Lokal fortgeschrittenes Rektumkarzinom. Capecitabin ersetzt 5-FU als neuer Standard in der perioperativen Therapie.

Köln, 17. Juni 2011. Capecitabin (Xeloda) kann das infusionale Fluoropyrimidin 5-FU in der (neo-)adjuvanten Therapie des lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinoms ersetzen. Das zeigen die Langzeitdaten einer Phase-III-Studie, in der sich die Capecitabin-haltige Strahlen-Chemotherapie (CRT) gegenüber der bisherigen Standardtherapie mit 5-FU als mindestens äquivalent erwiesen hat [1]. Patienten, die eine Therapie mit Capecitabin erhalten hatten, zeigten ein signifikant verbessertes krankheitsfreies Überleben sowie einen Trend zum längeren Gesamtüberleben.

Die randomisierte und stratifizierte Phase-III-Studie war auf Nicht-Unterlegenheit ausgelegt und schloss Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom (LARC) im UICC-Stadium II oder III ein. Die Patienten wurden adjuvant (Stratum I) oder neo-adjuvant (Stratum II) mit einer Capecitabin-oder 5-FU-haltigen CRT behandelt. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Endpunkte waren das krankheitsfreie Überleben (DFS) und das Sicherheitsprofil.

Von 401 randomisierten Patienten konnten 392 ausgewertet werden. Die jetzt vorgestellte finale Analyse, nach einem medianen Follow-up von 52 Monaten, zeigt in beiden Studienarmen eine vergleichbare lokale Rezidivrate (Capecitabin 6 % vs. 5-FU 7 %;p = 0,665). Patienten unter der oralen Capecitabin-Chemotherapie entwickelten aber signifikant seltener Fernmetastasen (18,8 % vs. 27,7 %; p = 0,037). Dies schlug sich nach drei Jahren auch in einer signifikant höheren DFS-Rate im Capecitabin-Arm nieder (75,2 % vs. 66,6 % im 5-FU-Arm; p = 0,034). Beim 5-Jahres- Gesamtüberleben erwiesen sich beide Regime als gleichwertig (Capecitabin 75,7 % vs. 5-FU 66,6 %; p = 0,0004 für die Nicht-Unterlegenheit) mit einem starken Trend zur Überlegenheit der Capecitabin-haltigen Therapie (p = 0,053). Capecitabin-Patienten, die ein HFS entwickelten, erreichten signifikant höhere 3-Jahres-DFS-Raten (83,2 %) und 5-Jahres-OS-Raten (91,4 %) als Patienten ohne HFS (p = 0,004 für DFS; p < 0,0001 für OS).

Ein Hand-Fuß-Syndrom (HFS) (31 % vs. 2 %; p < 0,001), Fatigue, Diarrhoe und Proktitis traten häufiger im Capecitabin-Arm auf, Leukopenie (25 % vs. 35 %; p = 0,047) und Alopezie wurden signifikant häufiger unter 5-FU beobachtet.

Quellen:
1 Hofheinz R et al., J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr 3504)

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