CxCa-Experten-Roundtable

Gebärmutterhalskrebsvorsorge - Experten tauschen sich aus 

Die neue CxCa-Vorsorge kommt 2020.
Zum interdisziplinären Austausch dieses Themas brachte Roche Diagnostics Deutschland Experten aus der Gynäkologie und Labormedizin an einen Tisch.

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Experten im Gespräch

Chancen und Herausforderungen in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge

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Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 22. November 2018 ein organisiertes Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beschlossen: Entsprechend altersabgestufter Untersuchungen bleibt für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren die jährliche Vorsorge durch den Pap-Abstrich bestehen. Frauen ab dem Alter von 35 Jahren wird künftig alle drei Jahre eine Ko-Testung, bestehend aus Pap-Abstrich und HPV-Test, angeboten. Ab dem 01.01.2020 werden alle gesetzlich krankenversicherten Frauen von 20 bis 65 Jahren zur Teilnahme am Krebsfrüherkennungsprogramm eingeladen.

In diesem Zusammenhang wurden bei dem Experten-Roundtable verschiedene Fragen diskutiert: Was ist bei der Ko-Testung wichtig für die Zusammenarbeit von Arzt und Labormediziner? Welche Kriterien muss ein HPV-Test erfüllen und was ist bei unklaren Befunden zu tun?

Interviews

Dr. Christoph Börsch: „Der Vorteil für die Frauen ist, dass sie automatisch Zugang zur HPV-Analytik haben. Der HPV-Test gehört jetzt zur Regelversorgung.“

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Als mit Abstand wichtigsten Fortschritt der neuen Richtlinie wertete Dr. Christoph Börsch, Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer der MVZ für Zytologie und Molekularbiologie Frankfurt GbR (CytoMol), den Zugang zum HPV-Test für die Frauen ab 35 Jahren: „Der Vorteil für die Frauen ist, dass sie automatisch Zugang zur HPV-Analytik haben. Der HPV-Test gehört jetzt zur Regelversorgung.“ Als wichtig für die Kommunikation zwischen Labor und Gynäkologen erachtet Börsch eine konsequente Dokumentation. HPV-Test und Zytologie müssten dabei nicht aus einem Labor kommen. Wesentlich zur Qualitätssicherung trage der §135 Sozialgesetzbuch bei: „Dort ist alles festgelegt, von der Prozedur im Labor bis zur Qualifizierung der Ärzte.“ Auch die Änderungen, die sich mit der HPV-Testung ergeben, gehörten dort verankert.

Interview Dr. Börsch

Dr. Meike Schild-Suhren: „Das Einladungsschreiben zur neuen Gebärmutterhalskrebsvorsorge ist unzureichend, weil es einfach zu komplex, zu lang und wenig verständlich für viele ist.“

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Die größte Herausforderung für niedergelassene Frauenärzte sieht Frau Dr. Schild-Suhren, niedergelassene Gynäkologin und Leiterin des zertifizierten Dysplasiezentrums in der Uniklinik in Oldenburg, darin, den Patientinnen die Wichtigkeit einer jährlichen Vorsorge zu vermitteln, auch wenn nur alle drei Jahre ein Abstrich vorgesehen ist. Vielen Frauen ist nicht bekannt, dass Krebsvorsorge und Abstrich zwei verschiedene Dinge sind. Die Sorge von Frau Dr. Schild-Suhren ist, dass dadurch die anderen Karzinome – Mammakarzinom, Ovarialkarzinom und besonders das Vulva-Karzinom, welche immer häufiger vorkommen – unter Umständen nicht rechtzeitig erkannt werden. Das Einladungsschreiben ist Dr. Schild-Suhren zufolge dagegen „unzureichend, weil es einfach zu komplex, zu lang und für viele wenig verständlich ist.“

Interview Dr. Schild-Suhren

Prof. Dr. Martin Sillem: „Es wird eine Herausforderung, meinen Patientinnen aufzuzeigen, warum es trotz des neu festgelegten Drei-Jahres-Rhythmus wichtig ist, jährlich zu einer Untersuchung zu kommen.“

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Bei vielen Gynäkologen lösten die angekündigten Neuerungen auch die Befürchtung aus, dass die Patientinnen künftig nicht mehr jedes Jahr zur Vorsorge kommen würden, sondern lediglich alle drei Jahre. Die Herausforderung bestehe darin, Frauen auch beim neu festgelegten Drei-Jahres-Rhythmus zu motivieren weiterhin zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung (KFU) in die Praxis zu kommen, bestätigte Prof. Dr. Martin Sillem, niedergelassener Frauenarzt in der Praxisklinik am Rosengarten, Mannheim.

Interview Prof. Dr. Sillem

Dr. André Frontzek: „Die HPV-Tests müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Wer konform der G-BA-Richtlinien handeln möchte, der muss einen der zertifizierten Tests verwenden.“

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Dr. André Frontzek ist seit 17 Jahren für die molekulare Diagnostik im Labor der Limbach-Gruppe am MVZ Dr. Stein und Kollegen in Mönchengladbach verantwortlich. Momentan beschäftigt er sich hauptsächlich damit, wie das Labor das HPV-Screening im Jahre 2020 bewerkstelligen kann. Es ist wichtig zu wissen, dass die Qualität der Tests die Qualität des neuen Gebärmutterhalskrebs-Screenings beeinflusst. Die Richtlinie macht hier klare Vorgaben. Die Kriterien des HPV-Tests sind durch die Meijer-Kriterien ganz klar festgelegt und damit auch die Ansprüche an das Labor definiert. Wer konform der G-BA-Richtlinie handeln möchte, der muss einen der zertifizierten Tests verwenden. Um die Qualität der Tests in der Anwendung zu überprüfen, hält Dr. Frontzek es für wichtig und richtig, dass dokumentiert werden muss, welcher HPV-Test jeweils verwendet wurde. So kann in der Evaluation nach fünf bis sechs Jahren geprüft werden, welche Tests die Qualitätskriterien voll erfüllt haben und wo gegebenenfalls noch nachgebessert werden muss.

Interview Dr. Frontzek

Dr. Karin Maass-Poppenhusen: „Geht es um die Vermeidung von Zervixkarzinomen ist das neue Screening alternativlos.“

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Aus Sicht von Dr. Karin Maass-Poppenhusen, Oberärztin an der Universitäts-Frauenklinik Kiel und Leiterin der zertifizierten Dysplasie-Einheit, ist das neue Screening zur Vermeidung von Zervixkarzinomen alternativlos, da hierdurch insgesamt mehr Dysplasien und Karzinome rechtzeitig entdeckt werden könnten. Allerdings müsse man anerkennen, dass es bisher keine andere KFU gebe, die so gut funktioniert habe wie beim Zervixkarzinom: „Wir wollen nicht das gut funktionierende Screening verändern, sondern verbessern“, stelle Maass-Poppenhusen klar.

Interview Dr. Maass-Poppenhusen

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