Onkogenese

HPV und Onkogenese

HPV & Onkogenese

Über die Beeinflussung des molekularen Mechanismus zur Zellzyklusregulation sind die hochrisiko HPV-Typen in der Lage ein Zervixkarzinom auszulösen. Unter diesen krebsauslösenden HPV-Typen kommt HPV 16 und HPV 18 eine besondere Rolle zu.

HPV-Typen und ihr Risiko

HPV-Typen und Risiko
Verteilung mit CIN3 assoziierter HPV-Typen1  

Bei HPV handelt es sich um ein doppelsträngiges DNA Virus, von dem über 100 verschiedene Typen bekannt sind. Jedoch sind nur einige HPV-Typen tatsächlich gefährlich, wobei ihr Risiko anhand der Assoziierung mit Gebärmutterhalskrebs eingeschätzt wird.

Es gibt 14 sogenannte hochrisiko HPV-Typen (hrHPV), die Infektionen in der Zervix auslösen, welche sich im weiteren Verlauf zu einer Dysplasie und schließlich zum Karzinom entwickeln können. Allein die HPV-Typen 16 und 18 sind für 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Sogenannte niedrigrisiko HPV-Typen (lowrisk HPV, lrHPV) sind hauptsächlich an der Entstehung von Genitalwarzen beteiligt.2  

HPV ist nicht gleich HPV

In der ATHENA-Studie3 mit 47.000 Frauen (ab 25 Jahren) konnte gezeigt werden, dass das Risiko für die Entstehung einer CIN3+ Läsion innerhalb von drei Jahren je nach HPV-Typ variiert.

Onkogenese der HPV

Onkogenese

Das HPV-Genom besteht aus sieben "early" Genen (E1-E7) und zwei "late" Genen (L1 und L2), die unterschiedliche Rollen bei der DNA Replikation und Transkription spielen. E6 und E7 sind Onkoproteine des Virus, die entscheidend zur Entstehung eines Zervixkarzinoms beitragen, indem sie in zervikalen Zellen an Tumorsuppressor-Proteine binden und deren Funktion der Zellzyklusregulation ausschalten.4 Während das E6 Onkoprotein an das p53 Protein bindet, blockiert E7 das Retino­blastomprotein (pRB).5

Eine transiente HPV-Infektion beeinflusst die Regulation der Zellteilung nur unwesentlich und die Zellen folgen ihrem normalen Zellzyklus. Bei einer transformierenden hrHPV Infektion unterbindet das virale Onkoprotein E7 die normale Funktion des Retinoblastomproteins (pRB). Dies führt zu einer ungesteuerten Zellteilung, einer genetischen Instabilität der Zelle sowie zu einer Überexpression von p16.5

Videos zu HPV

Humane Papillomviren (HPV)

 
Humane Papillomviren (HPV)
  • HPV TypenAufbau  
  • Genom
 

Prozess zellulärer Veränderungen

o Prozess zellulärer Veränderungen
  • Virale Genprodukte
  • Tumorsuppressor Inaktivierung

Referenzen

  1. Castle et al. Human papillomavirus (HPV) genotypes in women with cervical precancer and cancer at Kaiser Permanente Northern California. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2011; 20 (5): 946-953.
  2. Centers for Disease Control and Prevention: Human papillomavirus: Epidemiology and prevention of vaccine-preventable diseases. http://www.cdc.gov/vaccines/pubs/pinkbook/hpv.html (Stand: 20. Januar 2015)

  3. Wright et al. Primary cervical cancer screening with human papillomavirus: end of study results from the ATHENA study using HPV as the first-line screening test. Gynecol Oncol 2015; 136 (2): 189-197.

  4. Woodman et al. The natural history of cervical HPV infection: unresolved issues. Nat Rev Cancer 2007; 7 (1): 11-22.

  5. Adamopoulou et al. Comparison of cytology, colposcopy, HPV typing and biomarker analysis in cervical neoplasia. Anticancer Res 2009; 29 (8): 3401-3409.