Tuberkulose

Krankheit des Elends

Tuberkolose ist auf dem Vormarsch

Weltweit ist Tuberkulose die häufigste – und ausdauerndste – Infektionskrankheit. Sie kann geheilt werden– vorausgesetzt, sie wird früh erkannt und konsequent behandelt. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass derzeit 1,7 Milliarden Menschen mit dem Erreger der Tuberkulose infiziert sind - das ist jeder vierte Mensch auf der Erde 1. Bei ca. 5-10% der Infizierten bricht die Krankheit irgendwann im Lauf des Lebens aus. Armut, schlechte Lebensbedingungen und ungenügende Ernährung tragen dazu bei – und sind zugleich die Hauptursachen dafür, dass sich die Seuche derart stark ausbreitet: pro Jahr erkranken mehr als 10 Millionen Menschen neu und etwa 1,6 Millionen sterben an der Tuberkulose. Am schlimmsten von der Seuche betroffen sind die Menschen in Asien, Afrika, und in der westpazifischen Region – hier werden 80% aller Neuerkrankten verzeichnet.

In Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern ist die Tuberkulose selten geworden (5.915 Neuerkrankte in Deutschland im Jahr 2016, d.h. 7,2 Infizierte pro 100.000 Einwohner) 2. Im Osten Europas wird seit etwa zehn Jahren wieder ein Anstieg der Tuberkuloseerkrankungen verzeichnet. Der Tuberkulose-Erreger ist mit HIV, dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids, eine unheilvolle Allianz eingegangen: Bei Menschen, die gleichzeitig mit HIV und dem Tuberkulose-Erreger infiziert sind, bricht die Erkrankung deutlich häufiger aus und verläuft schwerer. Weltweit ist die Tuberkulose die häufigste Todesursache für HIV-Positive. Auch die erstarkende Widerstandskraft des Tuberkulose-Erregers gegen gängige Medikamente erschwert die Situation. Sollte die derzeitige Entwicklung anhalten, geht die WHO davon aus, dass im ersten Drittel dieses Jahrhunderts 100 Millionen Menschen an der Seuche erkranken und 20 Millionen an Tuberkulose sterben werden.

Referenzen

  1. http://www.who.int/tb/publications/global_report/en/
  2. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Tuberkulose/