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Digitalisierung in der Medizin

Was die Daten uns verraten

Gesundheitsdaten spielen eine wachsende Rolle in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Der weitaus größte Teil dieser Daten fällt im alltäglichen Leben an – beim Besuch des Hausarztes genauso wie beim Tragen eines Fitnesstrackers. Doch welches Potenzial steckt in ihnen – für die Forschung, für Ärzte und für unsere Gesellschaft? Und wie gehen wir verantwortungsvoll damit um? Das sind nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich unsere auf YouTube

(hier geht es zur Aufzeichnung) gestreamte virtuelle Podiumsdiskussion „Digitalisierung in der Medizin – was die Daten uns verraten“ am 27. April 2021 befasste.

Zu den Podiumsgästen gehörten eine Patientin, ein Arzt, ein Forscher, eine Datenwissenschaftlerin von Roche und eine Ethik-Professorin. Sie alle beleuchteten das Thema am Beispiel der Onkologie aus ihrer Perspektive und gaben neue Impulse. Auch die rund 750 Teilnehmer des 90-minütigen Live-Streams auf Youtube konnten zur Diskussion beitragen, indem sie über ein Internettool Fragen stellten.

In der regen, teils kontroversen Diskussion wurde klar: Es gibt längst nicht mehr „die Krebsmedizin“. Vielmehr ist die Forschung inzwischen in der Lage, mit Hilfe datengetriebener Techniken genauer hinzusehen, Muster zu erkennen und immer gezieltere Therapien zu entwickeln. Dabei stellen Patientendaten aus dem Alltag – sogenannte “Real World Data“ – eine wertvolle Informationsquelle dar. Diesen immensen Datenschatz zu heben, ist das Ziel. Dabei müssen Vorbehalte abgebaut, Prozesse transparent gemacht und Menschen über die Chancen der Daten aufgeklärt werden – und zwar heute für die Medizin von morgen.

Wir freuen uns über die rege Teilnahme und das durchweg positive Feedback. Ein herzliches Dankeschön allen Referenten und Zuschauern für die lebendige Diskussion!

Über diesen Link können Sie das Video zum Event weiter abrufen.

Ein Thema, fünf Perspektiven: unsere Referenten

„Die Sekundärnutzung schon erhobener medizinischer Daten aus dem Gesundheitssystem, aber auch im Rahmen von klinischen Studien ist eine wichtige Grundlage für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Ein ethischer und rechtlicher Rahmen hilft dabei, den Handlungsspielraum aller Datennutzer klar abzustecken und damit Forschung zu ermöglichen. Wichtig ist daher eine transparente und gute Governance – damit das Vertrauen in die Forschung und die Unternehmen erhalten bleibt und Patienten der Datennutzung aus guten Gründen zustimmen können.”

Prof. Dr. med. Dr. phil. Eva Winkler

“Datenschutz ist etwas für Gesunde. Die wenigsten Patienten mit einer seltenen, schweren oder gar lebensbedrohlichen Krankheit haben ein Problem damit, ihre Daten zu teilen, denn sie erhoffen sich medizinischen Fortschritt aus der Verwendung ihrer Daten. Es liegt aber nicht in unserer Hand – wir dürfen noch immer nicht selbst entscheiden, was mit unseren Daten geschieht. Das legen (gesunde?) Datenschützer für uns fest.”

Eva Schumacher-Wulf

“Die Zukunft der Medizin ist persönlich - Individualisierte Medizin, funktioniert aber nur auf Basis großer Datenmengen, und zwar Gesundheitsdaten aus dem realen Versorgungsgeschehen. In Deutschland gehören die Patientendaten dem Patienten. Für eine Nutzung müssen erst noch die notwendigen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Forschung und Entwicklung zielgerichteter Therapien mit Real World Data voranzutreiben und damit schließlich mehr Patienten besser und schneller behandeln zu können.”

Dr. Anna Bauer-Mehren

“Wie können wir die wachsende Komplexität der Medizin heute überhaupt noch beherrschen? Die Antwort darauf lautet Digitale Transformation. Eine gezielte Computerunterstützung mit KI und Mustererkennung hilft uns dabei, das in den Daten versteckte Wissen handhabbar zu machen und somit dem Ziel der personalisierten Präzisionsmedizin einen großen Schritt näher zu kommen. Ganz zentral ist dabei, dass Patientendaten und -interessen geschützt bleiben und entstehende Ergebnisse im Netzwerk so miteinander verbunden werden, dass letztlich die standortübergreifende Wissenserzeugung erleichtert wird.”

Prof. Dr.-Ing. Host K. Hahn

“Daten sammeln und Zugang zu großen Datenmengen zu haben, ist für uns Ärzte sehr wichtig. Denn nur so können wir den Patienten und seine Krankheit bestmöglich verstehen, Tumore genau charakterisieren und eine maßgeschneiderte, individuelle Therapie ermöglichen. Jedoch wird auch in Zukunft der wertvollste Datenschatz den persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient nicht ersetzen können.”

Prof. Dr. med. Andreas Schneeweiss

„Die Sekundärnutzung schon erhobener medizinischer Daten aus dem Gesundheitssystem, aber auch im Rahmen von klinischen Studien ist eine wichtige Grundlage für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Ein ethischer und rechtlicher Rahmen hilft dabei, den Handlungsspielraum aller Datennutzer klar abzustecken und damit Forschung zu ermöglichen. Wichtig ist daher eine transparente und gute Governance – damit das Vertrauen in die Forschung und die Unternehmen erhalten bleibt und Patienten der Datennutzung aus guten Gründen zustimmen können.”

Prof. Dr. med. Dr. phil. Eva Winkler

“Datenschutz ist etwas für Gesunde. Die wenigsten Patienten mit einer seltenen, schweren oder gar lebensbedrohlichen Krankheit haben ein Problem damit, ihre Daten zu teilen, denn sie erhoffen sich medizinischen Fortschritt aus der Verwendung ihrer Daten. Es liegt aber nicht in unserer Hand – wir dürfen noch immer nicht selbst entscheiden, was mit unseren Daten geschieht. Das legen (gesunde?) Datenschützer für uns fest.”

Eva Schumacher-Wulf

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Pressekontakt

Patienten- und Gesundheitsdaten werden nicht nur für Krankenkassen und die universitären Forschung immer wichtiger. Sie spielen auch für die Arbeit von Healthcare- und Biotech-Unternehmen eine immer größere Rolle. Im Rahmen der Informationskampagne Data4Life stellen wir digitale Lösungen und Spezialisten bei Roche vor, die mit Daten arbeiten und erklären, wie sie sie einsetzen.

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