Chronische Abstoßungsreaktion
Schleichende Entwicklung – medikamentöse Therapie schwierig
Die chronische Abstoßung ist ein Prozess, der sich über Wochen, Monate oder sogar Jahre entwickelt und der bleibende Schäden am Transplantat verursacht. Bisher ist es nicht möglich, den Vorgang mit Medikamenten komplett auszuschalten.
Eine chronische Abstoßungsreaktion kann unmittelbar nach der Transplantation beginnen, aber sie verläuft langsam und im ersten Jahr sind nur selten sichtbare Zeichen einer chronischen Abstoßung zu erkennen. Die Ursache ist unklar. Allerdings kommt es durch die chronische Abstoßung zu bleibenden Schäden (meist Gefäßschäden) am Transplantat, die schließlich einen Funktionsverlust bewirken können.
Wie sich eine chronische Abstoßungsreaktion bemerkbar macht, hängt vom transplantierten Organ ab, obwohl der zugrunde liegende Mechanismus in den meisten Fällen eine Gefäßschädigung sein dürfte. Bei Herztransplantationen kann eine chronische Abstoßungsreaktion zu einem Herzinfarkt führen, bei Lebertransplantaten wird eine Verschlechterung der Leberfunktion und eine Gelbsucht beobachtet. Auch bei Nierentransplantaten kann eine chronische Abstoßungsreaktion eine Funktionsverschlechterung bewirken, was zu Bluthochdruck, zu einer Erhöhung der Nierenwerte im Blut (Serum-Kreatinin) und zu einer Ausscheidung von Protein im Urin führt. Bei Nierentransplantat-empfängern ist die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Abstoßungsreaktion größer, wenn zuvor bereits eine oder mehrere akute Abstoßungsreaktionen abgelaufen sind.
Die medikamentöse Behandlung chronischer Abstoßungsreaktionen ist oft sehr schwierig, weshalb alles unternommen werden sollte, dass es gar nicht erst dazu kommt. Bekannt ist, dass das Risiko einer chronischen Abstoßung niedriger ist, wenn die Patienten alle ihre Medikamente genau nach Anweisung nehmen, Infektionen vermeiden und dafür sorgen, dass sie möglichst gesund und fit bleiben.
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