Restless Legs
Diagnose: Das RLS erkennen
Die Beschwerden beim Restless-Legs-Syndrom sind in vielen Fällen so eindeutig, dass der Arzt die Diagnose ohne aufwändige Untersuchungen und Zusatzdiagnostik stellen kann. Neurologen sind die Fachärzte für das RLS.
Der Arzt wird ein RLS diagnostizieren, wenn folgende vier Minimalkriterien erfüllt sind:
- Bewegungsdrang der Beine, meist begleitet von sensiblen Störungen bzw. Missempfindungen (Kribbeln, Reißen, Brennen, Ziehen, Jucken) oder Schmerzen. Manche Patienten berichten nicht nur über Missempfindungen in den Beinen, sondern auch in den Armen.
- Bewegungsdrang und unangenehme Empfindungen treten in Ruhe und Entspannung auf.
- Bewegungsdrang und Missempfindungen verschwinden durch Bewegung (Umhergehen, Dehnen) oder bessern sich hierdurch.
- Die Beschwerden sind abends und nachts schlimmer als tagsüber oder treten nur am Abend oder in der Nacht auf.
Symptome nicht eindeutig?
Nicht immer sprechen die geschilderten Beschwerden zweifelsfrei für ein RLS, z. B. dann, wenn der Patient lediglich über Schlafstörungen berichtet. Bei anderen Patienten liegen zusätzliche Erkrankungen vor, die es dem Arzt schwer machen, allein aufgrund der Patientenbefragung ein RLS zu diagnostizieren. In diesen Fällen kann der Arzt weitere Kriterien zur Diagnostik des RLS heranziehen:
- L-Dopa-Test: Bei 80 bis 90% der RLS-Patienten bessern sich die Beschwerden schon nach einmaliger Gabe des Wirkstoffs L-Dopa. Aufgrund dieses Tests kann der Neurologe sagen, ob ein RLS vorliegt.
- Laboruntersuchungen: Weil sich das RLS bei manchen Patienten auf der Basis einer anderen Grunderkrankung entwickelt (symptomatische RLS-Form), sind Bluttests sinnvoll, um z. B. einen Eisenmangel oder eine Nierenerkrankung auszuschließen.
- Neurologische Untersuchung: RLS-Patienten haben keine messbaren neurologischen Auffälligkeiten. Liegt ein auffälliger neurologischer Befund vor, könnte eine andere Erkrankung hinter den Beschwerden stecken (mehr hierzu unter häufige Fehldiagnosen).
- Schlaflabor-Untersuchung: Diese ist bei Erwachsenen nur in Einzelfällen bei diagnostischer Unsicherheit erforderlich. Kinder mit RLS-Verdacht werden dagegen regelmäßig im Schlaflabor untersucht.
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