Chlamydien

Warum kommen Chlamydien so häufig vor?

Genitale Chlamydien der Gattung Chlamydia trachomatis (Subtyp D bis K) werden ausschließlich über Sexualkontakte übertragen – und zwar über alle Arten von Schleimhautkontakten. Dabei nisten sich die Erreger bevorzugt in der Schleimhaut sehr junger Frauen ein. Da Jugendliche heute deutlich früher ungeschützt erste sexuelle Erfahrungen sammeln als noch vor einigen Jahren, steigt damit auch die Anzahl der Chlamydien-Infektionen.

Wie kann man sich gegen Chlamydien schützen?

Am besten durch den konsequenten Gebrauch von Kondomen. Denn diese verhindern meist erfolgreich den direkten Kontakt von Schleimhäuten, über die die Chlamydien übertragen werden.

Gibt es Vorsorgeuntersuchungen gegen Chlamydien in der Schwangerschaft?

In Deutschland gibt es regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Chlamydien bei bestehender Schwangerschaft. Im Rahmen dieser Schwangerenvorsorge ist der Nachweis von Chlamydien eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, Kosten fallen für Sie also nicht an. Denn für Schwangere bergen Chlamydien-Infektionen ein erhöhtes Risiko, durch den Eintritt vorzeitiger Wehen und eines vorzeitigen Blasensprungs eine Frühgeburt zu erleiden – außerdem können sie während des Geburtsvorgangs beim Neugeborenen Infektionen der Augen und Atemwege auslösen.

Gibt es auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gegen Chlamydien für nicht schwangere Frauen?

Ja, auch hierzulande können sich nicht schwangere Frauen ohne spezifische Symptome bis zu einem Alter von 25 Jahren auf eine Chlamydien-Infektion einmal jährlich als Kassenleistung untersuchen lassen. Das gleiche gilt, ohne Altersbeschränkung, für kurative Leistungen bei Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion.

Besteht eine Meldepflicht für eine Chlamydien-Infektion?

In Deutschland erfasst das Robert Koch Institut in Berlin so genannte meldepflichtige Infektionen, um gezielt gegen diese Infektionen vorgehen und medizinische Maßnahmen gegen sie koordinieren zu können. Dazu zählt derzeit die Chlamydien-Infektion nicht.

Wie häufig ist eine Chlamydien-Infektionen unter Jugendlichen in Europa?

Bei Jugendlichen beträgt der Infektionsanteil in der Bevölkerung 367,5 pro 100.000 Menschen. Die Dunkelziffer wird jedoch höher eingeschätzt, da eine Chlamydien-Infektion nur selten auffällige Symptome erzeugt. Am häufigsten betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 20 Jahren.

Wie häufig führen Chlamydien-Infektionen zu Unfruchtbarkeit?

Mindestens jede vierte bis fünfte Frau mit einer genitalen Chlamydien-Infektion ist von einer dadurch verursachten Unfruchtbarkeit betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es jährlich 131 Millionen neue Chlamydien-Infektionen weltweit 1.

Referenzen

  1. http://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/sexually-transmitted-infections-(stis)