Lungenkrebsmarker

Lungenkrebsmarker

Lungenkrebs zählt zu einer der häufigsten und schwerwiegendsten Krebserkrankungen weltweit. Beim Lungenkarzinom kommt es zu unkontrolliertem Zellwachstum in der Lunge, wodurch ein Tumor entsteht. Lungenkrebs wird häufig erst in späten Stadien erkannt und die Heilungschancen sind dementsprechend gering. Die rechtzeitige und zuverlässige Diagnose ist deshalb entscheidend.

Überblick

Lungenkrebs im Überblick

Lungenkrebs

Das Lungenkarzinom (auch Bronchialkarzinom genannt) lässt sich in zwei Haupttypen unterteilen. Man unterscheidet zwischen dem kleinzelligen Lungenkarzinom (small cell lung cancer, SCLC), das ca. 15-20 % aller Lungenkarzinome ausmacht und dem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC), welches in etwa 80-85 % der Fälle auftritt.1 Diese beiden Tumortypen unterscheiden sich in Prognose und Krankheitsverlauf, weshalb die Charakterisierung des Tumors essenziell ist. Weiterhin erfolgt eine histologische Subklassifizierung des NSCLCs in Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome und großzellige Karzinome.
Mutationen in den Genen KRAS und EGFR sind häufig ursächlich für die Entstehung eines Lungenkarzinoms. Weiterhin kann ein chromosomales Rearrangement dazu führen, dass das ALK-Protein in Lungenkarzinomzellen überexprimiert wird. Auch diese Veränderung hat enormen Einfluss auf die Entwicklung eines Tumors. Der Nachweis dieser Veränderungen ist für die weiteren Therapieentscheidungen wegweisend und eine schnelle und zuverlässige Diagnose daher von enormer Bedeutung.2
Seit einiger Zeit kann auch der immunonkologische Marker PD-L1 verwendet werden, um die Ansprechwahrscheinlichkeit auf eine Immuntherapie präziser vorherzusagen.3

NTRK

NTRK

TRK fusion Mammary analogue secretory carcinoma pan-TRK IHC

NTRK steht für Neurotrophe Tropomyosin-Rezeptor-Kinase und NTRK-Genfusionen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung verschiedener Arten von soliden Tumoren.4 Physiologisch spielen diese Tyrosinrezeptorkinasen u.a. bei der Entwicklung und Differenzierung des Nervensystems eine Rolle.5 Die menschlichen neurotrophen Rezeptor-Tyrosinkinase-Gene NTRK 1/2/3 kodieren für die Proteine TRK A, TRK B und TRK C.6 

NTRK-Genfusionen gelten als starke onkogene Treiber und entstehen durch chromosomale Rearrangements.4 TRK-Fusionsproteine zeichnen sich durch eine konstitutive, ligandenunabhängige Aktivierung ihrer Kinasedomäne aus, wodurch verschiedene onkogene Signalwege dauerhaft aktiviert werden. Diese fördern onkogene Prozesse wie Transformation, Proliferation und Invasion.6,7 NTRK-Fusionen treten in Tumoren sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auf. Die Prävalenz von NTRK-Fusionen ist abhängig vom Tumortyp.5,8


VENTANA pan-TRK (EPR17341) 

VENTANA pan-TRK (EPR17341) ist ein gebrauchsfertiger, CE-IVD zertifizierter IHC-Assay für den immunhistochemischen (IHC) Nachweis der C-terminalen Region der der Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Proteine A, B und C in Formalin-fixiertem Paraffin-eingebettetem (FFPE) Gewebe. Der Assay wurde für den Einsatz mit dem VENTANA OptiView DAB IHC Detection Kit auf den vollautomatischen Färbesystemen VENTANA BenchMark optimiert.9

VENTANA pan-TRK (EPR17341)

ROS1

ROS1

VENTANA ROS1 (SP384)

Das ROS1-Gen ist eine Rezeptortyrosinkinase (RTK) der Insulinrezeptorfamilie.10 Durch genetische Alterationen kommt es in mehreren onkogenen Signalwegen, die für Zellproliferation, Zellüberleben und Zellsignalkaskaden verantwortlich sind, zu einer erhöhten Aktivität.10,11 Onkogene Fusionen von ROS1 sind bisher beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NCSLC),10,11,14,15 in Glioblastomen,11,12 Cholangiokarzinomen,11,13 und Ovarialkarzinomen­11 festgestellt worden. In nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NCSLCs) treten diese genetischen Umlagerungen in nur 1-2% der Fälle  auf.14,15 Deshalb könnte der Einsatz eines immunhistochemischen Assays zum Nachweis einer ROS1-Proteinexpression vor der Durchführung von molekularen Bestätigungstests den Arbeitsaufwand und die Gesamtkosten in der ROS1 Diagnostik reduzieren.14 Gemäß Leitlinienempfehlungen soll bei allen Patienten mit der Diagnose Lungenadenokarzinom auf ROS1-Mutationen getestet werden.16,17 

VENTANA ROS1 (SP384)

VENTANA ROS1 (SP384) ist ein gebrauchsfertiger, CE-IVD zertifizierter IHC-Assay zur sicheren Beurteilung der ROS1-Expression. Der monoklonale primäre Kaninchenantikörper VENTANA ROS1 (SP384) wurde für den Einsatz mit dem VENTANA OptiView DAB IHC-Detektionskit auf den vollautomatischen BenchMark-IHC/ISH-Objektträgerfärbesystemen optimiert.

VENTANA ROS1 (SP384)

EGFR

EGFR

cobas-egfr-mutation-testv2

Der Epidermal Growth Factor (EGF) Rezeptor ist Startpunkt einer Signalkaskade, die bei der Kontrolle des Zellwachstums eine entscheidende Rolle spielt. Unter physiologischen Bedingungen wird das Zellwachstum durch Wachstumsfaktoren kontrolliert. In westeuropäischen Patientenpopulationen kommt es in etwa 8-15 % aller Fälle des NSCLCs zu Mutationen, die den EGF Rezeptor - unabhängig von Wachstumsfaktoren - aktivieren und ein unkontrolliertes Zellwachstum bedingen.18 Eine Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren kann dem entgegenwirken.
Mit Hilfe des cobas® EGFR Mutation Test v2 können solche Mutationen schnell und standardisiert nachgewiesen werden und somit diejenigen Patienten, die von einer EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor Therapie profitieren könnten, zuverlässig identifiziert werden.

Zudem bietet sich nun auch die Möglichkeit, EGFR-Mutationen im Blut nachzuweisen. Mit Hilfe der Plasma-basierten Testung (Liquid Biopsy), einer minimalinvasiven, schnellen Methode für die molekularpathologische Analyse von NSCLC-Tumoren, können Patienten, bei denen keine Gewebeprobe verfügbar ist, für Tyrosinkinase-Inhibitor Therapien qualifiziert werden.

cobas® EGFR Mutationstest v2

ALK

ALK

ALK

Das Protein anaplastische Lymphom Kinase (ALK) gehört zur Gruppe der Rezeptortyrosinkinasen. Die Funktion von ALK ist bis heute nicht abschließend geklärt, wobei vermutet wird, dass sie an der Neurogenese und der Funktion des Nervensystems beteiligt ist.19
ALK gilt heute als bedeutender krebsfördernder Faktor beim NSCLC. Jährlich treten weltweit tausende Fälle mit Genrearrangements auf, die zu einer Überexpression des ALK-Proteins führen. Dies macht etwa 3 bis 7 % aller nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome aus.20 Der Nachweis von ALK ist essentiell für weitere Therapieentscheidungen beim NSCLC und eine frühe Diagnostik deshalb von großer Bedeutung.
Der vollautomatisierte VENTANA ALK IHC-Assay liefert schnell korrekte und eindeutige Ergebnisse, die als solide Grundlage für eine Therapieentscheidung dienen. Herzstück des Tests ist der hoch sensitive, monoklonale Kaninchenantikörper D5F3, der für den automatisierten, klinischen Einsatz optimiert und standardisiert wurde.

VENTANA ALK IHC-Assay

PD-L1

PD-L1

PD-L1

Der programmed death-ligand 1 (PD-L1) ist ein inhibitorischer Rezeptor, der auf der Oberfläche von T-Zellen exprimiert wird. Im Tumormikromilieu bindet PD-L1 auf der Oberfläche der Tumorzellen an PD-1 auf den aktivierten infiltrierenden T-Zellen. Das so übertragene inhibitorische Signal hindert diese T-Zellen daran, die entsprechenden Tumore zu erkennen und zu zerstören.21

VENTANA PD-L1 (SP142)
Der VENTANA PD-L1 (SP142) IHC Assay enthält einen gebrauchsfertigen IVD Antikörper und wird zur Beurteilung der PD-L1 Expression auf Tumorzellen und tumorinfiltrierenden Immunzellen mit dem OptiView DAB IHC Detection Kit und dem OptiView Amplification Kit eingesetzt. Dieser Test ist hoch spezifisch, reproduzierbar und wurde entwickelt, um den visuellen Kontrast der Immunzellfärbung in der Mikroumgebung des Tumors zu verstärken.
VENTANA PD-L1 (SP142) Urothelkarzinom

VENTANA PD-L1 (SP142) TNBC

VENTANA PD-L1 (SP263)
Der VENTANA PD-L1 (SP263) Antikörper ist ein gebrauchsfertiger IVD Antikörper für die Beurteilung der PD-L1 Expression in FFPE-Gewebe. Der monoklonale Kaninchenantikörper liefert spezifische und reproduzierbare Färbeergebnisse mit Membran- und Zytoplasmafärbung der Tumorzellen sowie Immunzellfärbung im Stroma. 
VENTANA PD-L1 (SP263)

Referenzen

  1. Peters S et al. (2012): Metastatic non-small-cell lung cancer (NSCLC): ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatmentvand follow-up
    Annals of Oncology 23 (Supplement 7): 56-64.
  2. Vincent M et al. (2012): Biomarkers that currently affect clinical practice: EGFR, ALK, MET, KRAS
    Curr Oncol (Vol. 19): 33-44.
  3. Teixidó C et al. (2015): Assays for predicting and monitoring responses to lung cancer immunotherapy
    Cancer Biol Med (Ausgabe 12/15), 87-95.
  4. Demetri GD et al., Ann of Oncol 2018; 29 (suppl_8): mdy424.017 (ESMO 2018; Abstract LBA17) 
  5. Amatu A. et al. (2016) ESMO Open 1:e000023 
  6. Ricciuti B et al., Med Oncol 2017; 34 (6): 105
  7. Ardini E et al., Mol Cancer Ther 2016; 15 (4): 628-39 
  8. Vaishnavi A et al. Cancer Discov 2015;5(1):25–34.
  9. productlibrary.ventana.com. (2019). Ventana Product Document Library. CE IVD VERSION – Packungsbeilage, VENTANA pan-TRK (EPR17341) Assay (08494665001). [online]. Verfügbar auf https://productlibrary.ventana.com/ventana_portal/OpenOverlayServlet?launchIndex=1&objectId=790-70261017533DE [Abgerufen am 27. November 2019].
  10. Mescam-Mancini, L. et al. (2014). On the relevance of a testing algorithm for the detection of ROS1-rearranged lung adenocarcinomas. Lung Cancer. 168-173
  11. Davies, K. D. et al. (2013). Molecular Pathways: ROS1 Fusion Proteins in Cancer. Clinical Cancer Research, 18(15):1-6
  12. Aljohani, H. et al. (2014). ROS1 amplification mediates resistance to gefitinib in glioblastoma cells. Oncotarget, 6 (24): 20388-20395
  13. Gu, T. et al. (2011). Survey of Tyrosine Kinase Signaling Reveals ROS Kinase Fusions in Human Cholangiocarcinoma. PLoS One, 6(1): e15640. doi:10.1371/journal. pone.0015640.
  14. Bubendorf, L. et al. (2016). Testing for ROS1 in non-small cell lung cancer:  a review with recommendations. Virchows Arch, 469:489-503
  15. Bergethon, K. et al. (2012). ROS1 Rearrangements Define a Unique Molecular Class of Lung Cancers. J Clin Oncol. 30:863-870.
  16. Lindeman, N et al. (2018). Updated Molecular Testing Guideline for the Selection of Lung Cancer Patients for Treatment with Targeted Tyrosine Kinase Inhibitors. Arch Pathol Lab Med. 142:321–346
  17. National Comprehensive Cancer Network (2018). NCCN Guidelines Version 4.2018 Non-Small Cell Lung Cancer NCCN EVIDENCE Blocks. Abruf unter https://www.nccn.org/professionals/physician_gls/pd
  18. Rotschild S et al. (2011): Neue Therapiekonzepte beim Bronchuskarzinom
    Schweiz Med Forum (Vol. 50): 941–947.
  19. Roskoski R Jr. (2013). Anaplastic lymphoma kinase (ALK): structure, oncogenic activation, and pharmacological inhibition
    Pharmacological Research (Vol. 68): 68–94.
  20. Griesinger F (2014): Systemtherapie bei molekularen Subgruppen des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms
    Trillium Krebsmedizin (Band 23/1): 30-35.
  21. Blank C, Mackensen A (2007): Contribution of the PD-L1/PD-1 pathway to T-cell exhaustion: an update on implications for chronic infections and tumor evasion
    Cancer Immunol Immunother (Vol. 56): 739–745.