HER2-positiver Brustkrebs

Warum Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs ist

Nur die Wenigsten wissen: Nicht alle Tumore in der Brust sind gleich. So unterscheiden Ärzte heute verschiedene Formen von Brustkrebs. Einige wachsen eher langsam – andere hingegen sind äußerst aggressiv und breiten sich schnell im Körper aus.1 Was aber für alle Formen von Brustkrebs gilt: Je früher der Tumor entdeckt und behandelt wird, desto größer ist die Aussicht auf Heilung.2

HER2-positiver Brustkrebs – was ist das genau?

HER2 Zellkern

Wie es nicht den einen Brustkrebs gibt, so gibt es auch nicht die eine Therapie. Bevor der Arzt sich für eine Behandlung entscheidet, entnimmt er daher eine Gewebeprobe aus dem Tumor und lässt diese genau untersuchen.3 Bei etwa jeder fünften Patientin stellt sich im Labor heraus, dass auf den Krebszellen ein spezieller Eiweißstoff – der sogenannte Humane Epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (kurz: HER2) – besonders häufig vorkommt.4 Ärzte sprechen dann von HER2-positiven Brustkrebs. Wie eine Antenne sendet der HER2-Rezeptor Signale an den Zellkern, die dazu führen, dass sich die Krebszellen besonders schnell teilen und vermehren. HER2-positiver Brustkrebs gilt daher als besonders aggressiv.5

HER2 Zelle 

Bei HER2-positivem Brustkrebs befinden sich besonders viele HER2-Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Die Krebszellen werden mit Wachstumssignalen überflutet und vermehren sich besonders schnell.


Wie wird HER2-positiver Brustkrebs diagnostiziert?

Um den HER2-Status einer Patientin mit Brustkrebs zu bestimmen, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Tumor, die mit Hilfe von validierten Tests im Labor untersucht wird. Die diagnostischen Leitlinien6 empfehlen die Bestimmung des HER2-Status mittels folgender Methoden:

  • Immunohistochemische Untersuchung (IHC): Der IHC-Test ermöglicht es, die Überexpression des HER2-Proteins an der Zelloberfläche zu bestimmten. Bei einem Testergebnis von 2+/3+ (Skala: 0 bis 3+) handelt es sich um einen positiven HER2-Status. Ein Status von 2+ sollte mit Hilfe einer in-situ-Hybridisierung (siehe unten) bestätigt werden.
  • Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), Chromogen-in-situ-Hybridisierung (CISH) oder Silber-in-situ-Hybridisierung (SISH): Mittels FISH-, CISH- oder SISH-Test wird überprüft, ob das HER2-Gen in einer Krebszelle vervielfältigt vorliegt. Ist dies der Fall, so gilt der Test als ISH+ und der Tumor hat einen positiven HER2-Status.
    MikroHistologisches Präparat mit immunhistologischen Färbungen zum Nachweis des HER2-Rezeptorstatus. Hier: Stadium 3+; starke, komplette Färbung der Zellmembranen bei über 10 % der Tumorzellen.

Welche Therapien gibt es heute gegen HER2-positiven Brustkrebs?

Heute gibt es moderne Medikamente, sogenannte Antikörper, die speziell zur Behandlung von Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs entwickelt wurden.

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Referenzen

  1. Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz)
  2. Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)
    http://www.krebsgesellschaft.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs.html
  3. www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/mammakarzinom-der-frau/@@view/html/index.html
  4. Wolff AC et al., Arch Pathol Lab Med 2007; 131 (1): 18-43
  5. Slamon D et al., N Engl J Med 2001; 344 (11): 783-92
  6. Osaba D et al., J Clin Oncol 2002; 20: 3106-13
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