Pap-Zytologie

Pap-Zytologie

Pap-Zytologie

Die erbrachten Leistungen für die
Frauengesundheit sind nicht hoch genug einzuschätzen, doch die Möglichkeiten
sind limitiert.

Für die Frauengesundheit war die Pap-Zytologie ein Erfolg

Einmal im Jahr können Frauen ab dem 20. Lebensjahr einen zytologischen Pap-Abstrich zur Zervixkarzinom-Vorsorge in Anspruch nehmen.1 Seit der Einführung dieses Tests im Jahr 1971 hat das Screening durch regelmäßige Pap-Abstriche sowie durch die Diagnose und Behandlung von präkanzerösen Läsionen dazu beigetragen, die Inzidenz und Mortalität des Zervixkarzinoms in Ländern mit systematischem Screening bis zu 80% zu senken.2 

Entwickelt wurde der Pap-Abstrich bereits 1928 von dem griechischem Arzt George Papanicolaou. Für den Test werden zervikale Zellen benötigt, die vorsichtig mit einer Bürste oder einem speziellen Spatel von der Endo- und Ektozervix abgeschabt werden. Die entnommenen Zellen werden auf einem Objektträger ausgestrichen, mit Alkohol fixiert und nach Papanicolaou gefärbt. Anschließend werden die Zellen anhand eines Mikroskops auf Veränderungen untersucht.

Ablauf einer Pap-Zytologie

Ablauf einer Pap-Zytologie

Interpretation & Nomenklatur zytologischer Befunde3

 Gruppe  Definition Korrelat im Bethesda System

0

Unzureichendes Material

Unsatisfactory for evaluation

I

Unauffällige und unverdächtige Befunde NILM

II-a

Unauffällige Befunde bei auffälliger Anamnese

NILM
II Befunde mit eingeschränkt protektivem Wert  
II-p Plattenepithelzellen mit geringergradigen Kernveränderungen als bei CIN1, auch mit koilozytärem Zytoplasma/Parakeratose ASC-US
II-g Zervikale Drüsenzellen mit Anomalien, die über das Spektrum reaktiver Veränderungen hinausreichen AGC endocervical NOS
II-e Endometriumzellen bei Frauen > 40. Lebensjahr in der zweiten Zyklushälfte Endometrial cells
III  Unklare bzw. zweifelhafte Befunde  
III-p CIN2/CIN3/Plattenepithelkarzinom nicht auszuschließen ASC-H 
III-g Ausgeprägte Atypien des Drüsenepithels, Adenocarcinoma in situ/invasives Adenokarzinom nicht auszuschließen AGC endocervical favor neoplastic
III-e Abnorme endometriale Zellen (insbesondere postmenopausal) AGC endometrial
III-x  Zweifelhafte Drüsenzellen ungewissen Ursprungs AGC favor neoplastic
IIID Dysplasiebefunde mit größerer Regressionsneigung  
IIID1 Zellbild einer leichten Dysplasie analog CIN1 LSIL
IIID2 Zellbild einer mäßigen Dysplasie analog CIN2 HSIL
IV Unmittelbare Vorstadien des Zervixkarzinoms  
IVa-p Zellbild einer schweren Dysplasie/eines Carcinoma in situ analog CIN3 HSIL
IVa-g Zellbild eines Adenocarcinoma in situ AIS
IVb-p Zellbild einer CIN3, Invasion nicht auszuschließen HSIL with features suspicious for invasion
IVb-g  Zellbild eines Adenocarcinoma in situ, Invasion nicht auszuschließen AIS with features suspicious for invasion
V  Malignome  
V-p Plattenepithelkarzinom  Squamous cell carcinoma
V-g Endozervikales Adenokarzinom  Endocervical adenocarcinoma
V-e Endometriales Adenokarzinom  Endometrial adenocarcinoma
V-x Andere Malignome, auch unklaren Ursprungs  Other malignant neoplasms

Limitierungen der Pap-Zytologie

Obwohl die Inzidenz des Zervixkarzinoms durch die Einführung des Pap-Tests stark reduziert wurde, stagniert die Erkrankungsrate seit einiger Zeit, was auf verschiedene Limitierungen der Pap-Zytologie zurückgeführt werden kann:

  • Niedrige Sensitivität der Pap-Zytologie für den Nachweis einer präkanzerösen Läsion4
  • Niedrige Spezifität der ASC-US und LSIL Zytologie für das Erkennen präkanzeröser Läsionen4,5
  • Hohe Variabilität der Ergebnisse zwischen einzelnen Laboren4
  • Zervikale Adenokarzinome werden bei der Zytologie oft übersehen5

Limitierungen der Pap-Zytologie betreffen Frauen an beiden Enden des diagnostischen Spektrums

  • Frauen mit Erkrankung bei unauffälliger Pap-Zytologie (Untertherapie)
  • Frauen ohne Erkrankung, die jedoch bei wiederholt auffälligen Zytologie-Befunden unnötigen Behandlungen ausgesetzt werden (Übertherapie)
Limitierungen der Pap-Zytologie

Nur ein Teil der Frauen mit Krebsvorstufen (gelb) wird mit der einmaligen Pap-Zytologie im Screening erkannt. Etwa die Hälfte der betroffenen Frauen zeigt einen unauffälligen zytologischen Befund. Andererseits sind nur wenige der Frauen mit einer auffälligen Pap-Zytologie (Lupe) tatsächlich an einer Krebsvorstufe oder Krebs (CIN3+) erkrankt.6,7

Referenzen

  1. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie/KFE-RL) in der Fassung vom 18. Juni 2009, veröffentlicht im Bundesanzeiger 2009, Nr. 148a, in Kraft getreten am 3. Oktober 2009
  2. National Cancer Institute: Cervical Cancer Screening (PDQ®). http://www.cancer.gov/types/cervical/hp/cervical-screening-pdq#section/all (Stand: Juni 2011)
  3. Griesser et al. Gynäkologische Zytodiagnostik der Zervix. Münchner Nomenklatur III. Frauenarzt 2013; 54 (11): 1042-1048.
  4. Castle et al. Performance of carcinogenic human papillomavirus (HPV) testing and HPV16 or HPV18 genotyping for cervical cancer screening of women aged 25 years and older: a subanalysis of the ATHENA study. Lancet Oncol 2011; 12 (9): 880–890.
  5. Herzog et al. Reducing the burden of glandular carcinomas of the uterine cervix. Am J Obstet Gynecol 2007; 197 (6): 566-571.
  6. Cuzick et al. Overview of the European and North American studies on HPV testing in primary cervical cancer screening. Int J Cancer 2006; 119 (5):1095-1101.
  7. Whitlock et al. Liquid-based cytology and human papillomavirus testing to screen for cervical cancer: a systematic review for the U.S. Preventive Services Task Force. Ann Intern Med 2011; 155 (10): 687-697.