Die Therapie mit Vitamin K-Antagonisten muss verbessert werden
Signifikante Unterversorgung von Patienten mit Vorhofflimmern
Mannheim, 10.12.2009. Kürzlich wurde ein Konsensuspapier von einer multidisziplinären, international aufgestellten Expertengruppe, die aus führenden europäischen und amerikanischen Kardiologen, Hämatologen sowie Labor- und Allgemeinärzte besteht, erarbeitet und im "Journal of Thrombosis and Haemostasis" veröffentlicht. Die Experten empfehlen dringend eine Verbesserung der oralen Antikoagulanzientherapie mit Vitamin-K-Antagonisten (VKAs) für Patienten mit Vorhofflimmern (VHF). Sie gehen davon aus, dass die Angst vor schweren Blutungen der Hauptgrund ist für die Unterversorgung, die auf internationaler Ebene festgestellt wurde. Die Expertengruppe hebt die Wichtigkeit einer oralen Antikoagulanzientherapie - besonders zur Prävention von Schlaganfällen - hervor. Sie betont, dass eine Risikoadjustierung durch regelmäßige INR-Bestimmung, z. B. mit dem CoaguChek® XS System, die Mortalität reduziert. Eine intensivierte Kommunikation des Nutzens der Schlaganfallprävention durch orale Antikoagulation bei gleichzeitiger Reduzierung des Blutungsrisikos wird als eine Grundvoraussetzung für die stärkere Beachtung der Leitlinien gesehen.
Durch den steigenden Anteil der älteren Bevölkerung steigt auch die Prävalenz des VHF. Über 6 Millionen Europäer leiden unter paroxysmalem oder persistierendem VHF und haben dadurch ein höheres Schlaganfallrisiko und eine erhöhte Mortalität. Eine Antikoagulanzientherapie reduziert das Schlaganfallrisiko dieser Patienten signifikant (1). Gemäß bestehender internationaler Leitlinien, wie zum Beispiel der gemeinsamen Leitlinien des „American College of Cardiology (ACC)", der "American Heart Association (AHA)" und der "European Society of Cardiology (ESC)" (2), sollten 60 bis 70% der VHF Patienten mit VKAs behandelt werden. Es konnte gezeigt werden, dass der Nutzen einer risikoadjustierten oralen Antikoagulanzientherapie mit VKAs das Blutungsrisiko von VHF Patienten überwiegt. Allerdings besteht nach wie vor eine deutliche Unterversorgung mit dieser Therapie, hauptsächlich aufgrund der Unterschätzung des Schlaganfallrisikos und der Überschätzung des Blutungsrisikos während einer Antikoagulanzientherapie. "Ärzte sollten zunächst das Schlaganfallrisiko und das Blutungsrisiko eines Patienten untersuchen. Danach sollten Risiken und Nutzen abgewägt werden", sagt Marcel Levi, Vorsitzender der "International Self-Monitoring Association for oral Anticoagulation (ISMAA)".
In ihrem Konsensuspapier betont die Expertengruppe die Wichtigkeit von international gültigen Leitlinien, die eine wertvolle Anleitung für das Management der oralen Antikoagulanzientherapie bei Patienten mit Vorhofflimmern darstellen (3). Da unterantikoagulierte Patienten mit Vorhofflimmern - im Vergleich zu Patienten im therapeutischen INR-Bereich - ein deutlich höheres Schlaganfallrisiko haben, ist eine engmaschige Kontrolle des INR-Wertes von hoher Bedeutung.
Der Einsatz des CoaguChek® XS Systems zum Gerinnungs-Selbstmanagement kann das Komplikationsrisiko und die Mortalität reduzieren
Mit dem CoaguChek® XS System erlangen die Patienten aufgrund der Möglichkeit der engmaschigen Kontrolle ihrer Gerinnungswerte die gewünschte Unabhängigkeit und Sicherheit. Dies wiederum bedeutet eine höhere Therapie- und Lebensqualität. Durch das Gerinnungs-Selbstmanagement (GSM) nimmt die Anzahl der INR-Werte, die im therapeutischen Bereich liegen, zu. Dies führt zu einer signifikanten Reduktion von thromboembolischen Ereignissen um 55%, der Mortalität um 39% und von schwerwiegenden Blutungen um 35% (4). Somit erhöht sich durch das GSM die Therapiequalität und das Risiko für die Bildung von Gerinnseln und Blutungskomplikationen wird reduziert.
Dementsprechend empfehlen die Leitlinien für die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern entweder das Gerinnungs-Selbstmanagement oder die Selbstkontrolle durch den Patienten. Eine zuverlässige INR-Kontrolle durch das Gerinnungs-Selbstmanagement mit einem Point-of-Care Messsystem wie dem CoaguChek® XS System unterstützt die Verbesserung der Werte für eine zunehmende Anzahl von Patienten mit Vorhofflimmern.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2008 beschäftigte Roche weltweit über 80.000 Mitarbeitende und investierte fast 9 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 45,6 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland über 13.000 Mitarbeitende. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.roche.com und www.roche.de.
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Referenzen:
(1) Hart RG et al. Meta-analysis: antithrombotic therapy to prevent stroke in patients who have nonvalvular atrial fibrillation. Ann Intern Med. 2007; 146 (12): 857-867
(2) Fuster V et al. American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Practice Guidelines; European Society of Cardiology Committee for Practice Guidelines; European Heart Rhythm Association; Heart Rhythm Society. ACC/AHA/ESC 2006 Guidelines for the management of patients with atrial fibrillation. Circulation. 2006; 114 (7): e257-354.
(3) Levi M et al. Improving antithrombotic management in patients with atrial fibrillation: current status and perspectives. Semin Thromb Hemost 2009;35:527-542.
(4) Heneghan C et al. Self-monitoring of oral anticoagulation: a systematic review and meta-analysis. Lancet 2006; 367: 4004-411.
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