Nierentransplantation
Hoffnung für Patienten mit chronischem Nierenversagen

Patienten mit chronischem Nierenversagen können mit Hilfe der Dialyse viele Jahre überleben. Da die „künstliche Niere“ aber nur einen Teil der Aufgaben einer gesunden Niere übernehmen kann, sind viele Dialysepatienten in ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erheblich eingeschränkt.
Fast alle Menschen haben zwei Nieren, die gut geschützt rechts und links neben der Wirbelsäule liegen. Die gesunde Niere ist nicht nur ein effektives Ausscheidungsorgan, das Blut reinigt und filtert. Sie kontrolliert auch die Salz- und Wasserausscheidung, trägt zum Säure-Basen-Gleichgewicht des Blutes bei, produziert Hormone (die z.B. die Bildung roter Blutkörperchen anregen), reguliert den Blutdruck und beeinflusst die Knochenbildung.
Transplantationen
Verschiedene Erkrankungen können dazu führen, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Dazu zählen u.a. entzündliche Nierenerkrankungen, Diabetes, angeborene Zystennieren, bei denen immer mehr funktionstüchtiges Nierengewebe zugrunde geht, aber auch Infektionen, Gifte oder Medikamentenmissbrauch. Alle diese Erkrankungen können zu einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen: Der Körper wird mit giftigen Stoffwechselabbauprodukten überschwemmt, was sich für den Betroffenen durch Leistungsminderung und Schwäche, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bluthochdruck und viele andere unangenehme Symptome bemerkbar macht. Ein totales Nierenversagen erfordert eine künstliche Blutwäsche (Dialyse), mit deren Hilfe überflüssiges Wasser und Toxine aus dem Körper entfernt werden.
Bei vielen Patienten lässt sich das Nierenversagen nicht beheben, sie sind also dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Diese kann aber nur schädliche Stoffwechselprodukte entfernen, nicht jedoch andere Aufgaben der Niere wie z.B. die Hormonbildung übernehmen. Deshalb ist die Leistungsfähigkeit von Dialysepatienten deutlich herabgesetzt – von der Belastung durch die mehrmals wöchentlich notwendige Blutwäsche einmal ganz abgesehen. Die meisten Dialysepatienten hoffen daher auf eine Spenderniere, die ihnen mehr Unabhängigkeit und eine deutlich bessere Lebensqualität bringt. Dank des medizinischen Fortschritts können heute sehr viele chronisch Nierenkranke von einer Transplantation profitieren – auch Menschen über 60.
Vor einer Nierentransplantation sind zahlreiche Untersuchungen und Gespräche notwendig. Der Patient wird in eine Warteliste eingetragen und der internationalen Stiftung Eurotransplant gemeldet, die Spenderorgane vermittelt.
Ist ein passendes Spenderorgan gefunden, wird der Empfänger benachrichtigt und im Transplantationszentrum noch einmal gründlich untersucht. Für die Operation ist eine Vollnarkose erforderlich. Der Chirurg legt im seitlichen Unterbauch einen etwa 20 cm langen Schnitt an und bringt die neue Niere in den Unterbauch ein. Die Spenderniere wird an die Beckengefäße des Empfängers angeschlossen, der Harnleiter mit der Blase des Empfängers verbunden. In den meisten Fällen nimmt die transplantierte Niere noch während der Operation ihre Funktion auf.
Meist werden die nicht mehr funktionstüchtigen Nieren des Patienten im Körper belassen. Die neue Niere wird ins Becken eingepflanzt, weil dies operationstechnisch günstiger ist.
Viele Dialysepatienten müssen jahrelang auf eine Spenderniere warten, weil es zu wenig Organe von verstorbenen Spendern gibt. Da die Niere ein paarig angelegtes Organ ist, besteht jedoch auch die Möglichkeit einer Lebendspende, wenn eine entsprechende Gewebeübereinstimmung vorliegt.
Nierentransplantationen zählen zu den erfolgreichsten Organverpflanzungen. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland insgesamt 2.772 Nieren transplantiert.
Nach den Angaben der „Deutschen Stiftung Organtransplantation“ funktionieren
Insgesamt erleben Empfänger von Lebendspenden seltener Abstoßungsreaktionen, haben eine bessere Transplantatfunktion und das gespendete Organ überlebt länger als eine Niere von Verstorbenen.
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