Herpes Prävention

Gegen Infektionen mit Herpesviren gibt es mit Ausnahme der Windpocken derzeit keine aktiven Impfstoffe. Impfstoffe gegen weitere Humane Herpesviren sind in der Entwicklung. Gegen die Windpocken kann man impfen: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung allen Kindern im Alter von elf bis 14 Monaten. Sie kann jederzeit auch noch später erfolgen.

Herpes im Lippen und Genitalbereich

Eine Herpesinfektion im Mund- oder Genitalbereich (Herpes labialis; Herpes genitalis) heilt in der Regel nach fünf bis sieben Tagen wieder ab. Virus-hemmende Medikamente können die Erkrankung begrenzen, abkürzen und lindern.

Windpocken und Gürtelrose

Bei Windpocken reicht es bei unkomplizierten Krankheitsverläufen zumeist aus, die Haut mit Juckreiz stillendem Puder und austrocknenden Lotionen zu behandeln. Ist der Juckreiz besonders stark, verschreibt der Arzt manchmal Antihistaminika. Das sind Wirkstoffe, die verhindern, dass der körpereigene Botenstoff Histamin an seinen Rezeptor bindet, und so die Wirkung von Histamin vereiteln. Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, und Schwangeren können spezielle, gegen das Virus gerichtete Antikörper (Immunglobuline) verabreicht werden. Gefährdete Neugeborene werden vorbeugend mit Virus-hemmenden Medikamenten behandelt.

Eine Gürtelrose kann mit Virus-hemmenden Mitteln (Virostatika) behandelt werden. Die Medikamente können die Vermehrung der Viren stoppen, den Krankheitsverlauf abmildern und das Abheilen der Bläschen beschleunigen. Häufig kommen auch örtliche Maßnahmen wie Schmerz betäubende und austrocknende Lösungen oder Puder zum Einsatz. Vor allem bei älteren Menschen kann die betroffene Hautregion noch Monate bis Jahre nach Auftreten des Ausschlags schmerzen. Diese Schmerzen haben sich als schwer behandelbar erwiesen.

Zytomegalie

Bei einer schweren Erkrankung werden speziell gegen das Virus gerichtete Antikörper verabreicht, mithilfe derer die Symptome gelindert werden können. Auch Virus-hemmende Medikamente werden angewendet. Bei der Transplantation von Organen wird überprüft, ob die Spender unter anderem Antikörper gegen Zytomegalie-Viren haben.

Pfeiffersches Drüsenfieber

Die Erkrankung heilt in der Regel innerhalb von einigen Wochen ohne eine spezifische Behandlung aus. Treten Komplikationen auf oder ist die Abwehr der Patienten geschwächt, werden Virus-hemmende Medikamente eingesetzt. Ist die Infektion überstanden, besteht eine lebenslange Immunität.