Soziale Phobie

Medikamentöse Therapie

Medikamentöse Therapie der Sozialen Phobie
Die Soziale Phobie kann erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden, deren Wirksamkeit in Studien nachgewiesen wurde.

Bei der Sozialen Phobie, wie bei den meisten anderen psychischen Erkrankungen, sind bestimmte Stoffwechselvorgänge im Gehirn verändert. Die Veränderungen können durch viele Faktoren ausgelöst werden, die im einzelnen noch nicht bekannt sind. Meist liegt eine erhöhte Empfindlichkeit einzelner Hirnsysteme zugrunde, die dafür sorgen, dass bestimmte soziale Situationen oder auch Gedanken erheblich gesteigerte und angstvolle Reaktionen auslösen, die sich auch körperlich zeigen. Diese Fehlsteuerungen in den biochemischen Vorgängen können durch bestimmte Medikamente verändert werden, indem die fehlregulierten Stoffwechselvorgänge normalisiert werden.

Es gibt drei Medikamentenklassen, deren Wirksamkeit bei Sozialer Phobie in sorgfältigen Untersuchungen nachgewiesen wurde.

Es handelt sich zum einen um Beruhigungsmittel, die sogenannten Benzodiazepine, häufig auch als Tranquilizer bezeichnet. Benzodiazepine sind relativ sichere Arzneimittel und wirken praktisch sofort. Bei längerfristigem Gebrauch können sie jedoch zur Gewöhnung und Abhängigkeit führen. Deshalb sollten sie - wenn angezeigt - nur kurzfirstig eingesetzt werden.

Zum anderen werden sogenannte Antidepressiva eingesetzt, die sich zunächst in der Behandlung von Depressionen bewährt haben, inzwischen aber auch ihren Stellenwert in der Angstbehandlung erreicht haben. Antidepressiva wirken etwa nach zwei Wochen und haben den grossen Vorteil, dass sie nicht abhängig machen. Antidepressiva werden entsprechend ihrem Wirkmechanismus auf den Hirnstoffwechsel grob in zwei Gruppen unterteilt, in Wiederaufnahmehemmer (z.B. spezifische Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und Abbauhemmer (z.B. reversible MAO-Hemmer). Die Antidepressiva vom Typ der Wiederaufnahmehemmer führen mitunter zu Übelkeit, sexuellen Funktionsstörungen, trockenem Mund und Problemen beim Wasserlassen. Reversible MAO-A-Hemmer sind ebenfalls gut verträgliche Medikamente, die die oben genannten Nebenwirkungen deutlich seltener aufweisen und keine Abhängigkeit hervorrufen.

Die Einnahme von Medikamenten sollte durch übende Verfahren oder aktive Eigenhilfe ergänzt werden. Man kann auf diese Art und Weise sicherstellen, dass der Therapieeffekt auch nach Absetzen der Medikamente erhalten bleibt. Die Medikamente sollten allerdings ausreichend lange eingenommen werden. Ein zu frühes oder eigenmächtiges Absetzen der Medikamente kann den Therapieerfolg gefährden.

 

Was sollte bei der Einnahme der Medikamente unbedingt beachtet werden?

  • Medikamente nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.
  • Medikamente regelmässig und nach Vorschrift einnehmen.
  • Mögliche Beschwerden dem Arzt mitteilen.
  • Medikamente nicht eigenmächtig absetzen oder Dosis ändern.
  • Alle Fragen mit dem Arzt besprechen.