Mein Kollege, der Roboter

Roboter spielen auch bei Roche eine immer größere Rolle: In der Produktion, aber auch in Bereichen, in denen Automatisierung oft schwierig ist - zum Beispiel im Labor. Wie kommen die Roboter-Kollegen bei den Mitarbeitenden an? Wie klappt die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine? Und können Roboter zu lieb gewonnen Kollegen werden?

Vorsichtig schwebt der weiße Plastikarm über den Tisch. Über einem Gefäß mit einer roten Flüssigkeit macht er Halt. Mit einer Pipette nimmt er etwas Flüssigkeit auf und gleitet dann sanft zurück. Nächste Station: Eine kleine schwarze Plastikflasche. Dort wird die Flüssigkeit eingefüllt. Ganz vorsichtig und ohne zu tropfen. Perfekt!

Cobot

Hinter dem weißen Plastikarm verbirgt sich ein so genannter Cobot – ein kollaborativer Roboter. Seine Besonderheit: Er kann unter bestimmten Bedingungen direkt mit „echten“ Mitarbeitern zusammenarbeiten. Mensch und Maschine als Dreamteam! Möglich macht das unter anderem das Technical Innovation Team bei Roche in Penzberg. Wer hier zu Besuch ist, fühlt sich wie bei Daniel Düsentrieb: Eine kleine Werkstatt randvoll mit Technik, Werkzeugen, ringsherum Computern und mitten drin der Cobot, der hier seine Grundausbildung durchläuft.

Rundum-Sorglos-Roboter-Angebot

Roboter erobern immer mehr die Roche-Welt. „Unser Ziel ist es, dem Cobot alle wichtigen Grundoperationen in einem Labor beizubringen“, erklärt Rüdiger Bauer aus dem Penzberger Innovations-Team. Mit seinen Händen - oder besser: Greifern - kann der Cobot schon jetzt nicht nur pipettieren, sondern auch Laborgeräte wie eine Waage oder ein pH-Meter bedienen. Er kann Gegenstände erkennen, Zahlen, Text und Barcodes ablesen. In Zukunft sollen Labor-Mitarbeitende ganz individuell bestimmen können, wobei und wie der Cobot sie unterstützt. Multipurpose-Robotik nennen die Experten das. „Ein Rundum-Sorglos-Roboter-Angebot“, sagt Rüdiger Bauer.

Präzision at its best:
So sieht es aus, wenn ein Cobot eine Flasche verschließt.

In der Diagnostik-Produktion hat bereits ein Cobot-Kollege ein neues Zuhause gefunden: „Panda“ soll einfache Etikettieraufgaben übernehmen oder beim Verpacken helfen. „Pandas großer Vorteil ist, dass er relativ leicht zu trainieren ist“, erklärt Hauptabteilungsleiter Thilo Henckel. Gerade lernt Panda, wie er kleine Fläschchen greifen und in einen Karton stecken kann. Mitarbeiter Thomas Panholzer umfasst den weißen Panda-Arm und führt ihm die neue Bewegung vor: Flasche greifen, Arm nach rechts, Flasche loslassen. Fertig. Nach ein bisschen Übung hantiert Panda so routiniert, als hätte er nie etwas Anderes gemacht. „Wir sind richtig stolz, was Panda schon alles kann“, sagt Panholzer. Der Cobot ist bei den Mitarbeitenden zum geschätzten Kollegen geworden, denn er bedeutet für sie körperliche Entlastung und mehr Zeit für andere Aufgaben.

Chatbots

Roboter als Kollegen findet man bei Roche aber nicht nur in Labor und Produktion, sie unterstützen auch immer häufiger Mitarbeiter in verschiedenen Service-Bereichen. Chatbots heißen die Dialogsysteme, mit denen per Text- oder Spracheingabe kommuniziert werden kann. „Wir vergleichen Chatbots oft mit einem Hotel-Concierge: Der ist der erste Kontakt des Hotelbesuchers, kommuniziert mit dem Gast und kann ihn beraten“, erklärt Manuel Herzog, der bei Roche der globale Berater für das Thema Chatbots ist. Mitarbeitende bei Roche, die Probleme mit einem Dienstrad haben, können sich zum Beispiel an den Fahrrad Bot wenden.

Barracuda

Zurück ins Labor. Genauer: In die Pharma-Forschung. Hier unterstützt das Robotersystem BARRACUDA seit einigen Monaten die Mitarbeitenden in der Protein-Analytik und Aufreinigung. Wer eine Analyse starten will, „füttert“ BARRACUDA mit den Proben, der Rest läuft vollautomatisch. Schon bald soll BARRACUDA seine menschlichen Kolleginnen und Kollegen auch bei der Dokumentation entlasten. Und nicht nur das: „Alle Daten zu den Molekülen, die wir untersuchen, zieht BARRACUDA sich aus einer Datenbank und spielt die Ergebnisse der Analysen auch wieder dahin zurück“, erklärt Alexander Knaupp, der das Automatisierungs-Projekt leitet. 

Gelebte Praxis

„Der Roboter ermöglicht nicht nur einen höheren oder schnelleren Probendurchsatz, sondern auch eine präzisere Labor-Arbeit. Und wir haben endlich wieder Zeit für echte Forschung.“ Alexander Knaupp, Projektleiter BARRACUDA

Damit bald noch mehr Mitarbeitende vom Roboter-Support profitieren können, arbeitet Rüdiger Bauer mit seinem Innovations-Team auf Hochtouren daran, Cobots für den unkomplizierten Einsatz im Labor zu optimieren. „Ich möchte, dass es gelebte Praxis wird, sich im Arbeitsalltag von Robotern helfen zu lassen“, erklärt Bauer.

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