Deutliche Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse durch NT-proBNP- gesteuerte Herzinsuffizienz-Therapie
Mannheim, 16.04.2012. Roche-Symposium: Bewertung der aktuellen Studienlage und Einfluss auf den Praxisalltag
Am Eröffnungstag des diesjährigen 118. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden stand das Thema „Herzinsuffizienz - Neue Wege im Therapiemonitoring mit NT-proBNP" im Mittelpunkt eines Symposiums der Roche Diagnostics Deutschland GmbH. Die vielversprechenden Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten PROTECT-Studie1 belegen eindrucksvoll den wichtigen Aspekt der Therapiesteuerung mittels NT-proBNP-Messung, die auch Bestandteil der Leitlinien zur Therapie der chronischen Herzinsuffizienz der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ist. Dies beleuchteten die beiden Referenten auf dem Symposium aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Laut Statistischem Bundesamt war die Herzinsuffizienz im Jahr 2006 mit 317.000 Fällen in Deutschland erstmals Spitzenreiter für eine krankheitsbedingte Klinikeinweisung. Für die Diagnose und Prognose der Herzinsuffizienz sind die natriuretischen Peptide BNP und NT-proBNP etablierte Biomarker, wie Professor Dr. med Evangelos Giannitsis, Oberarzt der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg zeigte. Erhöhte Werte weisen auf die Diagnose einer Herzinsuffizienz und auf eine ungünstige Prognose hin. Im Umkehrschluss zeigen abnehmende Konzentrationen von natriuretischem Peptid eine bessere Prognose an. Professor Giannitsis warf die Frage auf, ob die Steuerung einer medikamentösen Therapie durch eine serielle Bestimmung der natriuretischen Peptide zu einer Senkung kardiovaskulärer Ereignisse, insbesondere der Mortalität führen könne. Dies war bislang trotz günstiger Ergebnisse in Meta-Analysen aufgrund inkonsistenter Ergebnisse der einzelnen Studien unklar. Mögliche Ursachen für die inkonsistenten Ergebnisse der einzelnen Studien sind umfangreich und beinhalten den Einschluss von Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz, mit koronarer Herzerkrankung, die unzureichende Definition des Zielwertes für das natriuretische Peptid und den suboptimalen Einsatz von Medikamenten, so Professor Giannitsis.
Die aktuell wichtigste Publikation auf diesem Gebiet stellt die PROTECT-Studie dar. Die PROTECT-Studie zeigte eine deutliche Reduktion von kardiovaskulären Endpunkten durch eine NT-proBNP gestützte medikamentöse Therapie, so Professor Giannitsis. Es konnte anschaulich dargelegt werden, dass die Patienten der NT-proBNP-Gruppe signifikant seltener Angiotensin-Rezeptorblocker und Schleifen-Diuretika, häufiger dagegen Aldosteron-Antagonisten als die Patienten im Kontrollarm einnahmen. Die Studie wurde nach der Hälfte der Studiendauer beendet, da bei der Interimsanalyse der NT-proBNP-gesteuerte Arm signifikant weniger kardiovaskuläre Ereignisse und eine verbesserte LVEF (linksventrikuläre Ejektionsfraktion) aufwies. Weitere Studien werden das Thema nun tiefergehend beleuchten, beispielsweise die in 2012 beginnende Guide-It-Studie (Roche).
Dr. med. Alexander Albrecht, Kardiologische Gemeinschaftspraxis und Herzkatheter-Labor aus Berlin sowie Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen, bewertete das Therapie-Monitoring mit NT-proBNP aus Sicht des niedergelassenen Kardiologen. Für Dr. Albrecht stellt die serielle Bestimmung in der Praxis eine besondere Bedeutung dar, da er so den Krankheitsverlauf eines jeden einzelnen Patienten individuell erfassen und entsprechend die Therapie einleiten bzw. optimieren kann. Anhand von Kasuistiken verdeutlichte Dr. Albrecht, wann die NT-proBNP-Bestimmung vor allem indiziert ist. Er bewertete NT-proBNP als sehr wichtigen, unabhängigen und stabilen Parameter, der in klinisch nicht eindeutigen Fällen den Arzt in der korrekten Diagnosefindung unterstützt. Die Teilnehmer des Symposiums konnten sich durch entsprechende Fallbeispiele einen tiefergehenden Eindruck verschaffen und hieraus Ableitungen für den eigenen Praxisalltag treffen.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2011 beschäftigte Roche weltweit über 80.000 Mitarbeitende und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 42,5 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland fast 14.000 Mitarbeitende, davon über 7.500 in Mannheim. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.roche.com und www.roche.de.
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
1 PROTECT-Studie: Januzzi JL et al, Use of Amino-Terminal Pro-B-Type Natriuretic Peptide to Guide Outpatient Therapy of Patients With Chronic Left Ventricular Systolic Dysfunction; J Am Coll Cardiol 2011;58:1881-9
Weitere Informationen erhalten Sie über:
Roche Diagnostics Deutschland GmbH
Bianca Hermle
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E-Mail: rdg.presse@roche.com

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