Auf den Spuren eines Coronatests

„Das Unmögliche möglich machen.“

In Zeiten einer globalen Pandemie sind diagnostische Tests zum schnellen Nachweis des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 für die Bekämpfung der Krankheit von entscheidender Bedeutung. Dementsprechend hoch ist die weltweite Nachfrage. Roche ist bestrebt, auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Diagnostika sicherzustellen. Doch wie entsteht eigentlich ein diagnostischer Test? Eine Spurensuche in Penzberg und Mannheim zwischen Homeoffice-Büros und Produktionsbedingungen am Limit.

Bettina Merkle am PC
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Was aussieht wie ein ganz normaler Schreibtisch, ist aktuell Schaltzentrale für die wohl wichtigste Shoppingtour in Zeiten von Corona: Bettina Merkle verantwortet den Direkten Einkauf für die Penzberger Diagnostik-Produktion und ist mit ihrem Team für die Beschaffung von rund 800 verschiedenen Zukaufsmaterialien verantwortlich. Die größte Herausforderung: Die Riesenmengen!

Maximilian Nitsch am PC
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Ebenfalls aus dem Homeoffice stellt Maximilian Nitsch, Gruppenleiter in der Produktions­planung, mit seinem Team die Weichen für die Test-Produktion. Die Anforderungen ändern sich von Tag zu Tag, manchmal von Stunde zu Stunde. Damit auch weiterhin Millionen von Menschen eine Diagnose bekommen, arbeitet Maximilian mit seinem Team auf Hochtouren: „Wir versuchen alles, um immer mehr Kits rauszubekommen!”. Produktion am absoluten Limit.

Reagenzien-Produktion
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In der Produktion am Roche-Standort Penzberg geht die Reise weiter – genauer gesagt in der organischen Chemie. „Hier entsteht das Herzstück aller automatisierten molekularbiologischen Tests von Roche: ein winziger mit Glas beschichteter Eisenoxid-Kern”, enthüllt Luca Schweighauser, Gruppenleiter in der organischen Chemie, und spricht von den magnetischen Glaspartikeln (MGPs).

Enzymproduktion
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Nächster Ort des Geschehens: die Enzym­produktion. In den funkelnden Hochglanz-Kesseln entstehen Einsatzstoffe für die Corona-Diagnostik. So auch das Enzym Aptataq für die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) des Testkits. Dabei handelt es sich quasi um einen Kopierer für Virus-Erbgut. In 100-Liter Ansätzen gedeihen Kolibakterien. Die kleinen Enzym-Fabriken produzieren die sogenannte Taq-Polymerase, das Grundenzym für die Testreagenzien. Am Ende der Arbeit des Bereichs steht eine Literflasche mit kostbarem Inhalt: Die Enzyme für mehrere Millionen PCR-Reaktionen.

Manufacturing
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Im Bereich Manufacturing wird nun sozusagen alles „zusammengerührt”: Aus den aufwändig produzierten Zutaten entstehen die finalen Test-Bestandteile. Sie werden in kleine Röhrchen und Fläschchen abgefüllt, mit Etiketten versehen und in Pappschachteln verpackt. Damit so viele Tests wie möglich produziert werden können, wird fast rund um die Uhr im Schichtbetrieb gearbeitet. Roboter unterstützen zudem bei der Verpackung.

Qualitätskontrolle
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Das 16-köpfige Team der Qualitätskontrolle stellt schließlich sicher, dass alles, was in Penzberg produziert und verpackt wird, garantiert einwandfrei ist. Die Mehrbelastung durch Corona spüren sie hier deutlich, die Krise habe aber auch etwas Positives: „Wir geben die Chargen gerade in Rekordzeit frei. Eine solche Beschleunigung ist nur dank durchgehendem Fokus und Priorisieren möglich“, sagt Sebastian Klaus, Gruppenleiter in der Qualitätskontrolle.

Lager
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Die Testkits sind bereit für ihre Reise zum Patienten. Vom Mannheimer Standort aus werden die Tests auf das Coronavirus in alle Welt versandt.

Labor
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Der Test ist fertig und bereit zum Einsatz. Bühne frei für den Vertrieb. Die Mitarbeitenden in Marketing und Außendienst vertreiben den Coronavirus-Test an Kunden im Krankenhaus und Privatlabor, denn ausschließlich in diesen Fachlaboren können die Tests auf entsprechenden Geräten durchgeführt werden.

Vor ein paar Wochen war für viele undenkbar das zu stemmen, was sie jetzt gerade schaffen. Die Produktionsbereiche machen trotz - oder vielleicht gerade wegen – Corona das Unmögliche möglich.

Durch die hohe weltweite Nachfrage nach Corona-Tests in den vergangenen Wochen ist der Bedarf immens gestiegen. Erfolgsrezept des Einkaufsteams: Viel Geduld, Verhandlungsgeschick im Gespräch mit den Lieferanten und starke Nerven: „Unser Job ist jetzt oft, das Unmögliche möglich zu machen”, sagt Bettina.

„Penzberg hat eine zentrale Rolle in der Diagnostik. Wenn wir nicht liefern, können viele Patienten nicht mehr getestet werden”, sagt Maximilian und meint damit auch die Produktion des Hochdurchsatz-Tests auf das Coronavirus, der am Roche-Standort in Branchburg, USA hergestellt wird. Hierfür liefert Penzberg aktuell einige der Einsatzstoffe.

Die MGPs übergibt das Team an die Reagenzien-Produktion oder schickt sie zur Weiterverarbeitung nach Branchburg, USA. Die Glaspartikel sind der zentrale Einsatzstoff in allen Reagenzien für die Probenaufbereitung bei molekularbiologischen Tests.

„Bei uns fängt alles mit einem Bakterienschlamm an. Dass daraus einmal fertige Testkits entstehen, sauber aufgeräumt in einer Pappschachtel, ist schwer vorstellbar”, sagt Heiko Walch, Gruppenleiter in der Extraktion und Aufreinigung der Enzyme. Vorher müssen sie aber den Bakterienschlamm aufwändig weiterverarbeiten.

„Es ist herausragend, wie alle Abteilungen an einem Strang ziehen. Mit der Lieferung unserer Produkte, vor allem den dringend benötigten Diagnostika für das Coronavirus, können wir hier einen echten und spürbaren Beitrag zur Bekämpfung dieser Pandemie leisten”, beschreibt Wolfgang Rees, Head of Distribution & Logistics Mannheim, den Beitrag seiner Organisation mit Stolz.

Und so funktioniert‘s: Der behandelnde Arzt nimmt einen Abstrich der Rachenschleimhaut und sendet diesen an ein Labor. Dort wird untersucht, ob Viruserbgut in der Patientenprobe nachgewiesen werden kann und somit ob eine akute Infektion vorliegt. Nach etwa drei Stunden gibt es ein erstes Ergebnis auf dessen Basis der Arzt fundierte Entscheidungen zur weiteren Behandlung treffen kann.

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