Sepsis

Ursachen von Sepsis

E Coli Bakterium

Das Darmbakterium Escherichia coli kann, wenn es in die Blutbahn gelangt, Sepsis auslösen.

Eine Sepsis kann als Komplikation aller Infektionskrankheiten auftreten, wenn eine anfangs örtlich begrenzte Entzündung auf den ganzen Körper übergreift. Infektionen der Atemwege oder des Bauchraums führen am häufigsten zu einer Sepsis.

Die jeweiligen Erreger einer Sepsis können von außen in den Körper gelangen, etwa nach einer Verwundung; sie können aber auch aus dem eigenen Körper kommen, wie zum Beispiel die normalerweise harmlosen Darmbakterien, wenn sie während einer Operation durch eine Wunde ins Blut gelangen und dort eine Sepsis auslösen.  

Eine Infektion, die zu einer Sepsis führt, kann von gesunden Menschen im alltäglichen Leben oder von Patienten in einem Krankenhaus erworben werden. Im letzteren Fall spricht man von nosokomialen Infektionen.

 Diese sind in der Regel gefährlicher, weil:

  • Krankenhauskeime häufig sehr aggressiv sind,
  • Es den Patienten oftmals schon vorher schlecht geht und ihr Immunsystem geschwächt ist,
  • Krankenhauskeime häufig resistent gegen die üblichen Antibiotika sind.
     

Eine Entzündung ist eine sinnvolle Antwort des Organismus auf eine Infektion, durch die unser Körper versucht, Krankheitserreger zu eliminieren. Kommt es zu einer solchen Entzündungsreaktion, werden die Gefäße um den Infektionsherd geweitet, durchlässiger und stärker durchblutet. Das Blut fließt langsamer, damit weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Botenstoffe durch die Gefäßwand ins Gewebe eindringen können, um dort die Bakterien zu bekämpfen. Botenstoffe des Immunsystems bringen das Blut um den Infektionsherd zum Gerinnen, damit die Bakterien sich nicht verbreiten, sondern zerstört und in die Lymphknoten abtransportiert werden können.

Am Anfang steht eine Entzündung 

Eine Sepsis kann sich über mehrere Stufen entwickeln. Diese reichen von einer Entzündungsreaktion bis hin zum multiplen Organversagen.

Mortalitätskaskade Sepsis

Eine Sepsis kann sich über mehrere Stufen entwickeln. Diese reichen von einer Entzündungsreaktion bis hin zum multiplen Organversagen.

Das Abwehrsystem gerät außer Kontrolle

Im begrenzten Umkreis einer örtlichen Infektion ist eine Entzündung mit ihren Hauptsymptomen Wärme, Rötung, Schmerz und Schwellung ein effektives Heilmittel. Erstaunlicherweise wendet unser Körper dieses Mittel auch an, wenn Bakterien oder ihre Gifte in die Blutbahn gelangt sind – mit folgenschweren Konsequenzen. Denn die gleichen Befehle, die lokal so erfolgreich sind, führen körperweit zu einer fatalen Kettenreaktion. Im septischen Schock versackt das Blut dann schließlich durch die geweiteten Gefäße förmlich im Körper, der Sauerstoff wird knapp, das Herz rast. Wasser staut sich im Gewebe, der Patient fiebert, das Blut gerinnt ihm in den Adern bis schließlich ein Organ nach dem anderen versagt.

Schon die einfache Sepsis endet für 20 Prozent aller Betroffenen tödlich. Sie kann sich zu einer schweren Sepsis entwickeln, bei der erhebliche Funktionsstörungen eines lebenswichtigen Organs auftreten – sei es im zentralen Nervensystem, in Herz, Lunge, Leber, Niere oder einem anderen Organ. Die Sterblichkeit steigt dann auf 40 Prozent. Wenn schließlich der Blutdruck auf so niedrige Werte fällt, dass der Patient durch Flüssigkeitsersatz allein nicht mehr behandelt werden kann, liegt ein septischer Schock vor. Das Herz-Kreislauf-System droht auszufallen, oft versagen mehrere Organe gleichzeitig. Allen Bemühungen der Intensivmediziner zum Trotz sterben 60 Prozent aller Betroffenen an multiplem Organversagen.

Symptome einer Sepsis

Laut Leitlinien der Deutschen Sepsis-Gesellschaft gibt es derzeit keinen einzelnen Parameter, durch den alleine eine Sepsis diagnostiziert werden kann. Vielmehr wird eine Sepsis über eine Kombination aus:

  • Klinischen Merkmalen,
  • Laborwerten und
  • Organfunktionen definiert.

Eine Sepsis beginnt häufig relativ harmlos. Aus einer in der Regel lokal begrenzten Infektion entwickelt sich dann das systemisch-entzündliche Reaktionssyndrom (SIRS), das den gesamten Körper betrifft. Bei einer systemischen, also körperweiten, Entzündung können folgende Symptome beobachtet werden:

  • Die Körpertemperatur steigt auf mehr als 38°C an oder sinkt auf weniger als 36°C.
  • Der Puls weist mehr als 90 Schläge pro Minute auf.
  • Die Atemfrequenz liegt höher als 20 Atemzüge pro Minute.
  • Es können mehr als 12 Millionen Leukozyten oder weniger als 4 Millionen Leukozyten pro Milliliter Blut gemessen werden.

Eine einfache Sepsis liegt gemäß medizinischer Definition dann vor, wenn eine Infektion durch einen mikrobiologischen Befund erwiesen ist und zwei der vier oben aufgeführten SIRS-Kriterien zutreffen.