Physikalische Therapien

Die physikalischen Therapien dienen vor allem der Linderung von Schmerzen und anderer
Symptome mit physikalischen Methoden. Dazu zählen: Wärme, Kälte, Luft, Infrarot- und UV-Licht, Elektrizität sowie Wasser. Massagen werden ebenfalls zu den physikalischen Therapien gerechnet, da hier durch Reibung und Druck auf den Körper eingewirkt wird.

Schmerzen können unterschiedliche Ursachen haben, deshalb sollte vor einer Behandlung genau geklärt werden, welche physikalische Therapie angemessen ist.

Kältetherapie

Die Kältetherapie hat zum Ziel besonders bei einem akuten Schub die Entzündung zu reduzieren. Zusätzlich wird durch Kälte auch das Schmerzempfinden geringer. Auf einzelne Körperpartien kann die Kälte durch Eiswasserabreibungen, Eiswasserbeutel, Beutel mit gekühltem Gel (Kryogelbeutel) oder Kaltluft einwirken. Für eine Ganzkörpertherapie werden Kältekammern eingesetzt.

Wärmetherapie

Die Wärmetherapie fördert die Durchblutung, entspannt die Muskeln und regt den Stoffwechsel an. Wärme kann durch Bäder, Fangopackungen, heiße Luft, Infrarotlicht, durch Ultraschall oder elektrisch erzeugt werden. Dabei kann die Wärme gezielt auf einzelne Körperbereiche angewendet oder als Ganzkörperanwendung (Sauna oder Bäder) durchgeführt werden. Leinsamen-, Kartoffel-, oder Kirschkernsäckchen können auch zu Hause genutzt werden, um bestimmte Körperstellen mit Wärme zu behandeln.
Während eines akuten Schubs sollte bei der rheumatoiden Arthritis keine Wärmetherapie eingesetzt werden, da es hier darauf ankommt, dass die akuten Entzündungserscheinungen wie Schwellung, Rötung und Schmerzen, abklingen. Dies wird eher durch Kälte erreicht.

Elektrotherapie

Bei der Elektrotherapie hängt die Wirkung von der Stromfrequenz ab. Sie wird nochmals in Nieder-, Mittel-, oder Hochfrequenztherapie unterschieden.
Hauptsächlich wird sie zur Schmerzlinderung, zur Durchblutungsverbesserung und zur Veränderung der Muskelspannung (Anspannung/Entspannung) eingesetzt. Durch Elektroden auf der Haut kann der Strom in den Körper geleitet werden. Es gibt bei der Niedrigstromtherapie aber auch die Möglichkeit, dass der Patient teilweise oder völlig im Wasser liegt (zum Beispiel bei Stangerbädern), und der Strom durch das Wasser in die Haut geleitet wird.

Massagen

Bei Massagen wird durch Reiben, Kneten, Streichen, Klopfen und Drücken auf den Körper eingewirkt. Sie helfen dabei, Muskeln zu lockern, Blokaden zu lösen und krankhafte Veränderungen in Gelenken und Bindegewebe zu normalisieren. Es gibt zahlreiche Arten von Massagen, die sich in Technik und Ort der Anwendung unterscheiden, unter anderem

  • die klassische Massage, die sich hauptsächlich auf die Muskeln konzentriert.
  • die Bindegewebsmassage, die speziell die Bindegewebsstrukturen dehnen soll.
  • Periostmassagen, bei denen besonders auf die Knochenhaut und dort entstandene Schmerzpunkte eingegangen wird.
  • Lymphdrainagen, bei denen Stauungen der Lymphe wieder in Fluss gebracht und damit schmerzhafte Schwellungen beseitigt werden sollen.

Bei akuten Entzündungen, zum Beispiel Venenentzündungen oder Entzündungen der Haut, bei Erkrankungen mit Fieber oder instabilen Knochenbrüchen sollten Massagen nicht durchgeführt werden.

Welche der oben genannten Therapien im Einzelfall eingesetzt werden kann, um Schmerzen und Beschwerden zu lindern, sollte gemeinsam mit dem Arzt entschieden werden.