Wie wirken Immunsuppressiva?

Voraussetzung für einen dauerhaften Transplantationserfolg

Das Immunsystem eines Transplantat-empfängers erkennt, dass mit dem Spenderorgan etwas „Fremdes“ in den Körper gelangt ist. Um zu verhindern, dass die körpereigene Abwehr das neue Organ funktionsunfähig macht und abstößt, sind immunsuppressive Medikamente unabdingbar. Sie unterdrücken Teile des Immunsystems und sorgen so dafür, dass das Spenderorgan normal arbeiten kann.

Eine erfolgreiche Transplantationsmedizin ist erst möglich, seit in den 1960er Jahren Medikamente zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion entwickelt wurden. Seither wurden diese Medikamente ständig weiterentwickelt, verbessert und neue Substanzen in die Therapie eingeführt, so dass den Transplantationsärzten heute sehr gute Möglichkeiten zur Verfügung stehen, der Organabstoßung entgegenzuwirken.

Transplantation

Unterschiedliche Medikamente mit verschiedenen Wirkungen und
Nebenwirkungen
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Jedes Medikament zur Immunsuppression wirkt unterschiedlich und auf einen anderen Teil des Immunsystems. Einige Immunsuppressiva verhindern eine Abstoßung, andere werden eingesetzt, um eine bereits eingetretene Abstoßungsreaktion zu bekämpfen. Die meisten Patienten erhalten eine Kombination verschiedener Immunsuppressiva. Welche Medikamente ein Patient bekommt und in welcher Dosierung, wird sich höchstwahrscheinlich von Zeit zu Zeit ändern.

Immunsuppressiva sind Medikamente, die nicht nur die Abstoßung verhindern, sondern sich leider auch auf andere Bereiche des Körpers auswirken. Zu den Nebenwirkungen, dieser Medikamente gehören unter anderem Nieren- und Lebertoxizität, ein erhöhtes Infektions- und Tumorrisiko, Abnahme der weißen Blutkörperchen (Anämie), erhöhter Blutdruck (Hypertonie) und erhöhte Blutfettwerte, Gewichtszunahme, Magen-Darm-Beschwerden, die Entstehung von Diabetes sowie Tremor (zittrige Hände).

Direkt nach der Transplantation erhalten transplantierte Patienten hohe Dosierungen immunsuppressiver Medikamente, was zu ausgeprägteren Nebenwirkungen führen kann. In den folgenden Wochen und Monaten wird die Dosis der einzelnen Medikamente meist stark verringert, so dass manche der eventuell aufgetretenen Nebenwirkungen entweder verschwinden oder nur noch vermindert auftreten.

 
Medikation nie ohne Arztrücksprache ändern
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Die vom behandelnden Arzt festgelegten Medikamente und deren Dosierung sollten nie eigenmächtig verändert werden, da dies fatale Folgen für das Transplantat haben kann. Wenn man an Nebenwirkungen leidet, sollte man sofort mit den behandelnden Transplantationsärzten darüber sprechen. Man sollte außerdem beachten, dass viele frei verkäufliche Medikamente gegen „banale“ Beschwerden wie Schnupfen oder Kopfschmerzen Wechselwirkungen mit Mitteln gegen Transplantatabstoßung aufweisen und die Wirksamkeit der Immunsuppressiva herabsetzen können. Deshalb sollte nie ein Medikament oder pflanzliches Präparat eingenommen werden, ohne dies vorher mit den betreuenden Transplantationsärzten besprochen zu haben.