Soziale Phobie

Teufelskreis

Der Teufelskreis bei unbehandelter Sozialer Phobie
Viele Menschen hoffen, dass ihre sozialen Ängste von allein wieder verschwinden. Dies ist allerdings nur selten der Fall. Die Forschung zeigt, dass für viele Betroffene die Ängste zwar zeitweise weniger belastend sind, aber nach diesen Phasen in massiverer Form zurückkehren.

Wenn uns eine Situation Angst macht, erscheint es zunächst nur natürlich, dass wir dies als unangenehm empfinden und versuchen, dieser Situation aus dem Weg zu gehen. Die Situation wird gemieden. Mit der Vermeidung kann aber der Teufelskreis der Angstentwicklung in Gang kommen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Vermeidung auf mehr und mehr Lebensbereiche ausdehnt und den Betroffenen die Möglichkeit entgeht, bestimmte Situationen durch Lerneffekte zu meistern.

Durch das Vermeidungsverhalten wird die Angst zwar kurzfristig vermindert, aber langfristig verstärkt, weil man sich immer weniger zutraut. Das Selbstvertrauen schwindet, die Angst nimmt zu und damit auch die Vermeidung. Die Probleme verschärfen sich. Gleichzeitig nehmen die Lösungsmöglichkeiten ab und die soziale Isolation zu. Dies führt oft zur Depressivität und Depression, was die soziale Isolation verstärkt. Ein Drittel aller über Jahre andauernden Soziale Phobien münden in eine zusätzliche Depressions-Erkrankung. Spätestens jetzt kommen oft Probleme mit dem Partner dazu. In der Verzweiflung wird dann zu vermeintlichen Hilfsmitteln gegriffen. Dazu gehört der Alkohol (bevorzugt Männer) und die Einnahme von Medikamenten, die nicht vom Arzt verordnet wurden. Dies führt nicht selten zu Missbrauch und Abhängigkeit.

Alle diese Probleme zusammen sind so schwerwiegend, dass bei Menschen mit Sozialer Phobie von einer erhöhten Selbstmordgefahr ausgegangen werden muss. Hilfe ist demnach dringend erforderlich und - was zu wenig bekannt ist - möglich.

 

Der Teufelskreis von Angst und Vermeidung:

  • unangemessene Angst in sozialen Situationen
  • verstärktes Vermeidungs-verhalten
  • Hilflosigkeit, Isolation, Partnerprobleme
  • Depressivität und Depression
  • Medikamenten- und Alkoholmissbrauch
  • Selbstmordgedanken
  • Diese Abwärtsspirale droht, wenn die Soziale Phobie nicht behandelt wird.