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Statement Prof. Dr. Hagen Pfundner zum Thema Patientensicherheit und Arzneimittelfälschungen

Prof. Dr. Hagen Pfundner

„Mit seinem Film „Gift“ und der Dokumentation „Gefährliche Medikamente“ greift Das Erste ein enorm wichtiges Thema auf, mit dem wir uns auch bei Roche leider schon seit Jahren beschäftigen müssen. Arzneimittelfälschungen gefährden das Wohlergehen von Patienten und untergraben das Vertrauen in die Wirksamkeit hochkomplexer, lebensrettender Originalprodukte. Auch Roche war in den letzten Jahren Opfer von derlei kriminellen Machenschaften. 2014 gelangten beispielsweise Fälschungen unseres Medikamentes Mabthera® hierzulande in die legale Lieferkette.

 Um derartige Vorfälle zu vermeiden und Patienten zu schützen, investieren wir massiv in den Kampf gegen gefälschte Produkte. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene arbeiten wir dafür eng mit Aufsichts-, Justiz- und Zollbehörden zusammen. Wir setzen auf eine rigorose Kontrolle unserer Produktion an den Roche Produktionsstandorten in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Irland, Spanien, USA, Mexiko, Brasilien, Singapur, China und Japan (Chugai). Daneben stellen wir durch umfangreiche Audits die Qualität und Integrität unserer Zulieferer sicher. Zudem haben wir durch sichtbare und verdeckte Merkmale unsere Verpackungen kontinuierlich verbessert. So bieten wir etwa mit speziellen Sicherheitsverschlüssen einen effektiven Erstöffnungsschutz für Ampullen.

Im Rahmen der Initiative securPharm sorgen Pharmaindustrie, Großhandel sowie Apotheken für eine weitere, kostenintensive Absicherung der Lieferkette. Bis zum 9. Februar 2019 schafft securPharm ein System der Serialisierung, das jede Medikamentenpackung zum Unikat und damit nachverfolgbar macht. Roche unternimmt bereits jetzt einen zusätzlichen Schritt: Unser System „Track & Trace First Customer“ ergänzt die Serialisierung, indem es uns eindeutig nachvollziehen lässt, welche Packung mit welcher Seriennummer welchen ersten Kunden erreichte. So können wir sicherstellen, dass Käufer unsere Produkte aus unserer Lieferkette erhalten. Dieses Pilotprojekt macht Roche auf dem deutschen Pharmamarkt zum einem Vorreiter in Sachen Track-and-Trace.

Die Maßnahmen der Hersteller bleiben jedoch wirkungslos, wenn Politik und Behörden nicht flankierend unterstützen. Neben der zunehmenden Unübersichtlichkeit der Vertriebsketten ist die Importförderklausel ein Nährboden für die immer zweifelhafteren und zunehmend kriminellen Machenschaften ausländischer und inländischer „Zwischenhändler“. Dies destabilisiert zunehmend die qualitativ hochwertige und nachvollziehbare Lieferkette vom Hersteller bis zum Patienten. Schon seit einigen Jahren weisen wir von Roche darauf hin, dass hier Handlungsbedarf von Seiten der Politik besteht.“

Prof. Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG, 18. Mai 2017