Diskussion zur neuen Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

Hohe Test-Qualität und gute Zusammenarbeit stehen für Gynäkologen und Labore im Fokus

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verabschiedete 2016 neue Eckpunkte für das zukünftige Screening auf Gebärmutterhalskrebs. Mit der Änderung haben Frauen ab 35 Jahren künftig alle drei Jahre ein Anrecht auf einen HPV-Test in Kombination mit einer zytologischen Untersuchung. Auch die Autoren der kürzlich veröffentlichten S3-Leitlinie «Prävention des Zervixkarzinom» befürworten die Aufnahme des HPV-Tests in die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Ein Termin für eine bindende Richtlinie durch den G-BA steht noch aus. Dennoch beschäftigen sich Ärzte bereits jetzt mit den Auswirkungen der Änderungen auf Ihre Arbeit. Auf Einladung von Roche diskutierten Gynäkologen und Pathologen im Rahmen des FOKO 2018 über die heutige und zukünftige Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge und die Chancen für das Patientenmanagement. Geleitet wurde der Diskurs von Dr. Gerd Böhmer, Facharzt für Gynäkologie, Geburtshilfe, Kolposkopie und Zytologie, Hannover, Dr. Karin Maass-Poppenhusen, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oberärztin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel und Prof. Katharina Tiemann, Fachärztin für Pathologie, Hamburg.

Die persistierende Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) gilt als wichtigster Risikofaktor bei der Entstehung eines Zervixkarzinoms. Mit den Änderungen des G-BA wird daher der HPV-Test in die zukünftige Gebärmutterhalskrebs Vorsorge aufgenommen. Gynäkologen bekräftigen bei der Diskussionsrunde in Düsseldorf, dass die Test-Qualität da an erster Stelle stünde. „Die Befundqualität ginge vor einem schnellen Ergebnis – das wüssten auch die Patientinnen“, waren sich die anwesenden Gynäkologen einig. Ein Großteil der Gynäkologen wisse allerdings nicht, welche HPV-Tests ihr Labor nutzt – das bestätigt auch das Meinungsbild der Diskussionsrunde. Wichtig sei für sie, dass die Tests klinisch validiert seien und eine FDA-Zulassung hätten. Die Empfehlungen der S3-Leitlinie und des G-BA lauten, dass die HPV-Tests die Kriterien nach Meijer1 und Stoler2 einhalten sowie Studien zur Langzeitsicherheit vorweisen sollen.

„Insgesamt finde ich, wird das Qualitätsbewusstsein in Labor und Klinik besser. Ich bespreche gerne eventuelle Probleme mit der Zytologie oder der Biopsie – hierzu sind wir Ärzte meiner Meinung nach verpflichtet, denn das macht die gute Qualität der Diagnostik für die Patientin aus. Dazu setze ich mich mit den zuweisenden Gynäkologen zusammen und bespreche die kritischen oder die merkwürdigen Befunde, bei denen auch der Gynäkologe nicht genau weiß, wie er sie einordnen soll, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagt Prof. Katharina Tiemann.

Das Co-Screening erfordert den Aufbau von mehr Dysplasieeinheiten

Mit der Einführung der neuen Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge wird mit steigenden Patientinnen-Zahlen gerechnet. Diese werden zukünftig von Krankenkassen per Post an die Vorsorgetermine erinnert und eingeladen. Das Vorgehen bewerten die Teilnehmer der Diskussionsrunde positiv, sehen den erwarteten Zustrom an Patientinnen allerdings auch mit Sorge. Dies bedeutet ein mehr an Informations- und Aufklärungsbedarf, aber auch einen Bedarf an Ressourcen, der aktuell noch nicht gedeckt sei – zum Beispiel die Anzahl an Dysplasieeinheiten oder Kolposkopiker. Aktuell betrage die Wartezeit für eine Dysplasiesprechstunde bereits bis zu vier Monaten.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Laboren ist das A und O

Neben der Qualitätssicherung und der Ressourcenabdeckung hebt die Diskussionsrunde die interdisziplinäre Zusammenarbeit hervor und bestätigt, dass kurze Kommunikationswege und ein guter persönlicher Kontakt wichtig seien. Empfehlungen des Labors würden von Gynäkologen gerne angenommen. Ein Gynäkologe aus der Diskussionsrunde berichtet, er werde einmal im Quartal von seinem Labor eingeladen, um persönlich auf den neusten Stand gebracht zu werden bzgl. gesundheitspolitischer und medizinischer Neuerungen. Dies ist nur ein Beispiel, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit aussehen kann.

Über das Roche Portfolio für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs
Als einziges Unternehmen im Markt bietet Roche Diagnostics derzeit ein umfangreiches Portfolio aus klinisch validierten HPV- und Biomarker-Tests zur Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs an. Das Portfolio von Roche zum Zervixkarzinom-Screening unterstützt Labore und Gynäkologen in ihren Bemühungen der besten Patientenversorgung, zum Schutz der Frauen vor Gebärmutterhalskrebs und Übertherapie. Dabei bietet der HPV-Nachweis mittels PCR (cobas HPV Test für das cobas 4800 System) ein Testverfahren, das auch die Qualitätskriterien für das primäre Screening durch eine FDA-Zulassung und Validierung durch prospektive Studien erfüllt.3 Der CINtec PLUS Test detektiert die p16/Ki-67 Biomarker und identifiziert in der Triage Frauen mit bereits vorliegenden zervikalen Läsionen (p16/Ki-67 positiv), die am meisten von einer Kolposkopie profitieren können. Der CINtec Histology Test dagegen bestätigt die Gegenwart oder das Nicht-Vorhandensein einer CIN3+ Läsion (p16 positiv) in Biopsien, die während einer Differentialkolposkopie entnommen wurden. Diese signifikant erhöhte diagnostische Genauigkeit ermöglicht eine verbesserte Therapieentscheidung durch präzise Gewebediagnostik.

Über Roche

Roche beschäftigt in Deutschland rund 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Die großen operativen Gesellschaften sind an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese über 2,5 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Referenzen

  1. Meijer, C.J., J. Berkhof, P.E. Castle, et al., Guidelines for human papillomavirus DNA test requirements for primary cervical

    cancer screening in women 30 years and older. Int J Cancer, 2009. 124(3): p. 516-20.

  2. Stoler, M.H., P.E. Castle, D. Solomon, et al., The expanded use of HPV testing in gynecologic practice per ASCCP-guided

    management requires the use of well-validated assays. American Journal of Clinical Pathology, 2007. 127(3): p. 335-337.

  3. Wright TC et al. Am J Obstet Gynecol 2012; 206:46.e1-46.e.11.

 

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Roche Diagnostics Deutschland GmbH
Maren Schulz
Head of Communications
Sandhofer Straße 116
68305 Mannheim
Tel.: +49-(0)621-759 5484
E-Mail: maren.schulz@roche.com
 


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