Roche in Deutschland mit starkem Wachstum

Frankfurt, 18. Oktober 2012

  • Gesamtverkäufe (Verkäufe an Dritte und Roche-Gesellschaften) der ersten neun Monate in Deutschland sind im Vorjahresvergleich um 3,9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gestiegen.
  • Pharma zurück zu Wachstum: +5,5 Prozent, Marktführerschaft in der Onkologie bestätigt.
  • Die Medikamente Vemurafenib (Zelboraf®) bei schwarzem Hautkrebs und Bevacizumab (Avastin®) bei Eierstockkrebs erfolgreich eingeführt.
  • Marktführerschaft in der In-vitro-Diagnostik weiter behauptet. Das größte Geschäftsfeld Professional Diagnostics entwickelte sich im Bereich Immunologie und Klinische Chemie über dem Markt. Basis für dieses Ergebnis ist die Steigerung der Anzahl installierter Systeme im deutschen Markt.
  • Innovation aus Deutschland zur Diagnose und Therapie von Alzheimer: Entwicklung von neuen immunologischen Tests und des Antikörpers Gantenerumab.
  • Zwangsrabatt auf innovative Arzneimittel wirtschaftlich nicht gerechtfertigt.

Der Gesamtumsatz von Roche in Deutschland konnte in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 3,9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Dazu trugen das Drittgeschäft Pharma1 mit 1.026 Millionen Euro (+5,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum) und das Drittgeschäft Diagnostics mit 782 Millionen Euro (-5,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum) sowie das Konzerngeschäft mit 2,083 Milliarden Euro (+7,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum) bei. Die Gesamtinvestitionen an allen drei großen Standorten - Mannheim, Penzberg und Grenzach - betrugen für dieses Jahr 163 Millionen Euro. Die Zahlen belegen die Leistungsfähigkeit der deutschen Roche-Standorte im Konzern. Die Mitarbeiterzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 300 erhöht. Damit beschäftigt Roche in Deutschland rund 14.300 Mitarbeitende.

Pharma

Pharma-Wachstum von 5,5 Prozent als klares Signal für steigenden Bedarf an innovativen Medikamenten
Roche wächst mit seinem Produktportfolio in jenen Krankheitsgebieten, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Die steigende Nachfrage in diesem Segment macht das dynamische Wachstum von 5,5 Prozent (YTD 09/2012) aus.
Dieses wird von drei Geschäftsbereichen getragen, davon wichtigster ist mit rund 70 Prozent die Onkologie/Hämatologie mit einem Wachstum von etwa zwölf Prozent. Zu dieser Entwicklung haben 2012 insbesondere zwei Neueinführung beigetragen, Vemurafenib (Zelboraf®) zur Behandlung des schwarzen Hautkrebs und Bevacizumab (Avastin®) zur Behandlung von Eierstockkrebs. In beiden Krankheitsgebieten gab es seit über zwei Jahrzehnten keinen therapeutischen Fortschritt. Die Rheumatologie hat einen Anteil von knapp zehn Prozent am Gesamtgeschäft und ist im Betrachtungszeitraum YTD 09/2012 rund zwölf Prozent gewachsen. Auch die Virologie hat sich mit knapp 40 Prozent Wachstum erfreulich entwickelt und nimmt einen sechsprozentigen Anteil am Gesamtgeschäft ein. Damit festigt Roche seine Marktposition besonders in Spezialisten-Segmenten und bestätigt die Marktführerschaft in Onkologie (36,4 Prozent Marktanteil) sowie im Krankenhaus-Markt (16,5 Prozent Marktanteil). Roche wächst somit auch stärker als der deutsche Pharmamarkt (3,3 Prozent, YTD 08/2012).

Neueinführungen 2013: Deutliche Verbesserung von Therapiestandards als Strategie
Nachdem 2012 ein neuer Therapiestandard sowohl beim malignen Melanom (Wirkstoff Vemurafenib, Zelboraf ®) als auch in der neuen Indikation Eierstockkrebs für Bevacizumab (Avastin®) etabliert wurde, werden für 2013 drei neue Wirkstoffe, sechs neue Indikationen für bereits bestehende Produkte und drei neue Darreichungsformen erwartet. Die neuen Wirkstoffe Pertuzumab (Perjeta®) und T-DM1 (Kadcyla®) sind für die Behandlung des HER2-positiven Brustkrebs vorgesehen, Vismodegib (Erivedge®) für den Bereich weißer Hautkrebs. Drei neue Darreichungsformen mit patientenrelevantem Nutzen wird es 2013 für ein Brustkrebsmedikament (Trastuzumab, Herceptin®), ein Blutkrebsmedikament (Rituximab, MabThera®) und ein Rheumamedikament (Tocilizumab, RoActemra®) geben: Eine subkutane Injektion von wenigen Minuten ersetzt künftig eine mehrstündige Infusion2.

Zwangsrabatt auf innovative Arzneimittel wirtschaftlich nicht gerechtfertigt
Das innovative Produktportfolio von Roche ist durch den gesetzlichen Zwangsrabatt mit rund 180 Millionen Euro pro Jahr bis 2013 disproportional belastet. Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG: „Dank der darunterliegenden, konstanten Nachfrage nach innovativen Arzneimitteln konnten wir den umsatzdämpfenden Effekt aber zum Teil abfedern - und sind nun auf dem Weg, 2012/2013 das Umsatzniveau von 2009/2010 wieder zu erreichen." Durch den Bundestag im Juni 2010 beschlossen, sollte der Zwangsrabatt das drohende Defizit der Krankenkassen abfedern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 11. Oktober 2012 verfügt die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) derzeit allerdings über einen Überschuss von mehr als 20 Milliarden Euro3. Pfundner: „Es ist verwunderlich, dass am Zwangsrabatt festgehalten wird. Diese Maßnahme ist wirtschaftlich nicht vertretbar."

Diagnostics

Marktführerschaft in der In-vitro-Diagnostik behauptet
Mit einem Anteil von 32 Prozent ist Roche Diagnostics Deutschland in der In-vitro-Diagnostik weiterhin Marktführer in Deutschland. Roche konnte Umsatzsteigerungen, insbesondere in den Bereichen Molecular Diagnostics (vor allem MRSA-Test) und Tissue Diagnostics (vor allem digitale Pathologie) verzeichnen. Das größte Geschäftsfeld Professional Diagnostics entwickelte sich im Bereich Immunologie und Klinische Chemie über dem Markt. Basis für dieses Ergebnis ist die Steigerung der Anzahl installierter Systeme im deutschen Markt. In Laboratorien von Krankenhäusern und niedergelassenen Praxen sowie in Laborgemeinschaften und Privatlaboren stehen derzeit rund 3.300 Gerätemodule zur Verfügung, auf denen die immunologischen Elecsys-Tests sowie die Tests der klinischen Chemie durchgeführt werden können. „Roche Diagnostics trägt mit einem einzigartigen und umfassenden Portfolio aus hochwertigen Tests und erweiterten Plattformen weltweit zur Verbesserung der Effizienz in diagnostischen Laboren bei. In der Entdeckung neuer Biomarker und deren klinischer Validierung sind wir führend", sagt Thomas Schmid, Sprecher der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH. Zu den Herausforderungen im deutschen Markt zählen derzeit der massive Kostendruck im Gesundheitswesen, eine verschärfte Wettbewerbssituation durch Anbieter von Billigprodukten im Diabetes-Umfeld sowie globale Anpassungen im Produktportfolio des Geschäftsbereiches Applied Science, der Produkte für die Forschung bereitstellt.

Gerinnungsdiagnostik: Akquisition von Verum Diagnostica GmbH und Kooperation mit Technoclone
Im Dezember 2011 hat Roche die Verum Diagnostica GmbH mit Sitz in München übernommen. Diese Akquisition ist Teil der Strategie von Roche zur Neuausrichtung im Gerinnungsmarkt. Mit der Expertise von Verum Diagnostica auf dem Gebiet der Thrombozytendiagnostik kann Roche ein umfassendes Portfolio anbieten, das von Anwendungen zur Gerinnungsselbstkontrolle bis zu hocheffizienten Lösungen für klinische und kommerzielle Labore reicht. Das Multiplate®-System ermöglicht eine schnelle und sensitive Analyse der Thrombozytenfunktion, die Ärzten Auskunft darüber gibt, auf welche thrombozytenhemmende Medikation ein Patient nach einem Herzinfarkt oder einer Stent-Implantation am besten anspricht. Außerdem lassen sich Blutungskomplikationen während und nach chirurgischen Eingriffen besser behandeln.
In einer strategischen Kooperation mit Technoclone, Wien, entwickeln Roche und Technoclone gemeinsam ein umfangreiches Angebot an Gerinnungsreagenzien. Diese sind Teil des Parametermenüs für die beiden neuen Analysesysteme cobas t 411 und cobas t 611, die Roche Anfang 2013 einführen wird. Die Systeme entsprechen den Anforderungen des modernen Gerinnungslabors von niedrigem bis hohem Durchsatz und werden ab 2014 um drei weitere cobas t-Gerinnungssysteme ergänzt, die auch den Bedarf nach höchstem Probendurchsatz und sehr komplexen Laboranforderungen abdecken.

Diabetes Care investiert in strategische Neuausrichtung „Personalized Diabetes Management"
Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Diabetes mellitus. Gleichzeitig sind sowohl die finanziellen als auch die personellen Ressourcen im Gesundheitssystem limitiert. Darüber hinaus drängen im Bereich der Blutzuckermesssysteme neue Anbieter mit Billig-Produkten auf den Markt, womit auch ein erhöhter Preisdruck verbunden ist. In diesem Umfeld positioniert sich Roche Diagnostics als Qualitäts- und Innovationsführer: Im Januar 2013 wird das innovative Accu-Chek Mobile in weiterentwickelter Form als Teil der Personalized Diabetes Management Strategie von Roche auf den Markt kommen. Schon heute bietet Roche als einziger Hersteller Lösungen für den gesamten Prozess der Diabetes-Versorgung an - von der Schulung des Patienten über die strukturierte Messung und Datenauswertung bis hin zur Umsetzung der Therapie im Alltag: Blutzuckermessgeräte, Auswertungs- und Analysesoftware sowie Insulinpumpen oder Messgeräte mit Bolusrechnern.

Roche in Deutschland treibt personalisierte Medizin voran: Markerprotein und Wirkstoff zur Alzheimer-Diagnostik und -Therapie in der Entwicklung
Allein in Deutschland leben etwa 1,1 Millionen Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung. Bis jetzt ist die Krankheit nicht heilbar, eine Früherkennung und Therapie trägt aber signifikant zu einer Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen bei. Mit Gantenerumab hat Roche einen humanen monoklonalen Antikörper IgG1 in der klinischen Entwicklung, der in Penzberg und Basel entwickelt und produziert wird. Daten aus einer Phase-I-Studie zeigten, dass Gantenerumab die Beta-Amyloid (Aβ)-Plaques im Gehirn von Patienten mit Alzheimer-Erkrankung reduzierte. Der Wirkstoff befindet sich derzeit in einer Phase II/III-Studie.
Beta-Amyloid-Plaques finden sich in hoher Konzentration im Gehirn von Patienten mit Alzheimer-Erkrankung und man geht davon aus, dass sie ursächlich mit der Entstehung der Erkrankung verbunden sind. Da sich diese Plaques über Jahrzehnte vor Auftreten der ersten Symptome ansammeln, verfolgt Roche den Ansatz, früh mit der Behandlung zu beginnen, um irreversible klinische Manifestationen einer Alzheimer-Erkrankung zu verhindern. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend. In diesem Zusammenhang entwickelt Roche derzeit auch diagnostische Begleittests, mit denen zwei Proteine (Tau und Beta-Amyloid) in der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) der betroffenen Patienten identifiziert werden können, die als Marker auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung etwa fünf bis zehn Jahre vor Auftreten der ersten Symptome hinweisen. Die Tests basieren auf der bewährten Elecsys-Technologie.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2011 beschäftigte Roche weltweit über 80.000 Mitarbeitende und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 42,5 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung.
Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland an seinen drei größten Standorten Mannheim, Grenzach und Penzberg rund 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.roche.com und www.roche.de.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Weitere Informationen erhalten Sie über:

Roche Diagnostics GmbH
Dr. Monika Mölders
Leiterin Kommunikation Mannheim
Sandhofer Straße 116
68305 Mannheim
Telefon +49-621-759 8743
E-Mail: monika.moelders@roche.com
Roche Pharma AG
Nicole Gorfer
Leiterin Unternehmenskommunikation
Emil-Barell-Str. 1
79639 Grenzach-Wyhlen
Telefon +49-7624 144000
E-Mail: nicole.gorfer@roche.com

 

Fußnoten:

  1. Pharma-Drittgeschäft der Roche Diagnostics GmbH und der Roche Pharma AG
  2. Indikationen in erwarteten Zulassungen genannt
  3. 11. Oktober 2012: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/10/PD12_354_71135.html

 

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