Restless Legs
Häufig gestellte Fragen & Antworten

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Was bedeutet RLS?
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Die Abkürzung „RLS“ steht für Restless-Legs-Syndrom. Dieser englische Begriff bedeutet „Erkrankung der unruhigen, ruhe- oder rastlosen Beine“. Da diese Erkrankung erstmals im Jahr 1685 von dem englischen Arzt Dr. Thomas Willis beschrieben wurde, wird in der Fachsprache der englische Ausdruck verwendet.

 
Wer ist vom RLS betroffen?
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Bis zu 10% der Bevölkerung leiden am RLS, 60% der RLS-Betroffenen sind Frauen. Das RLS kann in jedem Lebensalter auftreten, an häufigsten beginnt die Erkrankung jedoch im mittleren oder fortgeschrittenen Alter. In jungen Jahren sind weniger als 2% betroffen, ab 55 Jahren sind es hingegen mehr als 10%.

 
Geht das RLS in die Parkinson-Erkrankung über?
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Auch wenn beim RLS Medikamente aus der Parkinson-Therapie eingesetzt werden, besteht kein Zusammenhang zwischen RLS und Parkinson. Sie müssen also nicht befürchten, dass Ihr RLS in eine Parkinson-Erkrankung übergeht. Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise.

 
Kann das RLS vererbt werden?
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Ja, in manchen Fällen. Experten gehen davon aus, dass zwischen 50 und 66% aller RLS-Betroffenen unter der familiären Form leiden. Das bedeutet, dass das RLS von einem betroffenen Elternteil auf einen Teil der Nachkommen vererbt wird. In der nachfolgenden Generation tritt die Erkrankung bereits früher auf. So wird beobachtet, dass in der 2. Generation die Betroffenen bei Beginn der Erkrankung durchschnittlich 51 Jahre alt sind, in der 4. Generation aber schon mit knapp 20 Jahren die ersten leichten Beschwerden auftreten.

 
Kann das RLS auch nur in einem Bein auftreten?
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Ja, die Symptome können einseitig, beidseitig oder abwechselnd auf der einen und anderen Seite auftreten.

 
Kann das RLS auch die Arme betreffen?
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Bei manchen Patienten treten die Beschwerden sowohl in den Beinen als auch in den Armen auf.

 
Muss ich auf meine Ernährung achten?
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Grundsätzlich gibt es für RLS-Betroffene hinsichtlich der Ernährung keine besonderen Regeln. Wie für alle anderen gilt auch für Sie, dass Sie sich gesund und ausgewogen ernähren sollten. Dennoch sollten Sie Folgendes wissen:

  • Eisen. Eine ausreichende Eisenzufuhr mit der Nahrung ist wichtig, denn Eisenmangel kann ein RLS hervorrufen. Brot, Fleisch und Wurstwaren sind wichtige Eisenlieferanten. Eisenpräparate sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
  • Koffein. Viele Patienten schildern eine deutliche Zunahme der RLS-Beschwerden durch Koffein. Sie sollten deshalb für einige Wochen auf koffeinhaltige Getränke verzichten um so zu testen, ob Koffeinabstinenz Ihre Symptome bessert.
  • Alkohol und Nikotin können RLS-Symptome deutlich verstärken. Auch bei Gesunden beeinträchtigt Alkohol die Schlafqualität: Sie wachen in der Nacht durch den Weckeffekt des fallenden Blutalkoholspiegels häufiger auf.

 
Welche Medikamente stehen zur Behandlung des RLS zur Verfügung?
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Bei RLS ist die Informationsübertragung bestimmter Nervenzellen im Gehirn gestört. Dabei spielt der Neurotransmitter Dopamin (ein spezieller Botenstoff, der Signale zwischen Nervenzellen übermittelt) eine entscheidende Rolle. Zur Behandlung des RLS kommen daher primär solche Substanzen in Betracht, die den Dopaminhaushalt beeinflussen. Neben dem Wirkstoff L-Dopa, der in den Nervenzellen zu Dopamin umgebaut wird, sind das die Dopamin-Agonisten. Sie rufen an den Dopamin-Bindungsstellen im Nervensystem ähnliche Effekte hervor wie Dopamin selbst.

 
Ich habe gelesen, dass man im Verlauf der Therapie die Dosis vielleicht
erhöhen muss. Wie viel L-Dopa darf ich am Tag höchstens einnehmen?
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Die empfohlene maximale Dosis liegt bei 400 mg L-Dopa täglich (in den klinischen Studien zur Erlangung der Zulassung war nicht höher dosiert worden). Nach mehrmonatiger Einnahme von mehr als 400 mg L-Dopa pro Tag kann es möglicherweise zu einer Zunahme der RLS-Symptome kommen. Dieses Phänomen wird Augmentation genannt und ist eine ernst zu nehmende Nebenwirkung, die bei Einnahme von L-Dopa oder Dopamin-Agonisten auftreten kann. Augmentation bedeutet u. a. eine Zunahme der RLS-Symptome, z. B. Verlagerungen in den Tag. Meist führt dieses Phänomen zu einer Änderung in der Dosierung oder zum Absetzen des Medikamentes.

 
Kann es sein, dass das Medikament irgendwann nicht mehr wirkt?
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Bei längerer Erkrankungsdauer kann die Dosierung einzelner Medikamente nicht mehr ausreichend sein, so dass man die Dosierung erhöhen oder auf andere Präparate oder eine Präparate-Kombination umstellen muss. In vielen Fällen kann die Wirksamkeit von L-Dopa aber durch einfache Änderung der Einnahme weiter verbessert werden. Dabei kann man die Tabletten mit etwas Gebäck, z. B. einem Zwieback, und ausreichend Flüssigkeit einnehmen, da der Wirkstoff dann schneller und umfangreicher aus dem Darm in das Blut aufgenommen wird.

 
Kann das RLS geheilt werden?
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Das RLS kann mit den derzeit verfügbaren Medikamenten nicht geheilt werden. Es kann sogar sein, dass im weiteren Verlauf der Erkrankung die Häufigkeit und der Schweregrad der Beschwerden zunehmen. Zum Glück gibt es aber auch für diesen Fall medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.

 
Gibt es alternative Methoden zur Behandlung des RLS?
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Die Erfahrungen mit so genannten alternativen Methoden variieren von Patient zu Patient, so dass man keine allgemeine Empfehlung geben kann. Zudem gibt es für alternative Methoden meist keine wissenschaftlich gesicherten Wirksamkeitsnachweise. Zu den alternativen Methoden gehören z. B. Einreibungen mit durchblutungsfördernden Mitteln oder Franzbranntwein, Massagen, Wechselduschen, Akupunktur, Magnetfeldtherapie. Ebenso existieren bis heute keine gesicherten Daten zur Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln beim RLS.

 
Auf welche Nahrungsmittel sollte ich bei der Medikamenteneinnahme
verzichten?
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Wenn Sie L-Dopa einnehmen, sollten Sie auf eiweißreiche Nahrung verzichten, da diese die Wirkung des Medikaments abschwächt.
In jedem Stoffwechselbereich können Nahrungsmittel die Wirkung von Medikamenten verändern, verstärken oder vermindern und haben damit einen entscheidenden Einfluss auf den Therapieerfolg. Insbesondere eiweißreiche Produkte wie Milch, Käse oder Joghurt führen dazu, dass L-Dopa schlechter aufgenommen wird. Deshalb sollten Sie L-Dopa am besten mit ausreichend Wasser und, wenn Sie etwas dazu essen möchten, mit Gebäck einnehmen. Im Allgemeinen wird bei einer L-Dopa-Gabe ein Zeitabstand von 30 Minuten vor und 90 Minuten nach der Mahlzeit empfohlen.

 
Was ist bei Operationen zu beachten?
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Im Falle einer bevorstehenden Operation sollten Sie unbedingt den behandelnden Arzt über Ihre Erkrankung informieren, damit Sie mit den entsprechenden Medikamenten versorgt werden. Ansonsten könnte die nachfolgende Genesungsphase zur Qual für Sie werden. Das unvermeidliche Liegen nach einer Operation trotz des Bewegungsdranges stellt RLS-Patienten vor eine große Herausforderung.
Nach einer Betäubung am Rückenmark, einer so genannten Spinalanästhesie, kann es vorübergehend zu RLS-Beschwerden kommen. Die Symptome klingen aber meist nach einem Monat komplett ab.
Bei der Deutschen Restless Legs Vereinigung kann ein Informationsblatt „Restless Legs Syndrom – Leitfaden für Anästhesisten“ angefordert werden. Hier erfährt der Anästhesist alles Wichtige zur Narkose und postoperativen Betreuung von RLS-Patienten.

 
Können Medikamente das RLS hervorrufen?
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Einige Medikamente können tatsächlich RLS-Beschwerden verursachen oder auch RLS-Beschwerden verstärken:

  • Metoclopramid (MCP): Dies ist ein häufig eingesetztes Medikament gegen Übelkeit.
  • Neuroleptika: Dabei handelt es sich um Psychopharmaka, die gelegentlich bei Schlafstörungen eingesetzt werden.
  • Bestimmte Antidepressiva: Bei diesen Medikamenten, die zur Behandlung von Depressionen verordnet werden, sollte darauf geachtet werden, dass sie keine gegen Dopamin gerichtete Wirkung aufweisen.
  • Lithium: Wird bei psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt.
  • H2-Blocker: Reduzieren die verstärkte Bildung von Magensäure.
  • Östrogene: Z. B. in Verhütungsmitteln („die Pille“) und in Medikamenten gegen Wechseljahrsbeschwerden.

Wenn Sie ein neues Medikament einnehmen und sich daraufhin die Symptome Ihrer unruhigen Beine verstärken bzw. erstmals auftreten, informieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt. Eventuell ist es möglich, das Medikament zu wechseln.

 
Wie verhält sich das Restless-Legs-Syndrom in der Schwangerschaft?
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In vielen Fällen treten RLS-Beschwerden während der Schwangerschaft das erste Mal auf. Etwa jede vierte Schwangere leidet insbesondere in den letzten drei Monaten vor der Entbindung unter unruhigen Beinen.
Besteht bereits vor der Schwangerschaft ein RLS, kommt es oft zu einer Verstärkung der Beschwerden. Nach der Entbindung klingen die Beschwerden bei vielen Frauen rasch ab, in manchen Fällen können sie aber auch bestehen bleiben. Einige Frauen sind nach der Schwangerschaft jahrelang beschwerdefrei, doch bei einer weiteren Schwangerschaft kommt es dann zu erneuten und nicht selten verstärkten RLS-Beschwerden.
Nach Möglichkeit sollte während der Schwangerschaft auf jegliche Medikamenteneinnahme verzichtet werden. Ein eventueller Eisenmangel muss ausgeglichen werden. Ist eine medikamentöse Behandlung von Schwangeren unausweichlich, empfiehlt sich eine enge Abstimmung zwischen Geburtshelfer und Neurologen. Niemals sollten Medikamente ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden!

 

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