Krankenkassen unterstützen CRP-Schnelltest beim niedergelassenen Arzt

Zwei Krankenkassen haben kürzlich mit der Unterstützung der KV Sachsen-Anhalt den CRP Schnelltest zur Nutzung am Point-of-Care in ihren Leistungskatalog aufgenommen.1 Damit übernehmen die Kassen für Hausärzte, die sich im Hausarztmodell eingeschrieben haben, sowie für Pädiater die Kosten für die Durchführung, Auswertung und Beratung zum CRP-Schnelltest. So können Ärzte zwischen einem bakteriellen oder viralen Infekt differenzieren und Antibiotika gezielt einsetzen. „Der Vorstoß dieser beiden Kassen ist ein deutliches Signal in Richtung Gemeinsamer Bewertungsausschuss, diesen notwendigen Test endlich angemessen zu vergüten“, betont Dr. Katja Linke, Hausärztin aus Viernheim. Gemeinsam mit Dr. Béatrice Grabein, Ärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und leitende Ärztin der Stabsstelle Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Klinikum der Universität München, Dr. Erik Sievert, niedergelassener Allgemeinmediziner, Bonn und Dr. Hilmar Uhlig, niedergelassener und klinisch tätiger Pädiater, Hamburg setzt sie sich mit der Initiative „Erst testen dann verordnen“ für den Einsatz des quantitativen Schnelltests beim niedergelassenen Arzt ein.

Weltweit sind Resistenzen gegen Antibiotika ein zunehmendes Problem. Nach wie vor kommen sie auch dann zum Einsatz, wenn nicht gesichert ist, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt: Mit 44%2 entfällt ein beträchtlicher Teil der Antibiotikaverschreibungen auf Atemwegsinfekte, obwohl 90%3 dieser Infekte viral bedingt sind und nicht auf Antibiotika ansprechen. Mit einem quantitativen CRP-Test stünde niedergelassenen Ärzten somit ein probates Mittel zur Reduktion von Antibiotika zur Verfügung, sind sich die Experten sicher: „Seit ich die PoC-CRP-Tests einsetze, verordne ich weniger Antibiotika. Die Patienten profitieren davon, weil sie schneller und effizienter behandelt werden“, betont Dr. Hilmar Uhlig. Ein Cochrane Review der bestehenden Studienlandschaft zeigte bereits 2014 auf, dass sich durch den Einsatz eines quantitativen CRP-Schnelltests der Einsatz von Antibiotika um durchschnittlich 24 Prozent reduzieren lässt.4 Dieses Ergebnis wurde 2017 erneut bestätigt.5

Auch für den behandelnden Arzt bietet die quantitative PoC-CRP-Testung viele Vorteile. Dr. Erik Sievert führt an: „Der Test beschleunigt die Diagnosefindung für Arzt und Patient.“ Denn er nimmt nur wenig Zeit in Anspruch, ist gut in den Praxisablauf integrierbar, besitzt eine hohe Validität und gilt als zuverlässig und sicher bei der Therapieverlaufskontrolle. Zudem ist die Qualität der Testung gesichert und entspricht den Forderungen der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK).

„Ich freue mich über die Initiative dieser zwei Krankenkassen“, betont Linke und hofft, dass dies auch auf Bundesebene zum Umdenken führt. So ist zwar im Arzneimittelversorgungs-Stärkungsgesetz (AMVSG) vorgeschrieben, dass der Bewertungsausschuss von Kassen und Ärzten bis zum 01.12.2017 geprüft haben sollte, in „welchem Umfang Diagnostika zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie in der vertragsärztlichen Versorgung eingesetzt werden können“, die Entscheidung, die bereits für Ende 2017 vorgesehen war, steht aber nach wie vor aus. Aktuell wird der quantitative CRP-Schnelltest nur mit 1,15 Euro vergütet, kostet aber 3,50 bis 4,00 Euro, während das Labor 4,90 Euro erhält. Experten sehen hier einen Grund dafür, dass der Test nur in 3,98 Prozent der Atemwegsinfekte zum Einsatz kommt.6

Die Initiative empfiehlt darüber hinaus, die Entwicklung der Antibiotikaverordnungen in Sachsen-Anhalt zu monitoren, so dass die Ergebnisse auch auf Bundesebene den großen Nutzen von CRP in der Antibiotikareduktion nachweisen können. Dabei empfehlen die Experten, auf quantitative Testverfahren zurückzugreifen, da diese im Vergleich zu qualitativen Verfahren Ergebnisse in Laborqualität liefern7 und keinen Interpretationsfehlern in der Auswertung unterliegen8. Darüber hinaus führen quantitative Tests durch ein mindestens doppelt so schnelles Ergebnis und eine einfachere Präanalytik zur Erhöhung der Akzeptanz in der niedergelassenen Praxis und damit Akzeptanz des Testes. So kommt Frau Dr. Linke zu dem Schluss: „Wenn wir über CRP Testung sprechen, dann bitte nur über quantitative CRP Testung. Denn nur diese Tests ermöglichen uns eine verlässliche Einschätzung sowie eine Therapieverlaufskontrolle“.

Das QuikRead go System stellt hierfür eine verlässliche Lösung dar und konnte sich in Vergleichsstudien zudem gegenüber anderen Point-of-Care-Tests als überlegen positionieren. So wurde es 2013 in einer Studie von Minnaard et al., gegenüber einem klinischen Labortest sowie vier weiteren POC-Analysegeräten u.a. mit Hinblick auf die analytische Leistung und die Reproduzierbarkeit geprüft und ging daraus in drei von vier Disziplinen als bestes PoC-Gerät hervor.7

Mehr Informationen unter www.ersttestendannverordnen.de

Über Roche in Deutschland
Roche beschäftigt in Deutschland rund 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei großen Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese über 2,5 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen unter www.roche.de

Über Orion Diagnostica
Orion Diagnostica, mit Sitz in Hamburg, ist Teil der finnischen Orion Corporation. Das Unternehmen ist Spezialist für präzise und hochwertige Diagnostik- und Hygieneüberwachungstests für Klinik und Praxis. Hierzu gehören auch quantitative Schnelltests zur Bestimmung des CRP, die innerhalb von zwei Minuten zuverlässige Ergebnisse in Laborqualität liefern. Weitere Informationen zu Orion Diagnostica finden Sie unter www.oriondiagnostica.de

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Referenzen

  1. https://san.aok.de/inhalt/crp-schnelltest/, Stand 20.03.2018
  2. IMS VIP®/IMS® Dataview medical, MAT 09/2017, Anzahl Verordnungen (Rx) aus dem ATC Markt der systemischen Antibiotika, nur orale Darreichungsformen, bei Diagnosen J00 - J94 nach Fachgruppen
  3. HR Fernsehen, Antibiotika – Warum sie zu oft genommen werden, 08.02.2017, http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=96878&key=standard_document_6346400
  4. Aabenhus, R., et al., Biomarkers as point-of-care tests to guide prescription of antibiotics in patients with acute respiratory infections in primary care. Cochrane Database Syst Rev. 2014;11.
  5. Tonkin-Crine SKG, et al. Clinician-targeted interventions to influence antibiotic prescribing behaviour for acute respiratory infections in primary care: an overview of systematic reviews. Cochrane Database Syst Rev 2017;9.
  6. Welt der Krankenversicherung, 1/2018: „Rationale Antibiotikatherapie. Medizinischer und ökonomischer Nutzen der quantitativen CRP-Testung in der niedergelassenen Praxis.“, S. 330-333.
  7. Minnaard M et al., Scandinavian Journal of Clinical & Laboratory Investigation 2013; 73:627-634
  8. Brouwer, van Pelt, Validation and evaluation of eight commercially available point of care CRP methods, 2014.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Roche Diagnostics Deutschland GmbH
Maren Schulz
Head of Communications
Sandhofer Straße 116
63805 Mannheim
Tel.: +49-(0)621-759 5484
Mail: maren.schulz@roche.com


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