Präeklampsie Test

Präeklampsie ist eine Krankheit, die bei zwei bis drei Prozent aller Schwangerschaften auftritt. Sie ist die Hauptursache von Krankheit und Tod in der Schwangerschaft – sowohl bei der werdenden Mutter als auch beim ungeborenen Kind.

Präeklampsie: Schwere Schwangerschaftskomplikation frühzeitig erkennen

Nur 700 Gramm wog Julia S. Töchterchen, als es zur Welt kam. Mit einem Notkaiserschnitt mussten die Ärzte das schwer kranke Baby viel zu früh zur Welt bringen. Wochenlang wurde es dann über Schläuche und Maschinen versorgt. Präeklampsie war die erschütternde Diagnose, die Ärzte Julia S. und ihrem Baby damals stellten.

Präeklampsie ist eine Krankheit, die bei zwei bis drei Prozent aller Schwangerschaften auftritt. Sie ist die Hauptursache von Krankheit und Tod in der Schwangerschaft – sowohl bei der werdenden Mutter als auch beim ungeborenen Kind. Bemerkbar macht sich die Erkrankung mit Unwohlsein, Augenflimmern und Kopfschmerzen, Wasser lagert sich im Gewebe ein, der Blutdruck steigt; in schweren Fällen drohen Nieren und Leber zu versagen. Besonders gefürchtet sind Krampfanfälle, die für Mutter und Kind tödlich enden können.

Labortests erkennen Präeklampsie zuverlässig

Wichtige Hinweise auf eine Präeklampsie geben ein hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin. Sie können die Diagnose stützen, erlauben es jedoch oft nicht, eine Präeklampsie von anderen, vergleichsweise harmlosen Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft abzugrenzen.

2009 hat Roche zwei Labortests auf den Markt gebracht, die eine Präeklampsie an Blutwerten erkennen können, unter Umständen schon lange bevor sie sich mit den ersten klinischen Anzeichen bemerkbar macht. Dazu wird die Konzentration zweier Proteine im Blut der Mutter bestimmt und ins Verhältnis gesetzt: „PIGF“ (Placental Growth Factor) und „sFlt-1“ (soluble Fms-like tyrosine kinase 1). Sie werden von der Plazenta gebildet, um dort die Bildung der Blutgefäße zu steuern. Bei Frauen, die an Präeklampsie erkrankt sind, ist der PIGF-Wert erniedrigt und der sFlt-1-Wert oft drastisch erhöht. Mithilfe des Quotienten aus beiden Werten lässt sich eine Präeklampsie von anderen Erkrankungen, die in der Schwangerschaft auftreten können, unterscheiden.

Neben der Diagnose ist auch eine Vorhersage möglich

Bluttests können die lebensbedrohliche Präeklampsie nicht nur nachweisen, sondern auch zuverlässig vorhersagen. Das zeigen aktuelle Ergebnisse der so genannten PROGNOSIS Studie*. „Die Publikation der Studie in einem der führenden medizinischen Journale zeigt einmal mehr die hohe Relevanz der Marker und unterstreicht, wie wichtig die Diagnostik für eine optimale Patientenversorgung ist“, erklärt Thomas Schinecker, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH.

Auch Stefan Verlohren von der Klinik für Geburtsmedizin an der Charité in Berlin wertet die Studienergebnisse als großen Fortschritt: „Die Vorhersagequalität für das Auftreten einer Komplikation liegt mit den herkömmlichen Kriterien nur bei 20 Prozent. Mit dem sFlt/PlGF-Quotienten kann man nun zielgerichteter Behandlungen einleiten und in vielen Fällen auf eine stationäre Aufnahme verzichten.“

* Zeisler et. al. (N Engl J Med 2016; 374:13-22)