Sepsis

Infektion und Erreger erkennen

Blutröhrchen

In der Blutkultur werden Sepsis-Erreger in einem speziellen Nährmedium über mehrere Tage gezüchtet. Die in der Blutkultur gezüchteten Sepsis-Erreger werden anschließend auf ihre Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika getestet.

Entscheidend für die Überlebenschancen eines Sepsis-Patienten ist es häufig, dass die zugrunde liegende Infektion möglichst frühzeitig erkannt, der Infektionsherd identifiziert und eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird. Besonders wichtig ist der mikrobiologische Befund, der Auskunft darüber gibt, welcher Krankheitserreger die Sepsis ausgelöst hat. Auf Basis dieses Befundes kann der behandelnde Arzt entscheiden, wie der betroffene Sepsis-Patient behandelt werden muss.

Die Blutkultur 

Seit rund 100 Jahren werden Blutkulturen für den Nachweis von Infektionen in der Blutbahn verwendet. Der amerikanische Herzspezialist Dr. Emanuel Libman beschrieb 1906 erstmals ihren diagnostischen Wert. Das Blut des Patienten wird in zwei mit Nährlösungen versehene Flaschen gefüllt, eine für sauerstoffabhängige (aerobe) und eine für sauerstoffunabhängige (anaerobe) Krankheitserreger.

Diese Flaschen werden bei einer Temperatur von 37°C aufbewahrt. Unter diesen günstigen Bedingungen – Wärme und Nährstoffe – vermehren sich eventuell vorhandene Erreger. Bevor in einer Blutkultur aber Bakterien nachweisbar sind, vergehen je nach Erregertyp zwei bis fünf Tage. Bei Pilzen dauert es meist noch länger (bis zu acht Tagen) – wenn sie sich überhaupt nachweisen lassen. Die anschließende Identifizierung der Erreger und die Prüfung ihrer Antibiotika-Empfindlichkeit dauern noch einmal mindestens 24 Stunden. Überdies zeigt die Blutkultur bei Patienten, denen bereits Antibiotika verabreicht wurden, kein Ergebnis, denn Bakterien vermehren sich unter der Behandlung mit Antibiotika nicht mehr. Die Blutkultur kann aber nur vermehrungsfähige Erreger aufspüren.

 

Immunreaktion und Verlaufskontrolle

Die Entstehung und der Verlauf einer Sepsis sowie die Heilungschancen (Prognose) der betroffenen Patienten hängen wesentlich davon ab, wie stark die Reaktion des Immunsystems auf die Sepsis-Erreger in der Blutbahn ausfällt. Um den Übergang einer lokal begrenzten Infektion zu einer Sepsis erkennen zu können, sucht man daher intensiv nach zuverlässigen Entzündungsmarkern. Mehrere dieser Botenstoffe aus dem Blut werden derzeit auf ihre diagnostische Eignung geprüft.