Chlamydien

Den Forschungsergebnissen der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau  zufolge ist die Chlamydien-Infektion in Deutschland eine in dreifacher Weise unbekannte Krankheit:

  • Sie ist als Krankheit unbekannt – die meisten Jugendlichen haben nie von Chlamydien gehört.
  • Sie bleibt bei Infizierten aufgrund ihrer fehlenden Symptome unerkannt.
  • Eine Infektion wird von Ärzten nicht systematisch erfasst. Deshalb beruhen Zahlen über die Verbreitung von Chlamydien-Infektionen weitgehend auf Schätzungen. Das tatsächliche Ausmaß ist unbekannt.

Aufklärung über die Gefahr von Chlamydien-Infektionen ist daher der Schlüssel zu einer wirkungsvollen Prävention.

Kondome schützen

Mädchen und Jungen werden heute deutlich früher geschlechtsreif und sexuell aktiv als noch vor einigen Jahrzehnten. Untersuchungen belegen, dass zum Beispiel bereits elf Prozent der Mädchen im Alter von 14 Jahren Geschlechtsverkehr hatten.

Dies hat dazu geführt, dass Chlamydien-Infektionen heute deutlich häufiger sind. Offensichtlich ist besonders bei jungen Frauen die lokale Immunabwehr im Bereich des Gebärmutterhalses noch nicht ausgereift. Auch hormonelle Gründe für ihre erhöhte Anfälligkeit schließen Experten nicht aus. Bei „Twens“ im dritten Lebensjahrzehnt nimmt die Häufigkeit an Chlamydien-Infektionen wieder ab.

Chlamydien: Häufigkeit Kondombenutzung; Nr. 313

Nur durch die konsequente Verwendung von Kondomen lässt sich das Risiko von Chlamydien-Infektionen deutlich verringern. Allerdings machen lediglich 20 Prozent aller Jugendlichen davon regelmäßig Gebrauch. Bildquelle: Roche

Weil die Infektion meist unbemerkt verläuft, wird sie in der Regel auch unentdeckt weitergegeben. Durch die konsequente Verwendung von Kondomen lässt sich das Risiko von Chlamydien-Infektionen deutlich verringern. Deshalb ist es wichtig, gerade Jugendliche darüber zu informieren, dass Kondome nicht nur vor einer Infektion mit dem Aids-Virus, sondern auch vor Chlamydien-Infektionen schützen. Besonders wenn sie ihre Sexualpartner häufig wechseln, sollten Jugendliche wissen, dass Kondome nicht nur Verhütungsmittel sind (die man zum Beispiel durch die Pille ersetzen kann), sondern auch den einzig wirkungsvollen Schutz vor Infektionskrankheiten mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen bieten.

Effektive Therapie mit Antibiotika

Frauen mit Kinderwunsch entdecken ihre durch eine unbemerkte und unbehandelte Chlamydien-Infektion verursachte Unfruchtbarkeit häufig erst viele Jahre nach der Infektion – zu spät für eine effektive Behandlung. Dabei ist diese relativ einfach. Eine akute Infektion mit Chlamydien kann durch eine zehn-, besser vierzehntägige Antibiotikabehandlung ausgeheilt werden. Da Chlamydien kaum Resistenzen zeigen, gelingt es in der Regel, die Erreger abzutöten. Eine erfolgreiche Antibiotikatherapie schützt allerdings nicht vor einer erneuten Chlamydien-Infektion. Deshalb gelten die Empfehlungen für einen sicheren Infektionsschutz – Verwendung von Kondomen – auch nach einer erfolgreich behandelten Chlamydien-Infektion