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Experten fordern: Gesetzliche Krankenkassen sollen quantitative PoC-CRP-Testung in Erstattung aufnehmen

Die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen ist ein weltweit wachsendes Problem mit fatalen Konsequenzen. Die WHO warnt vor einem medizinischen Rückschritt und fordert aktive Gegenmaßnahmen. Auf Einladung der Initiative „Erst testen, dann verordnen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika“ haben sich Ärzte verschiedener Disziplinen zusammengefunden, um sich diesem Appell anzuschließen. Gemeinsam entwickelten sie ein Konsens-Papier, in welchem sie die gesetzlichen Krankenkassen direkt auffordern, die quantitative CRP-Testung am Point of Care (PoC) in ihre Erstattung aufzunehmen. So kann schnell und kostengünstig zwischen bakteriell und viral bedingten Infektionen unterschieden und kontraindizierte Antibiotika-Verordnungen können reduziert werden.


Frankfurt am Main, 31.08.2017 – Das Bundesgesundheitsministerium geht von 15.000 Todesfällen jährlich aufgrund von multiresistenten Keimen in deutschen Krankenhäusern aus.1Die World Health Organization (WHO) warnt sogar vor einem Rückschritt in die prä-antibiotische Ära, wenn nicht aktiv gegen die Resistenzentstehung bei Antibiotika vorgegangen werde.Verschiedene Ansätze werden verfolgt, um Antibiotika-Resistenzen vorzubeugen. Dazu gehört auch die Reduktion von falsch indizierten Antibiotika-Verordnungen.

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AMVSG und Ärzte fordern Aufnahme quantitativer CRP-Tests in den EBM

Der Gesetzgeber fordert daher im GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) schnelle, qualitätsgesicherte und wirtschaftliche diagnostische Methoden zur zielgerichteten Antibiotikaverordnung in den einheitlichen Bewertungsmaßstab für Ärztliche Leistungen (EBM) aufzunehmen. Welche Chancen eine solche Aufnahme in der Praxis bietet und welche weiteren Maßnahmen nötig wären, um Resistenzen vorzubeugen, diskutierten Ärzte auf Einladung der Initiative „Erst testen, dann verordnen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika“ im Mai bei einem Treffen in Frankfurt. In ihrem dabei gemeinsam entwickelten Konsens-Papier fordern sie nicht nur, die quantitative CRP-Testung am PoC in die Erstattung aufzunehmen, sondern auch,
dass der Erstattungsbetrag für die Niederlassung kostendeckend und budgetneutral sein sollte.

CRP-Tests können Antibiotika-Verordnungsrate drastisch senken

Mit quantitativen CRP-Schnelltests am PoC lassen sich virale und bakterielle Infektionen schnell und unkompliziert voneinander unterschieden. Das C-reaktive Protein (CRP) fungiert hier als guter Marker, da es insbesondere bei bakteriell verursachten Erkrankungen stark ansteigt. „CRP ist ein wichtiger Indikator bakterieller Infektionen. Der Wert ist nicht nur bei Pneumonien erhöht, sondern auch bei anderen Infektionen wie Septitiden oder bei Patienten mit abdominellen Infektionen“, sagt Dr. Béatrice Grabein, Ärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und leitende Ärztin der Stabsstelle Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, am Klinikum der Universität München.

Ihre Kollegin Dr. Katja Linke, niedergelassene Hausärztin, Viernheim, fordert daher: „Wir müssen den Patienten dazu bringen, dass er irgendwann den CRP-Test verlangt – und nicht das Antibiotikum.“  Denn in Verbindung mit einer klinischen Untersuchung kann der CRP-Wert virale von bakteriellen Infektionen unterscheiden bzw. bakterielle Infektionen bei niedrigem Wert als unwahrscheinlich einstufen. „Seit ich die PoC-CRP-Tests einsetze, verordne ich weniger Antibiotika. Die Patienten profitieren von den Tests, weil sie schneller und effizienter behandelt werden“, fügt Dr. Hilmar Uhlig, niedergelassener und klinisch tätiger Pädiater, Hamburg, hinzu. Daten aus den Niederlanden stützen diese Erfahrung: Hier wird die quantitative CRP-Testung bereits flächendeckend eingesetzt, die Antibiotika-Verordnungsrate ist dort europaweit die niedrigste3. Durch die Einsparungen an Antibiotika ist der CRP-Test kosteneffektiv. In Deutschland werden diese Tests bisher allerdings nicht in vollem Ausmaß von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) erstattet.

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Auch für den behandelnden Arzt bietet die quantitative PoC-CRP-Testung viele Vorteile. Dr. Erik Sievert, niedergelassener Allgemeinmediziner, Bonn, kommt zu dem Schluss: „Der Test beschleunigt die Diagnosefindung für Arzt und Patient.“ Denn er nimmt nur wenig Zeit in Anspruch, ist gut in den Praxisablauf integrierbar, besitzt eine hohe Validität und gilt als zuverlässig und sicher bei der Therapieverlaufskontrolle. Zudem ist die Qualität der Testung gesichert und entspricht den Forderungen der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung
laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK). Um die Akzeptanz der quantitativen CRP-Testung zu fördern, sollte das Verfahren außerdem durch die Fachgesellschaften empfohlen und in die medizinischen Leitlinien integriert werden.

Schulungen für Ärzte und Patienten wünschenswert

Daher wünschen sich die Unterzeichner des Konsenspapiers, dass diese einfache und valide Testung zukünftig auch Kassenpatienten ohne Mehrkosten zur Verfügung steht. Darüber hinaus fordern die Ärzte ein umfassendes Fortbildungsprogramm sowohl zu den verschiedenen Antibiotika und Resistenzentwicklung als auch zur patientenorientierten Gesprächsschulung hinsichtlich der Antibiotikatherapie. Denn häufig werde, so berichteten es die Diskussionsteilnehmer, Patienten ein Wunsch nach der Verordnung eines Antibiotikums unterstellt, den diese objektiv nicht hätten. Andererseits müsste auch in Patienteninformation investiert werden, damit diese zum rationalen Antibiotikaverbrauch beitragen können.

Das interdisziplinäre Advisory Board Meeting, zu dem die von Roche Diagnostics und Orion Diagnostica gemeinsam ins Leben gerufene Initiative „Erst testen, dann verordnen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika“ eingeladen hatte, fand im Mai 2017 in Frankfurt am Main statt.

Das vollständige Konsenspapier sowie Videointerviews mit den teilnehmenden Ärzten sind auf der Website der Initiative „Erst testen, dann verordnen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika“ zugänglich: www.ersttestendannverordnen.de.

Über „Erst testen, dann verordnen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika“ „Erst testen, dann verordnen – für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika“ ist eine gemeinsame Initiative von Roche Diagnostics und Orion Diagnostica, die sich an Ärzte, Patienten, Krankenkassen sowie die Gesundheitspolitik richtet. Die 2017 gestartete Initiative setzt sich für den konsequenten Einsatz diagnostischer Methoden vor einer Antibiotika-Verordnung ein. So können unnötige Verschreibungen und das Risiko von Antibiotika-Resistenzen gleichermaßen reduziert werden.

Über Roche in Deutschland


Roche beschäftigt in Deutschland rund 15.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Die großen operativen Gesellschaften sind an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese über 2 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de.

Über Orion Diagnostica


Orion Diagnostica, mit Sitz in Hamburg, ist Teil der finnischen Orion Corporation. Das Unternehmen ist Spezialist für präzise und hochwertige Diagnostik- und Hygieneüberwachungstests für Klinik und Praxis. Hierzu gehören auch quantitative Schnelltests zur Bestimmung des CRP, die innerhalb von zwei Minuten zuverlässige Ergebnisse in Laborqualität liefern. Weitere Informationen zu Orion Diagnostica finden Sie unter www.oriondiagnostica.de.


Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Referenzen

  1. Bundesministerium für Gesundheit. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/antibiotikaresistenzen/fragen-und-antworten.html
    Letzter Zugriff: 28.08.2017.
  2. World Health Organisation (WHO). Antimicrobial resistance: Draft Global Action Plan on Antimicrobial Resistance.
    2015 Geneva
  3. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. GERMAP 2015:
    Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch. Rheinbach, 2016.


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Julia Schneider
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