Embolieprophylaxe bei Vorhofflimmern:

Orale Antikoagulation nach patientenindividuellen Kriterien auswählen / Option des Gerinnungs-Selbstmanagements berücksichtigen

Die Wahl eines passenden oralen Antikoagulans ist immer auch eine Gratwanderung zwischen einer ausreichenden Embolieprophylaxe und dem individuellen Blutungsrisiko des Patienten. Aktuelle Studienergebnisse sowie Leitlinienempfehlungen sollten daher mit Blick auf eine optimale Patientenversorgung intensiv geprüft werden – denn nicht jeder Patient ist beispielsweise für eine Therapie mit nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOAK) geeignet. Welches Präparat für wen das Richtige ist und welche Faktoren bei der Therapiewahl beachtet werden müssen, erläuterten Experten auf einem Symposium1  im Rahmen der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

In der Prophylaxe von kardioembolischen Ereignissen werden zunehmend NOAK anstelle von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) eingesetzt. Allerdings sollten in Bezug auf eine optimale Patientenversorgung laut Prof. Dr. med. Heiner K. Berthold, Bielefeld, und PD Dr. med. habil. Christoph Sucker, Berlin, Begleiterkrankungen sowie die Compliance des Patienten in den Auswahlprozess für das passende Antikoagulans integriert werden. „Bei Kontraindikationen wie z. B. schwerer Niereninsuffizienz ist eine Therapie mit NOAK grundsätzlich auszuschließen und auch zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern werden VKA weiterhin als Standard eingesetzt“, konkretisierte Berthold.

Der Experte führte zudem aus, dass im Hinblick auf NOAK auch Vorsicht bei der individuellen Blutungsneigung von Patienten im Bereich von gastrointestinalen Blutungen und Hypermenorrhoe geboten sei. Sucker forderte seine Kollegen dazu auf, einen geschärften Blick für diese Thematik zu entwickeln: „Wenn wir uns ab und zu einmal die Jahresauswertungen des BfArM zu den gemeldeten Verdachtsfällen – auch mit tödlichem Ausgang – ansehen, erhalten wir ein ganz klares Bild: Allein 2016 wurden Nebenwirkungen und insbesondere auch schwere Blutungen unter Antikoagulation mit NOAK deutlich häufiger gemeldet als unter Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten. Das zeigt, dass eine Therapie mit NOAK nicht immer so komplikationslos verläuft, wie suggeriert.“ Darüber hinaus sind Begleitmedikationen oder auch eine schlechte Compliance weitere Variablen, die eine Antikoagulation mit NOAK erschweren können. Die fehlende Möglichkeit der Therapiekontrolle durch Messung des Gerinnungswertes definierte Berthold daher als einen wesentlichen Nachteil der Antikoagulation mit NOAK.

Verbesserte Compliance

„Schätzungen zufolge werden nur etwa 50 Prozent der verordneten Arzneimittel tatsächlich auch eingenommen – die andere Hälfte wird häufig ganz einfach vergessen oder in einigen Fällen auch eigenmächtig je nach Bedarf dosiert“, betonte Sucker. Laut dem Experten für Hämostaseologie hat das Monitoring unter der Einnahme von VKA einen positiven Effekt auf die Compliance der anti-koagulierten Patienten: Die regelmäßigen Kontrollen des Gerinnungswertes – entweder durch einen Arzt oder selbstständig durch den Patienten im Rahmen des Gerinnungs-Selbstmanagements (GSM) mit Systemen wie dem CoaguChek® INRange von Roche Diagnostics – geben einen Überblick über die Therapieeinstellung. Aus langjähriger Praxiserfahrung weiß Su-cker, ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der Antikoagulation e. V. (ASA), dass gut geschulte Patienten zudem adhärent sind und ihre Gerinnungswerte präzise ein-stellen können. Studien bestätigen, dass Selbstmanager eine erhöhte TTR (Time in Therapeutic Range) von 79 Prozent gegenüber konventionell betreuten Patienten mit einer TTR von 62 Prozent haben.2 

Weitere Vorteile des Monitorings bestätigt

Beide Experten waren sich einig, dass die Lebensqualität der Patienten durch die positiven Effekte des Monitorings verbessert werden kann und GSM daher bei der Therapiewahl immer bedacht werden sollte. Im Alltag ermöglichen eigenständige und engmaschige Kontrollen ein frühzeitiges Erkennen von Schwankungen wodurch mögliche Komplikationen vermieden werden.3  Studienergebnisse verdeutlichen, dass schwerwiegende Blutungen im Rahmen des GSM um 14 Prozent reduziert werden und die Mortalitätsrate sinkt.4 Außerdem bedeutet die selbstständige, zeit- und ortsunabhängige Messung für Anwender wiedergewonnene Unabhängigkeit und Flexibilität im Alltag.3 In diesem Zusammenhang verwies Berthold auch auf die aktuelle Version des Leitfadens der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), in der das GSM explizit als kosteneffiziente Option genannt wird, die zudem auch noch – bei geeigneten Patienten – leicht schulbar ist.5 „Selbst wenn ein Patient aufgrund einer Begleiterkrankung, etwa eines Morbus Parkinson, die Selbstmessung nicht selbst durchführen kann, können Angehörige eingebunden werden und die Messungen für den Patienten durchführen“, führte Sucker aus.

Über Roche in Deutschland

Roche beschäftigt in Deutschland rund 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Die großen operativen Gesellschaften sind an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese über 2,5 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de.

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Referenzen

  1. „Orale Antikoagulation im Alltag: welches Präparat für wen und warum?“, Symposium von Roche Diagnostics Deutschland, 06.04.2018, 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
  2. Koertke H, Koerfer R. Ann Thorac Surg 2001;72:44-48
  3. Gohlke-Bärwolf C. Broschüre „Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern“, Deutsche Herzstiftung, Oktober 2014, ISBN 978-3-9811926-1-2
  4. Heneghan C et al. Lancet 2012;379:322-34
  5. Leitfaden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) „Orale Antikoagulation bei nichtvalvulärem Vorhofflimmern“, 2. überarbeitete Auflage, Sept. 2016, http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/LF/PDF/OAKVHF.pdf (letzter Abruf 09.04.2018)

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