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Chlamydien

„Unfruchtbarkeit“ ist eine Diagnose, die den Kinderwunsch vieler Paare jäh zerstört. Bei Frauen wird sie häufig durch eine unerkannte und verschleppte Infektion mit Chlamydien ausgelöst.

Unfruchtbarkeit durch verschleppte Chlamydien-Infektion

Genitale Chlamydien-Infektionen sind die häufigste Ursache erworbener Unfruchtbarkeit in den westlichen Industrieländern. Mindestens ein Fünftel aller Fälle von Unfruchtbarkeit bei Frauen, so schätzen Experten, gehen in diesen Ländern auf das Konto verschleppter Chlamydien-Infektionen. Für diejenigen Fälle von Unfruchtbarkeit, die durch Tubenverschluss (Eileiterverschluss) hervorgerufen werden, sind Chlamydien sogar zu 90 Prozent verantwortlich. Auch Bauchhöhlenschwangerschaften, chronische Unterleibsschmerzen und Frühgeburten sowie Erkrankungen von Neugeborenen können durch Chlamydien-Infektionen ausgelöst werden.

Was sind Chlamydien?

Chlamydia trachomatis ist ein Bakterium, das sich als Parasit in den Zellen von Schleimhäuten im Augen-, Atemwegs- oder Genitalbereich einnistet – mit teilweise schwerwiegenden Folgen. So sind bestimmte Untergruppen dieser Bakterienart, die Subtypen D bis K, verantwortlich für eine sexuell übertragene Erkrankung, die in Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für erworbene Unfruchtbarkeit bei Frauen ist. Allein in Deutschland wird die Zahl der Neuinfektionen auf 300.000 pro Jahr geschätzt. In Entwicklungsländern sind andere Subtypen von Chlamydia trachomatis stärker verbreitet (Subtypen A, B und C), die zu Trachom-Augenerkrankungen bis hin zu Erblindungen führen können. Das Trachom gab dem Bakterium seinen Namen: Chlamydia trachomatis.

Mit einem Durchmesser von nur einem halben Millionstel Meter zählt Chlamydia trachomatis zu den kleinsten Bakterien überhaupt. Wegen seiner geringen Größe und weil es sich nur innerhalb seiner Wirtszellen vermehrt, wurde es ursprünglich für ein Virus gehalten. Erst seit 1966 weiß man, dass es sich bei Chlamydia trachomatis um ein Bakterium handelt.

Verbreitung unter Jugendlichen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Zahl der Chlamydieninfektion weltweit auf über 140 Millionen geschätzt. Über 6 Millionen Fälle von Erblindung vor allem in Ländern Afrikas und Lateinamerikas, dem Nahen Osten, sowie Zentral- und Südostasien sollen auf eine Chlamydien-Infektion zurückzuführen sein.

Infektion mit Chlamydia trachomatis ist laut European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC - www.ecdc.europa.eu) die am häufigsten gemeldete sexuell übertragbare Krankheit in Europa. 2007 wurden über 250.000 bestätigte Fälle in 22 Ländern der europäischen Region gezählt. Demnach kommen auf 100.000 Menschen im Schnitt 122,6 Infizierte. Am häufigsten betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 20 Jahren. Bei Jugendlichen steigt der Infektionsanteil auf 367,5 pro 100.000 Menschen. Die Dunkelziffer wird jedoch höher eingeschätzt, da eine Chlamydieninfektion nur selten auffällige Symptome erzeugt. Dabei lassen sich die winzigen Bakterien, wenn sie in einem einfachen Test rechtzeitig nachgewiesen werden, effektiv bekämpfen.