Glossar

9-Hole Peg Test (9-HPT): Test zur Erfassung von Feinmotorikstörungen. Gemessen wird, wie schnell ein Proband mit einer Hand neun Stifte aus einem Aufbewahrungsbehälter in ein rutschfestes Steckbrett stecken und wieder zurück in das Behältnis legen kann.

Antigene: Substanzen, die eine Immunreaktion induzieren.

Antigen-präsentierende Zellen (APC): Aktivierte B-Zellen, dendritische Zellen, Makrophagen u. a. können Antigene erkennen und an ihrer Oberfläche anderen Immunzellen präsentieren. Unter Mitwirkung u. a. von T-Helfer-Zellen kommt es zu einer Kaskade entzündlicher Prozesse (ggf. mit T-Zell-Aktivierung) gegen die Antigen-tragende Struktur.

Antikörper (Ak): Gegen Antigene gebildete Immunglobuline (Ig), die an Antigene binden und hiermit ihre Zerstörung einleiten. Sie sind wichtigster Bestandteil der humoralen Abwehr.

Apoptose: „Programmierter Zelltod“, der intrinsisch oder extrinsisch ausgelöst wird, z. B. durch den Tumornekrosefaktor (TNF) und andere Zytokine.

ARR (Annualized Relapse Rate): Rate an MS-Schüben, bezogen auf ein Jahr.

Autoimmunität: Autoaggressiver Prozess, bei dem autoreaktive Antikörper oder Immunzellen (z. B. T-Zellen) körpereigene Strukturen angreifen.

Axon: Nervenzell-Fortsatz, der Aktionspotenziale auf andere Neurone oder Effektorzellen (z. B. Muskeln, Drüsen) überträgt.

Benigne MS: Umstrittener Begriff für einen „gutartigen“ MS-Verlauf, der sich durch sehr wenige klinische Schübe bzw. gute Symptom-Rückbildung, geringe MS-Aktivität im MRT und eine sehr langsame oder fehlende Zunahme der Behinderung auszeichnet.

B-Zellen (B-Lymphozyten): Immunzellen, die je nach Differenzierung verschiedene Funktionen ausüben. Das ist neben der Produktion von Antikörpern durch Plasmazellen und der langfristigen immunologischen Informationsspeicherung (Gedächtniszellen) u. a. die – in der MS-Pathophysiologie wichtige – Antigen- Präsentation (APC).

CD (Clusters of Differentiation): Protein-Merkmale auf verschiedenen Zellen (u. a. B-Zellen), die sehr verschiedene Funktionen (Regulierung von Zellaktivierung, -proliferation und -differenzierung, Adhäsion, Migration etc.) ausüben (z. B. CD20, CD52).

CIS (Clinically Isolated Syndrome): Wird bei einem ersten klinischen (demyelinisierenden) Ereignis diagnostiziert, das auf eine MS hinweist.

Demyelinisierung (Entmarkung): Diffuse oder herdförmige Schädigung der Myelinscheiden der Axone, welche die Signalübertragung verlangsamt oder blockiert.

Depletion: Die (mehr oder weniger vollständige) Reduzierung bestimmter Zellpopulationen, z. B. bei der MS selektiv der T- und/oder B-Zell-Populationen durch Antikörper-Präparate.

EDSS (Expanded Disability Status Scale): Skala zur Erfassung der neurologischen Defizite bzw. des Behinderungsgrades. Dieser wird auf einer Skala von 0 („keine Schädigung bzw. Behinderung“) bis 10 („Tod durch MS“) in 20 halben Schritten angegeben. Die EDSS ist stark auf die Gehfähigkeit fokussiert, ein wichtiger Grenzwert liegt bei 6,0 (= Gehstrecke ohne Hilfsmittel < 100 m).

Ektopische, lymphoide follikelartige Strukturen (ELFS): In verschiedenen Organstrukturen (z. B. Darmschleimhaut, Tonsillen, Lymphknoten, Milz) kommen Lymphfollikel vor, in denen sich nach Antigen-Kontakt u. a. B-Lymphozyten differenzieren und vermehren. ELFS sind Gewebeabschnitte, die sich an anderen, nicht-physiologischen Orten („ektop“) bilden und ebenfalls Kolonien von B-Zellen enthalten können. Sie werden z. B. bei Patienten mit chronisch progressiver MS in den Meningen beobachtet und scheinen mit dem Entzündungsprozess im Gehirn assoziiert zu sein.

Fatigue: Bezeichnet in erster Linie die vorschnelle Erschöpfbarkeit, im weiteren Sinne aber auch eine anhaltende Müdigkeit, Schwäche und Antriebslosigkeit.

Gadolinium (Gd): Bestandteil eines Kontrastmittels, das im T1-gewichteten MRT umschriebene Zonen einer pathologisch durchlässigen Blut-Hirn-Schranke als hyperintense Areale sichtbar macht und Hinweise auf akute entzündliche Vorgänge gibt.

Graue Substanz (Grey Matter, GM): Die Regionen im ZNS, die hauptsächlich aus Nervenzellkörpern bestehen.

Hirnatrophie: Schwund von Hirngewebe.

Humorale Abwehr: Oberbegriff für die immunologischen Abwehrfunktionen durch nicht-zelluläre Bestandteile in Körperflüssigkeiten, wie z. B. durch Antikörper. Sie wird der zellulären Abwehr gegenübergestellt.

Immunglobuline: siehe Antikörper.

Immunmodulation: Hemmende oder stimulierende Beeinflussung des Immunsystems u.a. durch Medikamente. Viele MS-Medikamente sind Immunmodulatoren. Von ihr abgegrenzt wird die Immunsuppression.

Immunsuppression: Die Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems durch u.a. Medikamente (z. B. gegen die Abstoßung transplantierter Organe). Bei MS werden heute mehr oder weniger selektive immunsupprimierende Medikamente angewendet.

Interferon beta (IFN-β): Ein Zytokin, das als erstes Medikament zur immunmodulatorischen, verlaufsmodifizierenden Therapie der schubförmig remittierenden MS (RRMS) zugelassen wurde.

Interleukine (IL-1 bis IL-35): Peptidhormone aus der Gruppe der Zytokine, die steuernd/regulierend in Immunprozesse eingreifen, indem sie u. a. die Proliferation und Aktivität von T- und B-Zellen verändern. Sie werden in vorwiegend pro- und antiinflammatorische IL eingeteilt (s. Zytokine).

Läsionen (syn.: Herde, Plaques): Entstehen bei der MS im ZNS durch entzündliche und degenerative Prozesse, werden hauptsächlich mittels MRT dargestellt.

Liquor (Cerebrospinal fluid, CSF): Körperflüssigkeit im ZNS. Bei MS-Patienten untersucht man den Liquor auf pathologische Bestandteile, speziell eine für MS charakteristische Anreicherung von IgG-Antikörpern, die sich im Analyseverfahren als so genannte oligoklonale Banden zeigen.

Lymphozyten: Untergruppe der Leukozyten, die B-Zellen und T-Zellen sowie natürliche Killerzellen umfasst. Als Teil des adaptiven Immunsystems machen sie in den Körper eingedrungene Fremdstoffe und Erreger unschädlich.

mAb (monoclonal Antibodies): Antikörper eines Zellklons. Biosynthetisch hergestellt werden sie als Medikamente eingesetzt.

McDonald-Kriterien: Kriterien, nach denen die MS unter bestimmten Bedingungen (zeitliche und räumliche Dissemination im MRT; ein klinisches Symptom) bereits nach einem ersten MS-verdächtigen Schub diagnostiziert werden kann (letzter Stand: 2010).

MS (Multiple Sklerose): Eine autoimmunvermittelte, chronisch entzündliche Erkrankung des ZNS, bei der es durch Inflammation, Abbau der Myelinscheiden, Astrogliose und Axonschäden zu Störungen der Signalweiterleitung in den Nervenbahnen und Neurodegeneration kommt. Symptome können sich schubweise manifestieren und sich weitgehend zurückbilden (schubförmig remittierende MS) oder aber mit persistierenden Defiziten einhergehen. Unbehandelt kommt es bei den meisten Patienten im Laufe der Zeit zu einer Progression bzw. zu einer progredienten Verlaufsform (sekundär progrediente MS), also zu einer Zunahme der neurologischen Behinderung, die das tägliche Leben des Patienten nachhaltig beeinträchtigt. Abzugrenzen von den Verlaufsformen RRMS und SPMS wäre noch die primär progrediente MS (PPMS, siehe unten).

MSFC (Multiple Sclerosis Functional Composite): Skala zur Beurteilung des Schweregrades der Behinderungen – umfasst die Gehstrecke, die Handmotorik und die Kognition.

Myelin: Eine aus Lipiden (70 %) und Proteinen (30 %) bestehende biologische Membran, die als Scheide Axone umhüllt. Sie dient der elektrischen Isolation und der schnellen Weiterleitung von Aktionspotenzialen.

MRT (Magnetresonanztomografie): Bildgebendes Verfahren in der Medizindiagnostik zur Untersuchung von Geweben und Organen sowie dynamischen Prozessen. Mit Magnetfeldern und Radiowellen werden Schnittbilder des Körpers erzeugt. Bei der MS kommt die MRT als diagnostisches Kriterium sowie zur Überwachung der zeitlichen und räumlichen Dissemination über den Krankheitsverlauf zum Einsatz. Mit den in der MRT nachgewiesenen Läsionen (Nachweis Gadolinium-anreichernder [Gd+]-T1-Läsionen sowie neuer und/oder sich vergrößernder hyperintenser T2-Läsionen) lässt sich die aktuelle Krankheitsaktivität der RRMS, SPMS und PPMS bestimmen. Auch dient die MRT der Beurteilung von Sicherheit und Verträglichkeit der verabreichten Medikation und ist zum Beispiel für die Endpunkte NEDA und NEPAD relevant.

Natürliche-Killer (NK)-Zellen: Unterform der Lymphozyten, die pathologisch veränderte Zellen (z. B. Krebszellen) zerstören können. Als Teil des angeborenen Immunsystems reagieren sie nicht Antigenspezifisch, da sie keine Antigen-spezifischen Rezeptoren haben.

NEDA (No Evidence of Disease Activity): Freiheit von (gemäß den NEDA-Kriterien definierter) Krankheitsaktivität. Die NEDA-3-Kriterien sind definiert als das Fehlen von Schüben, Behinderungsprogression (gemäß NEDA-Definition), neuen oder sich vergrößernden T2-Läsionen und Gadolinium-anreichernden (Gd+)-T1-Läsionen.

NEP (No Evidence of Progression): Freiheit von Behinderungsprogression (gemäß NEP-Kriterien). Die 3 NEP-Kriterien umfassen das Fehlen von klinischer Behinderungsprogression (CDP) (bestätigt nach 12 Wochen), das Fehlen einer bestätigten, mindestens 20%igen Verschlechterung der Hand/Arm-Funktion im „9-Hole Peg Test“ (9HPT) und eine bestätigte, mindestens 20%ige Reduktion der Gehstrecke im „Timed 25-Foot Walk” (T25FW).

NEPAD (No Evidence of Progression or Active Disease): Freiheit von Behinderungsprogression und Krankheitsaktivität (gemäß NEPAD-Kriterien). Der kombinierte Endpunkt NEPAD stellt eine Ergänzung der bisherigen NEDA-3-Kriterien dar. Er umfasst das Fehlen von Schüben (gemäß Protokoll-Definition) und bestätigter Behinderungsprogression gemäß Expanded Disability Status Scale (EDSS), keine Progression um ≥ 20 % auf Basis der „Timed 25-Foot Walk“ (T25FW) und „9-Hole Peg“ (9-HPT)-Tests sowie das Fehlen von Krankheitsaktivität in der MRT (definiert als keine neuen oder sich vergrößernden T2-Läsionen und Gadolinium-anreichernden (Gd+)-T1-Läsionen).

Neurodegeneration: Die fortschreitende Schädigung/Zerstörung von Axonen, Neuronen und anderen Zellen. Bei MS-Patienten dominiert sie eher die späten bzw. progredienten Erkrankungsstadien (SPMS, PPMS).

Neuroinflammation: Die akute oder chronische Entzündung von Nervengewebe, welche mit Schädigung/Zerstörung von Axonen, Neuronen und anderen Zellen einhergehen kann.

PML (progressive multifokale Leukenzephalopathie): Eine schwere akut-entzündliche Entmarkungserkrankung des Gehirns, insbesondere der weißen Substanz. Sie wird durch eine Aktivierung des latent vorhandenen JC (John Cunningham)-Virus verursacht und kann unter einigen immunmodulierenden MS-Medikamenten als opportunistische Infektion auftreten.

PPMS (primär progrediente MS): Verlaufsform, mit der 10 % bis 15 % aller MS-Erkrankungen beginnen. Von Anfang an sind klare schubförmige Ereignisse selten oder fehlen, neurologische Symptome verschlechtern sich kontinuierlich. Initial neurodegenerative ZNS-Veränderungen dominieren mit stetiger Behinderungszunahme.

RRMS (relapsing-remitting MS): Schubförmig remittierende Verlaufsform der MS, mit der etwa 85 % aller MS-Erkrankungen beginnen. Sie ist gekennzeichnet durch wiederholte, zeitlich mehr oder weniger lang auseinanderliegende, abgrenzbare Schübe und dazwischenliegende schubfreie Intervalle. Die RRMS geht bei etwa der Hälfte der unbehandelten Patienten nach 10- bis 20-jähriger Erkrankungsdauer in die sekundär progrediente MS (SPMS) über. Die RRMS und die SPMS mit Schüben (rSPMS) werden zusammen als schubförmige MS (RMS) bezeichnet.

Schub: Bezeichnet das akute (Wieder-)Auftreten eines oder mehrerer MS-Symptome bzw. deren Verschlimmerung, sofern diesen keine andere Ursache zugrunde liegt. Definitionsgemäß müssen diese mindestens 24 Stunden andauern und mindestens 30 Tage nach dem letzten Schub aufgetreten sein.

SF-36: Der Short Form (36) Gesundheitsfragebogen ist ein krankheitsunspezifisches Messinstrument zur Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Er wird häufig zur Therapiekontrolle oder Verlaufsmessung eingesetzt.

SPMS (sekundär progrediente MS): Verlaufsform, die aus einer schubförmig remittierenden MS (RRMS) hervorgeht, bei der die akut-entzündliche Aktivität in Form abgrenzbarer Schübe immer seltener wird oder ganz fehlt. Die neurodegenerativen ZNS-Veränderungen dominieren immer stärker und die Behinderung nimmt stetig zu. Wird die SPMS weiterhin von Schüben begleitet, spricht man von einer schubförmigen SPMS (relapsing secondary progressive MS, rSPMS).

T1-Läsionen: Zonen, die sich im T1-gewichteten MRT wie folgt darstellen:
a) nach Kontrastmittelgabe als (anreichernde) hyperintense Areale, die für einen akuten MS-Herd mit Störung der Blut-Hirn-Schranke stehen.
b) als hypointense Areale im Sinne eines „Black Hole“, die – bei längerer Persistenz – einen irreversiblen Gewebeverlust anzeigen.

T2-Läsionen: Zonen, die sich im T2-gewichteten MRT (ohne Kontrastmittel) als hyperintense Areale darstellen. Neue T2-Läsionen stehen für frische MS-Herde, in denen Entzündung, Ödem und/oder Nekrose vorliegen.

T1-/T2-Wichtung: Zwei unterschiedliche MRT-Kontrastdarstellungen, bei denen die Gewebeunterschiede vor allem anhand ihrer T1- bzw. T2-Relaxationszeit dargestellt werden.

T-Helfer-Zellen (TH): Subgruppe der T-Zellen mit einer Helferfunktion: Sie erkennen Antigene an den Antigen-präsentierenden Zellen, sind selbst aber weder direkt zytotoxisch noch phagozytieren sie. Sie wirken hauptsächlich über die Sezernierung von Zytokinen, die ihrerseits andere Immunzellen wie zytotoxische T-Zellen, Antikörper-bildende B-Zellen oder Makrophagen aktivieren.

TH1-Zellen: Subgruppe der T-Helfer-Zellen, die nach Aktivierung vorwiegend stimulierend auf die Immunprozesse einwirkt, indem sie proinflammatorische Zytokine wie IFN-γ, IL-2 und TNF-α freisetzt. TH1-Zellen sind bei der Erregerabwehr sehr aktiv und interagieren intensiv mit Antigen-präsentierenden Makrophagen.

TH2-Zellen: Subgruppe der T-Helfer-Zellen, die ein bestimmtes Muster anti- und proin-flammatorischer Zytokine (z. B. IL-4, IL-6 bzw. IL-10) sezerniert. Sie interagieren beson-ders mit B-Zellen, die sie zur Aktivierung, Proliferation und Differenzierung und damit letztlich zur Antikörperbildung anregen. Sie wirken auch (antiinflammatorisch) der TH1-Reaktion entgegen.

TH17-Zellen: Subgruppe der T-Helfer-Zellen, die nach Aktivierung stimulierend auf das Immunsystem wirkt, indem sie u. a. das proinflammatorische Zytokin IL-17 freisetzt. Sie aktivieren neutrophile Granulozyten und bewirken damit Entzündungsprozesse.

Timed 25-Foot Walk (T25FWT; T25W): Test zur Erfassung der Gehfähigkeit. Gemessen wird, wie schnell ein Proband eine Strecke von ca. 8,5 m zurücklegen kann.

Treg (regulatorische T-Zellen; syn. Suppressor-T-Zellen): Spezialisierte Untergruppe der T-Zellen, welche die Aktivität des Immunsystems herunterreguliert. Sie wirken u. a. hemmend auf aktivierte T-Zellen und beugen der Autoimmunität vor.

T-Zellen (T-Lymphozyten): Leukozyten, die Antigene erkennen können. Sie sind Teil der zellulären Abwehr und haben große Bedeutung für die Einleitung einer Immunantwort. Es existieren ganz unterschiedliche T-Zell-Typen mit verschiedenen Funktionen wie z. B. direkt zytotoxische T-Zellen, T-Helfer-Zellen, regulatorische T-Zellen etc.

Weiße Substanz (White Matter, WM): Die Regionen im ZNS, die hauptsächlich aus myelinisierten (markhaltigen) Nervenfasern bestehen.

Zelluläre Abwehr: Oberbegriff für Abwehrmechanismen, die von den Zellen des Immunsystems, u.a. von Lymphozyten und Makrophagen, getragen werden.

Zytokine: Körpereigene Peptide, die u. a. die Proliferation und die Differenzierung verschiedener Zell-Typen regulieren. Sie umfassen fünf Typen: Interferone (IFN; z. B. IFN-α, IFN-β und IFN-γ), Interleukine (IL; IL-1 bis IL-35), Kolonie-stimulierende Faktoren (CSF; u. a. Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor = G-CSF), Tumornekrosefaktoren (TNF) und Chemokine, die Immunzellen anlocken. Von Immunzellen gebildete Zytokine fördern oder hemmen als Mediatoren verschiedene Prozesse der Immunreaktion.

Zytokine, proinflammatorisch: Entzündungsfördernde Botenstoffe. Dazu gehören u. a. die Interleukine IL-1β, IL-6, IL-8 und IL-12 sowie der Tumornekrosefaktor (TNF). Sie vermitteln die Kommunikation mit Lymphozyten und anderen Immunzellen, die sie u. a. zu Wachstum und Proliferation anregen können.

Zytokine, antiinflammatorisch: Entzündungshemmende Botenstoffe. Dazu gehören u. a. die Interleukine IL-4, IL-10, IL-11 und IL-35 sowie der Transforming Growth Factor beta (TGF-β), die dafür sorgen, dass eine Immunreaktion nicht überschießend ausfällt.