• Roche in Deutschland
  • English
  • Kontakt

Hepatitis-FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich mich bei Reisen in Länder, in denen Hepatitis A häufig vorkommt, vor einer Infektion schützen?

Kontakt­infektionen können vor allem durch eine effektive Handhygiene verhindert werden. Das heißt: so oft wie möglich Hände waschen. Man sollte streng darauf achten, keine ungekochten Gemüse und Salate, Früchte oder unsteriles Wasser zu sich nehmen und keinesfalls Austern und Muscheln aus kontaminierten Gewässern zu verzehren.

Wer sollte sich gegen Hepatitis A impfen lassen?

Eine Impfung wird allen Reisenden empfohlen, die Länder mit hoher Hepatitis A-Durchseuchung aufsuchen wollen. Dazu zählen Länder im Nahen Osten, in Asien, Mittel- und Südamerika sowie Afrika. Ein erhöhtes Risiko besteht auch in Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Im Jahr 2006 wurden die Türkei, Spanien, Pakistan, Ägypten und Indien am häufigsten als „Quellen“ einer reiseassoziierten Hepatitis A genannt.

Können schwangere Frauen, die mit Hepatitis B infiziert sind, ihr Kind anstecken?

Kinder können bei der Geburt von ihren Müttern mit dem Hepatitis B-Virus angesteckt werden. Ist die Infektion der Mutter bekannt, können die Ärzte den drohenden Übergriff der Viren auf das Neugeborene bekämpfen: Sie spritzen gefährdeten Babys Antikörper gegen das Virus. Diese passive Immunisierung wird danach durch eine aktive Impfung gegen den Erreger ergänzt. Beides zusammen bietet einen nahezu vollständigen Schutz. Erfolgt diese Behandlung nicht, bleiben 90 Prozent der Kinder chronisch infiziert und sterben häufig bereits vor dem 50. Lebensjahr an Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Stimmt es, dass die Hepatitis B ansteckender ist als Hepatitis C?

Hepatitis B ist tatsächlich ansteckender als Hepatitis C, weil die Anzahl von Viren im Blut bei Hepatitis B etwa hundertmal größer ist als bei Hepatitis C. Hepatitis B ist auch hundertmal infektiöser als HIV, der Erreger der Immunschwäche-Krankheit Aids. Zudem ist das Hepatitis B-Virus ein extremer Überlebenskünstler: Auch außerhalb des Körpers überlebt es zirka eine Woche; selbst getrocknetes Blut, zum Beispiel in Textilien, wird auf diese Weise zur hochgradigen Infektionsquelle. Die Wahrscheinlichkeit, sich schon bei einer Spur von Blut – einem einzigen Blutkontakt auf beschädigter Haut – mit dem Hepatitis B-Virus zu infizieren, beträgt bis zu 80 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass HBV während der Schwangerschaft oder unter der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen wird, ist größer als bei einer Hepatitis C-Virus-Infektion der Mutter.

Kann man sich beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen mit Hepatitis C anstecken?

Das Virus wird in erster Linie über Blutkontakte übertragen; die Hauptrisikogruppe sind heute Drogenabhängige, die sich Rauschgift in die Venen spritzen (51 Prozent aller Fälle). Anders als bei Hepatitis B ist der sexuelle Übertragungsweg bei HCV nur selten. Bei einem Drittel aller Hepatitis C-Fälle lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Mangelnde Hygiene ist einer der Hauptgründe für eine dieser ungeklärten Infektionen. Auch beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen ist eine Ansteckung daher prinzipiell möglich.

Kann man sich gegen Hepatitis C impfen lassen?

Im Unterschied zu Hepatitis A und Hepatitis B gibt es derzeit keine wirksame Impfung gegen HCV. Wie viele andere Viren auch, ist das Hepatitis C-Virus ein genetisches Chamäleon: Inzwischen lassen sich mindestens sechs genetische Varianten (Genotypen) unterscheiden. Diese genetische Wandlungsfähigkeit des Virus macht es den Forschern schwer, einen Impfstoff zu entwickeln.

Es soll insgesamt sieben Hepatitis-Erreger geben, welche sind das außer A, B und C

Die hierzulande wichtigsten Erregertypen sind A, B und C. Es gibt darüber hinaus noch die Virustypen D, E, F und G. Möglicherweise werden die Wissenschaftler noch weitere entdecken.

Das Hepatitis D-Virus (HDV), auch Delta-Virus genannt, wurde 1977 identifiziert. Es handelt sich dabei um ein „defektes“ Virus, das sich nur vermehren und eine Krankheit erzeugen kann, wenn ihm der Hepatitis B-Erreger dabei hilft. Steckt sich ein Mensch, der bereits das Hepatitis B-Virus in sich trägt, mit dem Delta-Virus an, verläuft seine Lebererkrankung schwerer. Das Delta-Virus ist in Südamerika, im Nahen Osten und im Mittelmeerraum relativ häufig. Eine Impfung gegen Hepatitis B verhindert auch eine Infektion mit dem Delta-Virus.

Das Hepatitis E-Virus (HEV) wird durch verschmutztes Wasser, ungewaschenes Obst, rohes Gemüse oder unsauberes Geschirr auf fäkal-oralem Weg übertragen. In Asien, Afrika, Süd- und Mittelamerika sind Epidemien aufgetreten, in Europa sind HEV-Infektionen selten. In den meisten Fällen heilt eine Hepatitis E ohne Folgeschäden aus. Bei Schwangeren, die sich mit HEV infiziert haben, kann die Erkrankung jedoch schwer verlaufen.

Das Hepatitis F-Virus wurde von indischen Wissenschaftlern entdeckt und kann ebenso wie die anderen Hepatitis-Viren eine Leberentzündung hervorrufen. Hierzulande spielt es keine große Rolle.

Der bislang jüngste Neuzugang ist das 1995 identifizierte Hepatitis G-Virus (HGV). Wahrscheinlich sind ein bis drei Prozent der Bevölkerung mit diesem Mitglied des Hepatitis-Alphabets infiziert. Es wird offenbar über Blutkontakte übertragen und tritt meist zusammen mit einer Hepatitis C-Infektionen auf. Derzeit herrscht noch Unklarheit darüber, ob das Hepatitis G-Virus zu einem eigenständigen Krankheitsbild führt. Eine Impfung gibt es nicht.

Wann ist ein Lebertest angeraten?

Leberkrankheiten können jeden treffen. Tückisch ist, dass die Leber keine Schmerzsignale aussendet und die Symptome einer Lebererkrankungen oft nicht eindeutig sind. Häufig sind ständige Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Für die Betroffenen ist es wichtig, frühzeitig die Warnsignale des Körpers zu beachten. Besteht der Verdacht auf eine Lebererkrankung, sollten zunächst die Leberwerte untersucht werden. Sind diese erhöht, müssen die Ursachen mit weiteren Tests abgeklärt werden. Viele Lebererkrankungen lassen sich inzwischen gut behandeln, auch gibt es Impfmöglichkeiten gegen Hepatitis A und B. Doch je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird die Behandlung und Dauerschäden können die Folge sein. Für alle Hepatitis-Erkrankungen gilt: Je früher die Diagnose, desto besser sind die Therapiechancen.