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Aids

Was ist Aids?

Erworbene Immunschwäche

Aids ist die Abkürzung für „Acquired immune deficiency syndrome“, zu Deutsch erworbenes Immun­schwäche­syndrom. Von einem „Syndrom“ sprechen die Mediziner, weil es sich bei Aids um mehrere Erkrankungen handelt, die sich charakteristischerweise im Verlauf einer Ansteckung mit dem humanen Immundefizienzvirus (human immune deficiency virus), kurz HIV, einstellen. Bleibt die Infektion unbehandelt, zerstören die Viren bestimmte weiße Blutzellen und verursachen damit langfristig eine Abwehrschwäche mit dem „Vollbild“ Aids.

Über die Herkunft des Virus gab es lange Zeit nur Spekulationen. Die Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass es sich bei HIV ursprünglich um ein Affenvirus handelt, das vom Schimpansen auf den Menschen übergetreten ist.

Opportunistische Infektion

Im Verlauf einer HIV-Infektion schwindet die Abwehrkraft des menschlichen Organismus kontinuierlich. Dadurch werden opportunistische Infektionen und bestimmte Tumore begünstigt. Bei den opportunistischen Infektionen oder „Sekundärinfektionen“ handelt es sich um neu erworbene oder wiederaufflammende Infektionen mit häufig vorkommenden Krankheitserregern, die das gesunde Immunsystem in der Regel problemlos bekämpfen oder in Schach halten kann. Ein geschwächtes oder zerstörtes Immunsystem aber kann die Erreger nicht mehr abwehren.

Die häufigsten opportunistischen Infektionen

Zu den häufigsten opportunistischen Infektionen zählt die Pneumocystis-Pneunomie, eine Lungenentzündung, die durch den Erreger Pneumocystis jiroveci (früher Pneumocystis carinii) verursacht wird. Dieser Pilz nistet in der Lunge nahezu jedes Menschen, ohne bei intaktem Immunsystem eine Krankheit auszulösen. Weitere häufige opportunistische Infektionen sind ein entzündlicher Befall der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans sowie Abzesse im Gehirn (Toxoplasmose), die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht werden. Weit verbreitet sind auch Infektionen mit dem Zytomegalie-Virus. Sie verlaufen beim Menschen mit gesundem Immunsystem normalerweise ohne Symptome, bei einer geschwächten Abwehr können sie jedoch unbehandelt zur Erblindung führen.

Krebserkrankungen im Gefolge einer HIV- Infektion

Zu den Tumoren, die häufig im Gefolge einer langfristigen HIV-Infektion auftreten, gehört das Kaposi-Sarkom, ein sonst nur selten vorkommender Tumor, der von Blutgefäßen ausgeht und bevorzugt Haut oder Schleimhäute befällt. Auch so genannte B-Zell-Lymphome sind häufig. Sie beruhen auf einer bösartigen Vermehrung der B-Zellen, Abwehrzellen des Immunsystems, die im Knochenmark gebildet werden, in den lymphatischen Organen reifen und in Blut und Lymphe patroullieren. Gehäuft treten auch Tumoren des Gebärmutterhalses (Zervixkarzinome) und Analkarzinome auf, die von bestimmten Viren, den humanen Papillomviren, verursacht werden.

Unbehandelt tödlich

Ohne Therapie endet eine Infektion mit dem HI-Virus tödlich. Große Studien haben gezeigt, dass ohne Behandlung 14 Jahre nach der Infektion bei nahezu 70 Prozent der Patienten die Erkrankung bis zum Endstadium Aids fortgeschritten ist oder die Patienten bereits verstorben sind.