Hepatitis - Therapie

Hepatitis A- die Reisekrankheit

Therapie

Eine spezifische Therapie der Hepatitis A gibt es nicht. Die Behandlung besteht in Bettruhe und Diät, wichtig ist der absolute Verzicht auf Alkohol, um die Leber weitestgehend zu schonen. Schwere Verlaufsformen machen einen Krankenhaus­aufenthalt erforderlich.

Prävention

Hepatitis A ist eine Kontaktinfektion und kann vor allem durch eine effektive Handhygiene verhindert werden. Das heißt: So oft wie möglich Hände waschen. Außerdem ist es ratsam, in Ländern mit einer hohen Hepatitis A-Durchseuchung, keine Salate, ungekochtes Gemüse, schalenlose Früchte oder unsteriles Wasser zu sich zu nehmen. Auch der Verzehr von Austern und Muscheln aus kontaminierten Gewässern sollte in diesen Gebieten vermieden werden. Dazu zählen Länder im Nahen Osten, in Asien, Mittel- und Südamerika sowie Afrika. Ein erhöhtes Risiko besteht auch in Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Seit 1992 gibt es einen risikoarmen Impfstoff aus abgetöteten Viren. Er gewährleistet nach dreimaliger Impfung einen zuverlässigen Schutz für fünf bis zehn Jahre.

Hepatitis B- eine chronische Infektion mit Folgen

Therapie

Eine akute Hepatitis B wird in der Regel nicht mit Medikamenten behandelt, weil sie beim Erwachsenen in rund 90 Prozent aller Fälle von alleine ausheilt. Im Falle einer chronischen Infektion kann jedoch eine medikamentöse Therapie angezeigt sein. Ob eine chronische Hepatitis B behandelt werden muss oder nicht, hängt von der Virusmenge, dem Stadium und dem Grad der Erkrankung ab. Betroffene sollten unbedingt einen Arzt konsultieren, um eine zielgerichtete Behandlung sicher zu stellen.

Lange Zeit war ein bestimmter körpereigener Eiweißstoff, der das Immunsystem stimulieren kann, der einzige in Deutschland zugelassene Wirkstoff zur Behandlung der Hepatitis B. Ein wesentlicher Fortschritt war die Einführung von Wirkstoffen, die sich direkt gegen das Virus richten (antivirale Therapie), weitere neue Wirkstoffe werden derzeit klinisch geprüft.

Prävention

Das Hepatitis B-Virus wird in erster Linie über Blutkontakte übertragen. Eine Infektion ist jedoch auch über Sexualkontakte möglich. Hiervor schützt die Verwendung von Kondomen.

Seit 1986 ist ein Impfstoff verfügbar, der sicher und mindestens zehn Jahre lang vor einer Infektion mit dem Hepatitis B-Virus schützt.

Hepatitis C- Die Stille Seuche

Therapie

Der Arzt entscheidet, wie eine Hepatitis C-Infektion zu behandeln ist. Es sind dazu verschiedene Kombinationen von Medikamenten, die das Immunsystem stimulieren (Interferone), mit Medikamenten, die sich direkt gegen das Hepatitis C-Virus richten, zugelassen. Die Standardtherapie stellen Kombinationen sog. DAAs („direct acting antivirals“ = direkt wirkende antivirale Agenzien) dar. Nach den neuesten Leitlinien ist auch für die Behandlung einer akuten Hepatitis C eine interferon-freie Therapie vorgesehen. Sie sollte bevorzugt aus einer Kombination von mindestens zwei direkt antiviralen Substanzen gegen HCV bestehen. Offene Fragen in der Therapie der akuten Hepatitis C mit direkt-antiviralen Substanzen betreffen die optimale Therapiedauer sowie die Verträglichkeit und Effektivität verschiedener Kombinationstherapien in einzelnen HCV-Genotypen. Zur Behandlung der chronischen Hepatitis C sind mit der Einführung der Interferon-freien Therapieoptionen für praktisch alle HCV-Genotypen und Therapiekonstellationen und dem direkten oder indirekten Nachweis einer Überlegenheit im Vergleich zu Interferon-basierten Therapieschemata in allen Aspekten die DAA-Therapie als Therapiestandard vorgesehen. Grundsätzlich gilt: Frühzeitig erkannt und behandelt scheint eine Hepatitis C fast immer heilbar zu sein. Eine optimale, auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie schließt auch eine so genannte Genotypisierung ein, mit der sich bestimmen lässt, von welcher genetischen Variante des Virus ein Patient befallen ist. Die Empfehlungen zur Wahl der einzusetzenden Medikamente richten sich nach dem Genotyp.1

Prävention

Das Hepatitis C-Virus wird in erster Linie über Blutkontakte übertragen. Die Hauptrisikogruppe sind heute Drogenabhängige, die sich Rauschgift in die Venen spritzen (78% aller Fälle in Deutschland 2). Sie können sich vor allem durch den Gebrauch von Einmalspritzen vor einer Ansteckung schützen. Der sexuelle Übertragungsweg ist bei HCV nur selten. Es ist bislang nicht möglich, gegen Hepatitis C zu impfen.

Referenzen

  1. Sarrazin C 2018 Gastroenterol vol.56 pp.756–838 (DSGV Leitlinie Hepatitis, 2018)
  2. RKI Epidemiologisches Bulletin Nr. 29/2018