Erkrankungen des Zentralnervensystems

Schnitt durch den temporalen Cortex eines von Alzheimer befallenen Gehirns; Nr. 107

Roche verfolgt einen völlig neuen Denkansatz in der Alzheimer-Forschung.
Wir entwickeln Strategien, mit denen wir die krankmachenden Plaques im Gehirn auflösen können.

Blut-Hirn-Schranke

Medikamente, die im Gehirn wirken sollen, scheitern oft an der Blut-Hirn-Schranke. Die Schranke, die bei allen Landwirbeltieren vorkommt, dient eigentlich dem Schutz des Gehirns vor schädigenden Substanzen aus der Blutbahn. Besonders große Moleküle wie Proteine wurden deshalb bisher nur selten als Therapeutika für Gehirn-Erkrankungen in Betracht gezogen. Penzberger Forscher in Zusammenarbeit mit Basler Kollegen aus der Neurowissenschaft haben einen Weg gefunden, die Blut-Hirn-Schranke für Proteine durchlässiger zu machen.

Wesentlicher Bestandteil der Barriere sind Endothelzellen, die über schmale Bänder aus Membranproteinen miteinander verknüpft sind und die Blutgefäße zum Blut hin auskleiden. Die Penzberger Forscher nutzen die Transcytose, einen natürlichen Transportprozess für bestimmte große Moleküle durch eine Zelle: das Molekül wird auf der einen Seite in ein Vesikel verpackt, durch die Zelle transportiert, und auf der anderen Seite wieder ausgestoßen.

Transferrin ist eines der Moleküle, mit denen Transcytose funktioniert. Die pRED-Forscher nutzen einen Antikörper gegen den Transferrin-Rezeptor als Shuttle und koppeln diesen an einen therapeutisch wirksames Protein: Dieses komplexe Molekül wird, ähnlich wie Transferrin, durch die Endothelzellen ins Gehirn transportiert, ohne dass es unterwegs abgebaut wird. Im Alzheimer-Maus-Modell konnten sie damit die Aufnahmerate über 50fach steigern. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, wäre dies ein enorm wichtiger Schritt für eine effiziente Behandlung verschiedenster Gehirnkrankheiten, mit einem Minimum an Nebenwirkungen.