Zervixkarzinom

Zervixkarzinom und HPV in Deutschland

Zervixkarzinom – weitverbreitet und dennoch vermeidbar

Trotz einer aufwändigen Vorsorge ist das Zervixkarzinom immer noch die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Eine neue Screeningstrategie wird benötigt, um die Inzidenz
des Zervixkarzinoms weiter zu reduzieren.

Epidemiologie des Zervixkarzinoms

Das Zervix­karzinom und seine Vorstufen können, wenn sie frühzeitig erkannt werden, gut behandelt werden. Dennoch sterben weltweit jährlich ca. 266.000 Frauen am Zervixkarzinom. Mit ca. 528.000 Neuerkrankungen pro Jahr stellt das Zervixkarzinom weltweit die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen dar.1 In Deutschland beträgt die derzeitige altersstandardisierte Inzidenzrate mit ca. 4.700 Neuerkrankungen pro Jahr etwa 9,1 pro 100.000 Frauen.2

Epidemiologie Zervixkarzionm

Symptome dieser Krebserkrankung sind in einer frühen Phase schwer festzustellen, doch gerade in dieser Zeit ist eine Behandlung am effektivsten. Aus diesem Grund ist eine zuverlässige Früherkennung essentiell, um Frauen mit dem höchsten Risiko für ein Zervixkarzinom zu identifizieren. Schreitet ein unerkanntes Zervixkarzinom fort und metastasiert, hat dies für Patientinnen innerhalb von fünf Jahren meist fatale Folgen.

Inzidenz des Zervixkarzinoms

Inzidenz des Zervixkarzinoms

In einer epidemiologischen Studie des amerikanischen National Cancer Instituts steigt die Neuerkrankungsrate beim Zervixkarzinom (CxCa) in den USA bei 25-29-jährigen Frauen besonders stark an und erreicht im Alter von 40-44 Jahren
den höchsten Wert.


Altersverteilung von CIN3+ Erkrankungen

Altersverteilung von CIN3+ Erkrankungen

Eine Screeningstudie mit über 47.000 Frauen konnte zeigen, dass der Anteil behandlungs-bedürftiger Krebsvorstufen (CIN3+) bei 25-39-Jährigen besonders hoch ist.4


Status Quo der Früherkennung

Status Quo der Früherkennung

Die Inzidenz ging seit dem 1971 eingeführten opportunistischen zytologischen Screening in Deutschland um über 60% zurück, wobei die Teilnehmerrate pro Jahr weiterhin gering ist (36 bis 51%), über drei Jahre hinweg werden jedoch ca. 80% der Frauen erreicht.5 Durch eine rechtzeitige Erkennung von lokal begrenzten Dysplasien kann eine Progredienz zum invasiven Zervixkarzinom verhindert werden. So beträgt die Überlebensrate bei frühzeitiger Erkennung über 90%.1

In den ersten Jahrzehnten nach Einführung des zytologischen Pap-Screenings konnte die Inzidenz des Zervixkarzinoms signifikant reduziert werden. Seit einigen Jahren stagniert die Rate an Neuerkrankungen.1

Referenzen

  1. WHO, International Agency for Research on Cancer: GLOBOCAN 2012: GLOBOCAN Cancer Fact Sheets: Cervical Cancer. Estimated Incidence, Mortality and Prevalence Worldwide in 2012. (2012), http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_cancer.aspx?cancer=cervix (Stand: 5. August 2015)
  2. Robert Koch-Institut, Zentrum für Krebsregisterdaten: Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). (2011), http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebaermutterhalskrebs_node.html (Stand: 28. September 2015)
  3. National Cancer Institute: Surveillance, Epidemiology, and END Results Program. http://seer.cancer.gov/archive/csr/1975_2010/ (Stand: 29. September 2015)
  4. Roche interne Daten, presented to FDA panel (Stand: 12. März 2012)
  5. Hillemanns et al. Zervixkarzinomfrüherkennung. Stand der Diskussion. Gynäkologe 2014; 47: 334-339.