerge Medikamente wie L-Dopa oder Dopamin-Agonisten nicht oder sie dürfen aus medizinischen Gründen (z. B. weil eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion oder eine schwere Herz- oder Lebererkrankung vorliegt) nicht mit dopaminergen Medikamenten behandelt werden. In diesen Fällen kann der Arzt auf andere Wirkstoffgruppen zurückgreifen und beispielsweise Carbamazepin, ein Benzodiazepin oder ein Opiat verschreiben.

 

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