Kolposkopie und Histologie

Inspektion der Zervix mittels Kolposkop

Die Kolposkopie ist das Bindeglied zwischen Screening und histologischer Diagnosestellung. Eine Kolposkopie ist eine visuelle Untersuchung der Zervix mithilfe einer Scheidenlupe (Kolposkop). Potenzielle Veränderungen der Zervix können somit genauer inspiziert werden. Zusätzlich können auffällige Areale mit Essigsäure betupft werden, was zu einer temporären Weißfärbung von verändertem Gewebe führt und die Beurteilung erleichtert.22 Sind trotz vorherigem Verdacht kolposkopisch keine auffälligen Areale zu erkennen, sollten randomisierte Biopsien entnommen werden.

Kolposkopie

Histologische Untersuchung 

Die im Rahmen einer Kolposkopie entnommenen Biopsien werden der histologischen Analyse unterzogen.23 Diese Zellprobe enthält nicht nur die bei der Zytologie analysierten Epithelzellen, sondern auch darunter liegende Zellschichten bis hin zum Stroma. Die Gewebeprobe (ca. 4-5 mm) wird nach der Entnahme im Labor auf Veränderungen hin untersucht. Hierfür werden Gewebeschnitte angefertigt, mit Hämatoxylin und Eosin (H&E) gefärbt und anschließend von einem Pathologen unter dem Mikroskop beurteilt. Somit kann der Verdacht auf eine Dysplasie oder ein Zervixkarzinom bestätigt werden und gleichzeitig das Stadium der Krebsvorstufe oder des Karzinoms bestimmt werden.

p16 Färbung - die sinnvolle Ergänzung zur präzisen Diagnostik 

Als Ergänzung zur H&E Färbung kann eine Zervix-Gewebeprobe zusätzlich immunhistochemisch mit dem CINtec® Histology auf die Überexpression des p16INK4a Antigens untersucht werden. Die p16 Überexpression ist die Folge einer onkogenen Transformation ausgelöst durch eine persistierende HPV-Infektion. Das Protein p16 kann daher als Biomarker für den Nachweis intraepithelialer Neoplasien (CIN) der Zervix genutzt werden. Eine p16 IHC Färbung sollte daher parallel zur H&E Färbung durchgeführt werden, um die diagnostische Genauigkeit zu erhöhen.19,24

p16 Färbung

Ablauf einer histologischen Färbung

Ablauf histologische Färbung